Knapp über 4000 Saisontickets VfL Osnabrück verkauft weniger Dauerkarten als im Vorjahr

Von Benjamin Kraus

Gibt es einen weiteren Dauerkarten-Absatz nach einem Pokalsieg?. Foto: Jörn MartensGibt es einen weiteren Dauerkarten-Absatz nach einem Pokalsieg?. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Der VfL Osnabrück hat für die aktuelle Saison knapp über 4000 Dauerkarten verkauft. Das gab der Fußball-Drittligist am Freitagmittag bekannt. Damit hat der VfL etwa 500 Tickets weniger als im Vorjahr abgesetzt.

Für die Stehplatzbereiche West, Ost und Nord-Ost („Affenfelsen“) sind rund 1900 Dauerkarten verkauft worden, für die Sitzplatzbereiche Nord und Süd haben sich bislang 2100 Fans für einen Stammplatz in der osnatel-Arena entschieden, teilte der Verein mit, nachdem er nach dem ersten Heimspiel am Wochenende gegen die Stuttgarter Kickers in dieser Woche Bilanz bezüglich der diesjährigen Verkaufszahlen gezogen hatte. Die unter der Amtszeit von Präsident Christian Kröger verkauften Retterkarten auf Lebenszeit (etwa 300 Stück), deren Erlöse zur Sicherung der Lizenz im Sommer 2013 benötigt wurden, sind Bestandteil dieser 4000 Saisonabos - sie waren auch zuletzt in den betreffenden Kalkulationen des Vereins enthalten. In den fünf Spielzeiten in der Dritten Liga seit dem Abstieg im Sommer 2011 hat sich die Zahl der verkauften Dauerkarten vom Ausgangswert 5400 somit weiter reduziert. Im Frühsommer hatte man beim VfL noch gehofft, den Absatz der Saisonabos wieder in Richtung der 5000 steigern zu können.

„Noch ist es uns nicht gelungen, mindestens die rund 4500 Dauerkarten aus dem Vorjahr zu erreichen. Zu nachhaltig wirkt die Negativserie der Rückrunde 2014/15. Zu verhalten war auch unser Start in die neue Saison, auch wenn wir sportlich vieles von dem umsetzen konnten, was wir uns vorgenommen haben“, erklärte VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend die aktuellen Verkaufszahlen.

Auch die Qualifikation für den DFB-Pokal hat aus Sicht des Vereins zunächst nicht den gewünschten Effekt auf den Verkauf der Saisontickets erzielt. Ein attraktiver Erstligist oder eine sportlich realistisch erscheinende Aufgabe als Erstrunden-Gegner hätten den Verkauf hierbei mehr ankurbeln können, vermutet man beim VfL. „Nachdem wir bei der Auslosung im DFB-Pokal zunächst kein Glück hatten, hoffen wir trotz Urlaubszeit, Badesaison und Grillwetter auf möglichst viele Zuschauer am Montagabend und damit auf eine ähnlich emotionale und attraktive Pokal-Begegnung wie im September 2013 in der Liga “, sagte Wehlend vor dem Duell mit dem ambitionierten Zweitligisten am Montagabend (18.30 Uhr).

In einem denkwürdigen Spiel hatte der VfL damals aus einem 1:2-Rückstand einen 3:2-Sieg gemacht - mithilfe eines fantastischen Publikums, das den VfL nach vorne gepeitscht hatte und für die berühmte Stimmung an der Bremer Brücke unter Flutlicht gesorgt hat . „Diesen Erfolg wollen wir gerne wiederholen. Vermeintlich haben wir gegen die Top-Mannschaft von Ralf Rangnick keine Chance, aber genau die wollen wir gemeinsam mit unseren Anhängern nutzen“, sagte Wehlend.

Denn der Geschäftsführer weiß, dass der Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals nicht nur eine weitere garantierte, nicht unerhebliche Einzel-Einnahme bringt, sondern auch die Verkaufszahlen der Saisonabos noch einmal ankurbeln könnte: Immerhin garantiert eine Dauerkarte für den Käufer ein Vorkaufsrecht auf potenziell weitere Pokalspiele. „Mit der gespannten Vorfreude auf die Auslosung am 14. August und einem attraktiven Angebot bestünde dann die Möglichkeit, die Zahl von bisher 4000 verkauften Dauerkarten nochmal zu erhöhen,“ deutet Wehlend an, dass sich der Verein für diesen Fall Gedanken gemacht hat.

„Es geht am Montag aber nicht nur um den DFB-Pokal und das mit den Dauerkarten verbundene Vorkaufrecht für die nächste Runde. Es geht auch um die Ehre und den Stolz eines Traditionsvereins, der in ganz Deutschland viele, viele Sympathisanten hat, die uns am Montagabend die Daumen drücken werden.“, sagte Wehlend.

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