zuletzt aktualisiert vor

„Definitiv nicht nur ein Einzeltäter“ Nach Abbruch: RB Leipzig bietet Wiederholungsspiel an

Meine Nachrichten

Um das Thema VFL Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. RB Leipzig wäre bereit, die abgebrochene Erstrunden-Partie im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück erneut auszutragen. „Wir verurteilen die unsportlichen Taten aufs Schärfste. Dennoch bieten wir ein Wiederholungsspiel an“, sagte Trainer Ralf Rangnick. Beim VfL herrscht noch immer großes Entsetzen.

Die Blicke im Kabinengang gingen nur in eine Richtung. Alle Beteiligten hatten sich vor der Tür versammelt, hinter der sich Schiedsrichter Martin Petersen mit seinen Assistenten befand. Abbruch? „Abbruch“, sagte ein Offizieller des Deutschen Fußball-Bundes. Es war besiegelt.

„Wir hatten gehofft, dass der vierte Offizielle übernehmen kann, aber wir müssen die Entscheidung akzeptieren“, sagte VfL-Trainer Maik Walpurgis später. Es fiel ihm sichtlich schwer.

Auch den anderen Beteiligten war das Entsetzen in die Gesichter geschrieben. „In der Kabine sind alle enttäuscht und sehr sauer“, sagte Nico Feldhahn. Dass ein einzelner „Chaot“ ihnen den möglicherweise schönen Lohn ihrer Arbeit kaputtgemacht hat, sorgte für großes Entsetzen. „Jetzt liegt der Fokus nicht auf den 70 Minuten hervorragendem Fußball, den wir gespielt haben, sondern auf dieser einen Untat eines Chaoten, die uns alles kaputt gemacht hat“, ärgerte sich Walpurgis. Auch die Spieler waren sauer auf den Werfer: „Ich hoffe, dass er zumindest Gewissensbisse hat“ , betonte Halil Savran.

Ralf Rangnick bietet Wiederholungsspiel an

Als er die Worte sprach, waren die Leipziger längst im Bus. Äußern wollten sich weder Trainer noch Spieler. „Kein Kommentar“, sagte auch RB-Vorstandsmitglied Ulrich Wolter. Am Dienstagmorgen teilte RB Leipzig dann mit, bereit zu sein, die abgebrochene Partie erneut auszutragen. „Wir verurteilen die unsportlichen und unfairen Taten aufs Schärfste. Dennoch bieten wir ein Wiederholungsspiel an“, wird RB Leipzigs Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick auf der Homepage des Fußball-Zweitligisten zitiert.

„Das ganze Spiel über flogen Feuerzeuge, Trinkbecher und andere Wurfgegenstände“

Rangnick sagte aber auch darüber hinaus: „Das ganze Spiel über flogen Feuerzeuge, Trinkbecher und andere Wurfgegenstände in Richtung unserer Spieler sowie unserer Auswechselspieler, die sich gerade warmliefen.“ Es sei demnach definitiv nicht nur ein Einzeltäter gewesen, dessen Handeln später zu dem für alle Seiten bedauerlichen Spielabbruch geführt habe. Der RB-Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff sagte: „Wir wollen und werden solchen Chaoten im Fußball keine Plattform bieten, in diesen Sport negativ einzugreifen oder ihn sogar zu bestimmen.“

Nach dem Spielabbruch hatten die Gäste ihre Sachen gepackt und waren abgefahren – einige hatten noch nicht einmal geduscht. (Hier gibt es dem Liveticker zum Nachlesen)

Der Bus sollte schnell weg

Die Polizei hatte allerdings auch darauf gedrängt. „Wir wollten ihn so schnell wie möglich da raushaben“, erklärte Bruno Richter, Sicherheitsbeauftragter des VfL. Der Bus sollte weg, bevor die Nachricht von der Spielunterbrechung bekannt gemacht wurde und die Fans aus dem Stadion stürmten. Die Abfahrt wäre sonst möglicherweise komplizierter geworden. So lief die Abfahrt relativ ruhig ab. Nur ein Krakeeler, der den Bus der Gästemannschaft mit ein paar Beschimpfungen bedachte.

Schiedsrichter im Krankenwagen

Kurz darauf fuhr auch der Schiedsrichter ab. In Badelatschen war er aus dem Stadion gekommen. Eine Platzwunde war nicht zu erkennen. Dennoch betrat er gemeinsam mit einem seiner Assistenten einen Krankenwagen. Der Kopf, an dem ihm ein Feuerzeug getroffen hatte, sollte offenbar untersucht werden. „Wir hoffen, es geht ihm gut“, sagte Walpurgis: „Gesundheit geht vor. Es tut mir sehr leid für den Schiedsrichter.“ VfL-Präsident Hermann Queckenstedt hatte noch versucht, sich bei diesem zu entschuldigen, musste dann aber die Nachricht vom Abbruch überbringen.

Video: VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend äußert sich zum Spielabbruch

Im Kabinengang blieben entsetzte VfLer zurück. „Wir hoffen, dass das Spiel wiederholt wird. Für den Fußball wäre es die beste und fairste Lösung“, glaubt Walpurgis. Ob es tatsächlich so kommt oder der VfL am Grünen Tisch verliert? In vielen Gesichtern war mehr Skepsis als Hoffnung zu erkennen. Bereits am Freitag wird die nächste Runde ausgelost. „Über die Spielwertung wird das DFB-Sportgericht entscheiden. Daneben geht es um die sportrechtliche Sanktion gegen den Verein, dem der Vorfall zuzurechnen ist“ , teilte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker mit.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN