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Gespräch mit den Fans VfL Osnabrück rechnet mit Teilausschluss der Fans

Der VfL Osnabrück – hier Geschäftsführer Jürgen Wehlend (links) und Präsident Hermann Queckenstedt bei einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche – erwartet eine Positionierung der organisierten Fans zu den Vorfällen im DFB-Pokal. Foto: Helmut KemmeDer VfL Osnabrück – hier Geschäftsführer Jürgen Wehlend (links) und Präsident Hermann Queckenstedt bei einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche – erwartet eine Positionierung der organisierten Fans zu den Vorfällen im DFB-Pokal. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Der VfL Osnabrück rechnet damit, dass der Spielabbruch im DFB-Pokal gegen RB Leipzig einen Teilausschluss der eigenen Fans in einem Heimspiel nach sich ziehen wird.

„Es ist davon auszugehen, dass das ein Teil der Strafe wird“, sagte VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend zum anstehenden Verfahren beim DFB. Nach Ausfällen von Chaoten im Derby in Münster im Februar waren der VfL und die Preußen vom DFB-Sportgericht zu einem Teilausschluss ihrer Zuschauer verdonnert worden. Die Strafe war für acht Monate zur Bewährung ausgesetzt worden.

Widerruft der DFB die Bewährung?

Der Wurf eines Feuerzeuges, das Schiedsrichter Martin Petersen im Pokalspiel gegen RB Leipzig am Kopf getroffen hatte, könnte zum Widerruf dieser Bewährung führen. Da es sich – wie seinerzeit in Münster – um einen tätlichen Angriff aus dem Osnabrücker Fanblock auf unbeteiligte Personen handele und nicht nur ein Feuerzeug, sondern mehrere Gegenstände geworfen wurden, werde der DFB die Geschehnisse womöglich als vergleichbar bewerten, fürchtet Wehlend.

Kontrollausschuss analysiert Fernsehbilder

Seit der 0:2-Spielwertung, durch die der VfL aus dem DFB-Pokalwettbewerb ausgeschieden war, hat der Deutsche Fußball-Bund noch nicht wieder Kontakt zum VfL aufgenommen. Der Kontrollausschuss werde sich erst noch ein eigenes Bild von den Vorfällen machen, zum Beispiel Schiedsrichterbericht und TV-Bilder analysieren, bevor er einen Antrag zum Strafmaß stellt, erklärte Wehlend.

In der vergangenen Woche hatte der VfL die 0:2-Niederlage am Grünen Tisch schnell akzeptiert, aber auch deutlich gemacht, dass er in Sachen Strafmaß auf einer mündlichen Verhandlung bestehen will, um dem DFB seine Sicht der Dinge nicht nur auf dem Wege schriftlicher Stellungnahmen vorzutragen.

Verein erwartet, dass Fanszene Position bezieht

Eine klare Positionierung erwartet der VfL aus seiner organisierten Fanszene. Weder Fanabteilung noch Fanclubverband haben sich bislang in irgendeiner Form zu den Vorkommnissen geäußert, obwohl auch sie um den DFB-Pokal gebracht wurden – und ein Interesse an der Aufklärung des Falles haben müssten. „Wir wollen einen gemeinsamen Weg gehen“, sagt Wehlend.

Gespräch mit den Fans geplant

Unter der Woche soll es deshalb ein Gespräch mit den organisierten Fans geben. Darin erwartet Wehlend dann klare Aussagen, wie sich die Fans positionieren, wenn die sportliche und wirtschaftliche Arbeit des Vereins von einigen Anhängern „mit Füßen getreten“ wird. Gewalt in Stadien sei kein typisches Problem für Osnabrück, sondern auch in anderen Arenen gegenwärtig, aber: „Wir müssen für uns Lösungen finden, wie wir damit umgehen wollen.“ Dazu erwartet Wehlend Vorschläge der Fanvertreter. „Gibt es diese Lösungen nicht, müssen wir als Verein Konsequenzen ziehen.“


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