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10.08.2015, 23:30 Uhr DFB-POKAL

Pokal-Abbruch: Ein Chaot zerstört den Traum einer ganzen Region

Ein Kommentar von Benjamin Kraus


Der Schiedsrichter wurde am Kopf getroffen. Foto: Helmut KemmeDer Schiedsrichter wurde am Kopf getroffen. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Es war alles bereitet für einen dieser legendären Pokalabende an der Bremer Brücke – dieser aber endete in einem Skandal und ließ über 10000 friedliche Fußballfans fassungslos zurück. Die Tat eines einzigen Chaoten beendete jäh den Traum einer aufopferungsvoll kämpfenden Elf, einer ganzen Region, die Übermannschaft RB Leipzig im fairen Wettstreit zu besiegen. Ein Traum, der ganz kurz davor stand, Realität zu werden.

Der Feuerzeug-Werfer hat die Gesundheit aller Akteure auf dem Platz bewusst gefährdet: nicht nur die des getroffenen Referees, der mit gutem Recht die Partie abbrach. Sondern auch die der Spieler. Seine Tat ist durch nichts zu rechtfertigen und hat genau jenem Verein den größten denkbaren Schaden zugefügt, den er vorgibt, zu unterstützen.

Auch wenn Jürgen Wehlend spontan 500000 Euro in den Raum stellte, die der VfL vielleicht abschreiben kann: Dieser Vorfall kostet nicht nur Geld. Viel schwerwiegender ist der Imageschaden für den VfL, der die riesige Chance hatte, als Traditionsverein auf der großen deutschen Fußballbühne weitere Sympathiepunkte zu sammeln. Stattdessen bleibt ein Skandal an den Lila-Weißen haften, für den ausgerechnet einer verantwortlich zeichnet, der in der Ostkurve stand.

Daran ist keinesfalls die überwältigende Mehrheit der friedlichen und am Ende fassungslosen Fans schuld. Die müssen nun die Suppe auslöffeln, die der Chaot dem VfL eingebrockt hat. Die Hoffnung, die der VfL haben darf, ist, dass das möglich ist. Es ist jetzt Zeit für einen Schulterschluss. Zwischen all denjenigen, die sich zu friedlichem Fußball beim VfL bekennen – gerne stimmungsvoll, aber ohne gewalttätige Ausfälle. Auch und gerade in der Kurve.


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