Partie erstmals Hochrisikospiel VfL Osnabrück: Münster-Derby ohne Gästefans?

Meine Nachrichten

Um das Thema VfL Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Ein Bild aus der Vergangenheit? Fans des SC Preußen Münster beim Derby in Osnabrück im Herbst 2013. Foto: imago/Joachim SielskiEin Bild aus der Vergangenheit? Fans des SC Preußen Münster beim Derby in Osnabrück im Herbst 2013. Foto: imago/Joachim Sielski

Osnabrück. Mit der Terminierung durch den DFB ist nicht mehr am Datum zu rütteln: Das Derby des VfL Osnabrück gegen Preußen Münster wird an einem Mittwochabend ausgetragen. Mit der Ansetzung am 23. September (18 Uhr) ist VfL-Geschäftsführer nach wie vor nicht glücklich: „So ein Termin ist ungünstig“, sagt Wehlend angesichts der Derby-Erfahrungen in den Vorjahren. Um Ärger zu vermeiden, könnte das Spiel ohne Preußen-Fans ausgetragen werden.

„Das ist eine der Optionen“, sagt Wehlend, für den der komplette Ausschluss von Gästefans ein „Extremfall“ wäre. „Das ist keine Entscheidung, die du als Verein alleine fällst“, sagt der Geschäftsführer. Die Sicherheitsbehörden, der DFB und auch der Gastverein dürften ihre Sicht der Dinge in die Beratungen einbringen wollen. Unter anderem wird es um die Frage gehen: Wie reagiert man auf Münsteraner, die gegebenenfalls ohne Tickets nach Osnabrück reisen und gar kein Interesse am sportlichen Vergleich haben, sondern auf Anderes aus sind?

Spiel nicht den „Störern“ opfern

„Auf jeden Fall wollen wir ein sicheres und familienfreundliches Event bieten , und wir sind nicht bereit, es Störern zu opfern“, sagt Wehlend und kündigt „geeignete und konsequente“ Maßnahmen an, die die Sicherheit gewährleisten sollen.

Personalisierte Tickets, eine kontrollierte Anreise der Gästefans oder reduzierte Kartenkontingente sind Alternativen. „Wir sind derzeit noch in der Prüfung“, sagt Wehlend, aber der „Extremfall“ ist nicht mehr ausgeschlossen. Das liegt auch an der Kategorie des Derbys als „Hochrisikospiel“. Diese Einstufung „hatten wir noch nicht“, sagt Wehlend.

Über 75 Verletzte seit 2011

Die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren haben die Vorfreude auf das Derby von Saison zu Saison sinken lassen. Der Sprengkörperwurf (2011/12) , ein versuchter Blocksturm der Münsteraner (13/14) und 30 Verletzte durch Pyrotechnik im Gästeblock (2014/15) überschatten das attraktivste Duell der Saison. „Seit 2011 hatten wir mehr als 75 Verletzte, allein in Osnabrück“, sagt Wehlend. Das sei nicht akzeptabel. In erster Linie gehe es darum, „den Heimfans ein attraktives Spiel anzubieten“.

Gut möglich, dass bei einem Ausschluss der Gästefans auch der VfL im Rückspiel ohne eigenen Anhang auskommen muss. Die Rekordstrafe aus der vergangenen Saison ist dabei noch nicht vergessen: „Wir haben in der vergangenen Saison fast 20000 Euro an Strafen gezahlt. Das ist eine deutliche Steigerung zur Vorsaison, und 14000 Euro davon entfielen nur auf das Spiel in Münster.“

Risikospiele auch gegen Rostock und Kiel

Nicht nur im Fall des Derbys gibt es noch einigen Klärungsbedarf. Auch die Sicherheits-Einordnung anderer Partien ist noch nicht abgeschlossen, nicht einmal die sogenannten Gelb-Spiele mit mittlerem Risiko sind definiert, auch wenn sie mit der Sperrung der Oststraße auch für lila-weiße Anhänger in der Westkurve Auswirkungen haben. „Die Sicherheitsträger behalten sich vor, die Risiken während der Saison zu bewerten“, sagt Wehlend. Je nach Atmosphäre beim Hinspiel wird dann einsortiert. Das gleiche gilt bei den Risikospielen: Hinter Halle, Magdeburg und Dresden stehen noch Fragezeichen, die Partien gegen Hansa Rostock und Holstein Kiel sind bereits als solche eingeordnet.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN