Debatte zwischen den Fans VfL Osnabrück: Klares Zeichen gegen Gewalt

Samstag zu haben: T-Shirt zum Zeichen-Setzen. Foto: VfLSamstag zu haben: T-Shirt zum Zeichen-Setzen. Foto: VfL

Osnabrück. Der VfL Osnabrück hat als Zeichen, dass in seinem Stadion Gewalt und Diskriminierung keinen Platz haben, ein T-Shirt entworfen. Es wird am Spieltag gegen Rostock im Fanshop an der Arena und vor der Ostkurve für symbolische 8,99 Euro verkauft. Die lila Aufschrift auf weißem Grund: „Gegen Gewalt und Diskriminierung: Wir, gemeinsam, jetzt erst recht.“

Nach dem Spielabbruch im DFB-Pokal gegen RB Leipzig – über dessen Sanktionierung der DFB-Kontrollausschuss wohl erst nächste Woche entscheiden wird – hatten sich Vertreter maßgeblicher Gruppierungen der VfL- Fanszene am Mittwoch in den Räumen des Fanprojektes getroffen: Fanabteilung, Fanclub-Verband und Violet Crew tauschten sich mit Delegierten des Vereins über die Ereignisse und Konsequenzen, die daraus gezogen werden sollen, aus. Beobachter aus verschiedenen Lagern schilderten eine kontrovers geführte Debatte und erlebten über drei Stunden eine offene und in der Sache zum Teil auch deutlich geführte Diskussion.

Am Ende einigte man sich darauf, dass jede Gruppe im Vorfeld des Rostock-Spiels oder zur Partie im Stadion in Eigenregie ihre Sicht der Dinge darlegt und ein jeweils individuelles Zeichen setzt. Vertreter aller Gruppierungen hätten laut Beobachtern aber artikuliert, den klaren Grundkonsens mitzutragen: Ablehnung und Distanzierung von jeglicher Gewalt im Stadion, wozu auch Würfe von Gegenständen in den Stadion-Innenraum gehören.

Weiterlesen: VfL Osnabrück ohne Kandziora gegen Rostock.

Stellungnahme Fanabteilung

„Die Bremer Brücke ist ein lautstarker, emotionaler Ort. Sie ist die Seele des VfL“, schrieb die Fanabteilung in einer ersten Stellungnahme, die die NOZ-Medien am Donnerstag erreichte. Diese Seele müsse man in Ehren halten – das Werfen von Gegenständen in den Innenraum sei eine Verletzung dieser Seele und ein Ausdruck dummen und unreflektierten Handelns. Die Fanabteilung forderte zudem vom VfL, seine Fanarbeit mit einen Fanbeauftragten, der hauptamtlich und in vollem Umfang im Amt agiert, weiter zu professionalisieren. (Hier geht es zur kompletten Stellungnahme der Fanabteilung) Auch der Fanclub-Verband äußerte sich am Freitagmorgen ähnlich: „Um es klipp und klar zu sagen: Feuerzeuge, Bierbecher und ähnliches haben die Hand nicht zu

verlassen und gehören schon gar nicht auf das Spielfeld“, schrieb der FCV, der sich der Forderung nach einem hauptamtlich agierenden Fanbeauftragten anschloss. (Hier gieht es zur kompletten Stellungnahme des Fanclub-Verbandes).

Stellungnahme Violet Crew

Auch die Violet Crew distanzierte sich vom Werfen von Gegenständen. „Auch unsere Vorsänger äußerten dies bereits während des Pokalspiels deutlich und unmissverständlich über ihre Megafone, als Bierbecher und andere Gegenstände geworfen wurden“,teilte die violet Crew mit, die gleichzeitig klarstellte, dass die Ostkurve keine Krisenregion, sondern Sammelbecken einer bunten, lauten und kreativen Fankultur sei. (Hier geht es zur kompletten Stellungnahme der Violet Crew).

Auch das Fanprojekt äußerte sich am Freitagmittag in einer Stellungnahme. „Egal ob FCV, FA, Ultras oder Vereinsverantwortliche, die Schlussfolgerung aus den Ereignissen ist bei allen gleich. Der Wurf des Feuerzeugs auf Schiedsrichter Petersen war eine Tat mit enormen, negativen Konsequenzen für den Verein in seiner Gesamtheit. Das Werfen von Gegenständen aus Tribünenbereichen ist inakzeptabel, hat zu keiner Zeit eine Rechtfertigung und ist ganz sicher kein Teil von Fankultur. Eine Straftat die von den zuständigen Behörden aufgeklärt werden muss“, teilte das Fanprojekt mit. Wichtig sei nun, dass man aufhöre, übereinander zu reden, sondern beginne, miteinander positive Zeichen zu setzen, die für jene wahre Fankultur stehe, damit diese in die Öffentlichkeit transportiert werde. (Hier geht es zur kompletten Stellungnahme des Fanprojektes)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN