„Maulkorb“ für Osnabrücker Spieler Nach Spielabbruch: Leipzig kritisiert aufgeheizte Stimmung in Osnabrück

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RB-Trainer Ralf Rangnick. Foto: imago/Picture Point LERB-Trainer Ralf Rangnick. Foto: imago/Picture Point LE

Osnabrück/Leipzig. Nach dem Abbruch des DFB-Pokalspiels in Osnabrück haben Leipzigs Kapitän Dominik Kaiser sowie Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick zu den Vorfällen Stellung genommen. Beide kritisierten die aus ihrer Sicht „aufgeheizte Stimmung“ im Stadion an der Bremer Brücke.

Rangnick bekräftigte dabei noch einmal das Angebot eines Wiederholungsspiels: „Wir bieten es an, denn wir wollen sportlich in die nächste Runde an und nicht wegen einer Entscheidung am Grünen Tisch“, sagte er. Zeitlich sieht er keine Schwierigkeit eine solche Partie abzuhalten. „Die zweite Pokalrunde ist ja auch erst im Oktober oder November und so viele englische Wochen gibt es jetzt auch nicht.“

Leipzig bietet Wiederholungsspiel an

Die Leipziger waren am Montagabend sehr schnell aus der Osnatel-Arena abgefahren. Die Vorfälle nach dem Feuerzeugwurf beschreibt Leipzigs Trainer so: „Wir sind wie alle anderen auch in die Kabine gegangen und haben mit der Mannschaft so gesprochen, als wenn die Partie fortgesetzt worden würde.“ Dann sei „die dringende Empfehlung der örtlichen Polizeibehörden“ gekommen, abzufahren bevor die Zuschauer informiert worden wären.

Beworfen und bespuckt

Rangnick, der eine ähniche Situation bereits zu Beginn seiner zweiten Amtszeit als Schalke-Trainer beim Spiel in St. Pauli erlebt hatte, hob noch einmal die aus seiner Sicht „aufgeheizte Atmopshäre“ im Stadion hervor. „Klar ist, dass es keine Tat eines Einzelnen war“, sagte er: „Wurfgeschosse wurden gestern das gesamte Spiel über geworfen. Unsere Spieler wurden mit Bierbechern beworfen, unser Athletiktrainer wurde bespuckt.“ Er wies darauf hin, dass solche Sachen „nicht nur gegen uns passieren, sondern auch, wenn sogenannte Tradionsvereine gegeneinander spielen“ und betonte: „Ich hätte gestern mit Frau, Kind und Familie in dem Stadion gar nicht gewusst, wo ich hätte sitzen oder stehen können, um mich halbwegs sicher zu fühlen.“

So reagierten die Fans

„Das schürt ein bisschen den Hass“

Auch Kapitän Kaiser erklärte: „Wir sind bespuckt worden. Die Stimmung war extrem aufgeheizt.“ Aus seiner Sicht hätten einige VfL-Spieler „provoziert und versucht, die Fans noch weiter anzustacheln.“ Kurz vor dem Feuerzeugwurf hatte unter anderen der Osnabrücker Auswechselspieler Michael Hohnstedt Leipziges Davie Selke verbal provoziert. „Da waren sicher die Ergänzungsspieler von Osnabrück schon auch daran beteiligt“, meinte Kaiser und fügte an: „Das schürt natürlich schon auch ein bisschen Hass.“ Kaiser monierte zudem die „ruppige Spielweise“ der Osnabrücker.

„Nachrichtensperre“ für VfL-Spieler

Diese war allerdings auch von den Leipzigern praktiziert worden. Schon in der ersten Halbzeit war RB-Spieler Atinc Nukan von Rangnick nach einem Foul an Addy Menga ausgewechselt worden. Zuvor hatte er bereits Gelb gesehen. VfL-

Präsident Hermann Queckenstedt hatte noch am Abend die vor dem Feuerzeugwurf die überwiegend positive „Pokalstimmung“ im Stadion hervorgehoben und betont: „Schade, dass dieses Bild durch dieses Ereignis so zerstört worden ist.“

Die Osnabrücker Spieler durften sich am Tag nach dem Spielabbruch nicht äußern. Der Verein erließ einen „Maulkorb“. Marcos Alvarez, der das Feuerzeug gefangen hatte, nachdem es vom Kopf des Schiedsrichters abgeprallt war, erklärte auf Anfrage: „Wir haben erst einmal Nachrichtensperre“.


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