Spielabbruch beim VfL Osnabrück Reaktionen der VfL-Fans: „Wort Ostkurve aus Hymne streichen“

Von Johannes Zenker


Osnabrück. Nach dem Wurf eines Feuerzeuges, das Schiedsrichter Martin Petersen traf, wurde das DFB-Pokal-Spiel zwischen VfL Osnabrück und RB Leipzig abgebrochen. So äußerten sich Fans beider Vereine unmittelbar nach der Partie.

„Das ist einfach nur traurig“, sagte Michael Schmidt. Er stand nach der Partie mit seiner Frau hinter der Nordtribüne: „Ich hatte in den Minuten vor dem Abbruch sogar das Gefühl, dass der VfL das Spiel in der Hand hatte. Es hätte so ein tolles Fest werden können.“

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„Das ist typisch VfL“

Die Ereignisse, die zum Spielabbruch führten, beschrieb er folgendermaßen: „Ich verurteile den Wurf von Gegenständen, aber der Hergang war eine Verkettung unglücklicher Umstände, und damit irgendwie typisch VfL: Erst geht das Netz kaputt, und dann fliegt ausgerechnet durch diese Lücke ein Feuerzeug und trifft auch noch jemanden.“ Dass der Unparteiische das Spiel abgebrochen hat, verstand Schmidt vollkommen.

Seine Frau Rita dagegen äußerte weniger Verständnis: „Im Relegationsspiel Düsseldorf gegen Berlin sind vor ein paar Jahren vorzeitig Menschenmassen auf den Platz gestürmt. Das war für mich schlimmer, und damals wurde die Partie nicht abgebrochen.“

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„Wort Ostkurve aus Hymne streichen“

„Ich finde, wir sollten das Wort Ostkurve aus der Hymne streichen“, sagte der langjährige VfL-Fan Lothar. „‘Wir die Fans aus der Ostkurve‘ kann ich im Moment einfach nicht mehr hören. Was diese Chaoten dem Verein regelmäßig an Imageschäden und Geldstrafen aufbürden, ist unglaublich. Von den besten Fans der Liga kann leider keine Rede mehr sein. Vor allem, dass Täter in der Regel geschützt werden, verstehe ich nicht.“ (Weiterlesen: Ein Chaot zerstört den Traum einer ganzen Region)

Kritik an VfL und Sicherheitskräften

Seine Kritik richtete sich aber auch gegen den VfL und die Sicherheitskräfte: „Das Netz hätte man sicherlich besser reparieren können. Professionell wirkte das nicht.“ Schlimm seien die Ereignisse vor allem, weil der VfL die bessere Mannschaft gewesen sei, bedauerte Lothar: „Die hätten das Spiel gewonnen. Zudem herrschte die beste Stimmung seit Langem. Es ist schade, dass dies zunichte gemacht wurde.“ Weiterlesen: Spielabbruch VfL Osnabrück - RB Leipzig: Reaktionen im Netz

„Kein Einzeltäter“

Auch Thomas Engelmann war fassungslos: „Ich hoffe, dass der Täter schnell ermittelt wird und der Verein Schadenersatz fordern kann. Aber man muss fairerweise auch sagen, dass mehrere Gegenstände geflogen sind. Um einen Einzeltäter handelt es sich eigentlich also nicht.“ Weiterlesen: Spielabbruch nach Feuerzeugwurf – VfL-Präsident entsetzt >>

„Es hätte auch einen VfL-Spieler treffen können“

Nils Lingemann machte seinem Ärger später online Luft: „Das Spiel hätte in die Geschichte eingehen können. Vielleicht ist es das sogar, nur nicht im positiven Sinne. 20 Minuten wären es noch gewesen, um in die nächste Runde einzuziehen. Es ist eine Schande, dass so etwas von mehreren Personen kaputtgemacht wird, die mit so einer dämlichen und unüberlegten Aktion ihrem eigenen Verein schaden.“ Auch Lingemann kritisiert sämtliche Personen, die Gegenstände geworfen haben: „Nicht nur die Person, die das Feuerzeug geworfen hat, soll sich richtig schämen und eine saftige Strafe bekommen. Auch die anderen ‚Fans‘, die Gegenstände auf das Spielfeld geworfen haben, sollen sich von der Scham eine gehörige Scheibe abschneiden. Die Gegenstände hätten jeden treffen können, auch eigene Spieler und Sicherheitskräfte. So etwas hat nichts mit dem Fußball zu tun, den man sehen will, wenn man ins Stadion geht, den Fernseher anmacht oder mit dem Trikot vor dem Liveticker sitzt.“

Leipzig-Fan: „Selbst schuld“

„Selbst schuld“, sagte Torsten Krutzger aus Leipzig, „fußballerisch war Osnabrück die bessere Mannschaft, das muss man neidlos anerkennen“. Der RB-Fan hatte mit seiner Frau und beiden Söhnen den Urlaub in Wilhelmshaven unterbrochen, um sich das Pokalspiel in Osnabrück anzuschauen. „Solche Personen sind eine Schande für den Fußball. Das hat mit Sport nichts zu tun“, sagte er über den Werfer. Krutzger und seine Familie unterstützen RB Leipzig seit der Gründung: „Wir wollen einfach nur friedlich als Familie Fußball gucken. Das war früher in Leipzig nicht möglich.“ Er wartete mit seiner Familie vor dem Gästeblock darauf, zum Auto gehen zu können: „Hier war bisher alles friedlich.“