Seinsch-Pläne wohl gescheitert Stadionpläne in Münster ein Luftschloss

Von Alexander Heflik

Das Stadion des SC Preußen Münster an der Hammer Straße. Foto: imago/SchwörerDas Stadion des SC Preußen Münster an der Hammer Straße. Foto: imago/Schwörer

Münster. Vor gut drei Wochen war die Idee von Walther Seinsch klar: Eine von ihm mitgetragene Stiftung bringt 20 Millionen Euro, mit Hilfe einer Finanzierung der Stadt Münster im infrastrukturellen Bereich wird das Preußenstadion ausgebaut, die letzte Baustufe würde der Arena sogar Erstliga-Tauglichkeit bescheren.

Der Verein SC Preußen würde mit seinen jährlichen Mietzahlungen den Stitftungszweck erfüllen, sprich die Finanzierung von sozialen Projekten in den Mannschaftssportarten des Kreises Münster. Seinschs Vision hatte etwas, war er der „weiße Ritter“, der den Bau einer hochmodernen Arena ermöglicht?

Seit Montag ist klar, dass dem 73 Jahre alten gebürtigen Bonner und Wahl-Münsteraner seine Idee ausgetrieben wurde, weil diverse Aspekte nicht passen.

Erstligareifes Stadion an der Hammer Straße? Undenkbar für Oberbürgermeister Markus Lewe und die Verwaltung. Ein Ausbau auf 15 000, vielleicht 22 000 Plätze scheint möglich - mehr nicht, aufgrund der zu geringen zur Verfügung stehenden Fläche sowie der nahen Wohnbesiedlung, engen Zufahrtswegen und fehlenden Parkmöglichkeiten. Seinsch war da konsequent und winkte ab, ihm fehlt die Perspektive. Sowieso kommt der neue Bebauungsplan frühestens Mitte 2016, eigentlich ist das für Seinsch viel zu spät.

Erstligareifes Stadion an der Nieberdingstraße? Der Flächennutzungsplan an dem seit längeren in der Diskussion kursierenden Alternativstandort ist für eine Arena ausgewiesen, einen Bebauungsplan gibt es aber noch nicht. Noch schwieriger: Die Stiftungs-Millionen würden nicht ausreichen. Weitere 20 bis 30 Millionen Euro würden benötigt. Weiterer Haken an der Sache: Der Rat der Stadt Münster hat beschlossen, keinen Cent für ein Stadion an der Nieberdingstraße auszugeben.

Erstligareifes Stadion an einer anderen Stelle? Dafür gibt es keinen Plan.

Nach Montag steht wohl fest, dass sich die Stadt und auch der Club den Realitäten fügen, sprich die Stadion-Weiterentwicklung an der Hammer Straße wie geplant vorantreiben. Seinsch hatte bei seiner Präsentation „Stiftungsmodell Preußen-Stadion“ das berücksichtigt. Er sprach nur noch von Stiftungsmodell für „Mannschaften, Trainer und Sportstätten“. Die Debatten nach der Bekanntgabe seines Vorstellungstermins hatten bei ihm dazu geführt, immer weniger von dem eigentlichen Plan zu präsentieren.

Thomas Bäumer, der Aufsichtsrats-Vorsitzende des SC Preußen, stellte unter dem Eindruck der Veranstaltung klar: „Wir werden die Weiterentwicklung des Standortes an der Hammer Straße weiter unterstützen. Alles andere entspricht nicht den Realitäten. Oberbürgermeister Lewe hat das richtig dargestellt.“

Viele Kommunalpolitiker zeigten sich über das Ergebnis am Montag enttäuscht. SPD-Ratsfraktionschef Dr. Michael Jung nahm Oberbürgermeister Lewe in die Pflicht: Er solle der Öffentlichkeit Auskunft geben, seit wann er gewusst habe, „dass die Pläne in Münster gar nicht realisierbar sind“. Wenn sich Lewe im Vorfeld so klar geäußert hätte wie auf der Veranstaltung, „hätte man allen Seiten eine große Blamage ersparen können“, meint Jung. Der sportpolitische Sprecher der SPD, Philipp Hagemann, hält die Stiftungsidee zur Förderung benachteiligter Kinder gleichwohl für einen „ehrenhaften Ansatz“. Man habe mit Seinsch ein weiteres Gespräch vereinbart, um die Idee möglicherweise in Münster umzusetzen.

CDU-Ratsfraktionschef Stefan Weber erklärte: „Hoffentlich denkt Hoffnungsträger Walther Seinsch noch einmal darüber nach, ob er den Preußen entgegenkommen kann und sich seine Stiftungsidee für ein erneuertes Stadion an der Hammer Straße in bescheidenerem Umfang realisieren lässt.“