Berufung erfolglos Zu Blocksturm angestachelt: Bewährung für Münsteraner bleibt

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Vor dem Osnabrücker Landgericht wurden zwei Berufungsverfahren von Münsteranern verhandelt, die nach Vorfällen bei Fußballspielen zu Freiheitsstrafen verurteilt worden waren. Symbolfoto: Michael GründelVor dem Osnabrücker Landgericht wurden zwei Berufungsverfahren von Münsteranern verhandelt, die nach Vorfällen bei Fußballspielen zu Freiheitsstrafen verurteilt worden waren. Symbolfoto: Michael Gründel

spo/jka Osnabrück. Weil er beim Gastspiel von Preußen Münster in Osnabrück im Oktober 2013 zum Blocksturm angestachelt haben soll, muss ein heute 40-jähriger Münsteraner mit einer viermonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung leben. Vor dem Landgericht Osnabrück blieb seine Berufung ohne Erfolg.

Das Amtsgericht hatte den Münsteraner im Dezember 2014 wegen Landfriedensbruchs verurteilt. Beim Drittliga-Fußballspiel der Preußen in Osnabrück am 2. Oktober 2013 war vor dem Eingang zum Gästeblock der Osnatel-Arena eine sogenannte Vereinzelungsanlage aufgebaut, um die Kontrollen zu erleichtern. Der Verurteilte soll etwa eine halbe Stunde vor dem Anpfiff mit weiteren rund 100 Anhängern die Wellenbrecher durchbrochen haben und andere jenseits der Kontrolle angestachelt haben, die Sperre von Ordnern und Polizisten ebenfalls zu überrennen.

Der Angeklagte sei „weitgehend geständig“ gewesen, habe aber mit der Berufung ein geringeres Strafmaß erreichen wollen, sagte Richter Michael Hune, Sprecher am Osnabrücker Landgericht. Die Berufung sei ohne Erfolg geblieben, weil neben den Einlassungen des Angeklagten auch nach Ansicht der Polizeivideos „nicht viel zu deuteln“ gewesen sei am strafbaren Verhalten. Im Berufungsverfahren habe sich das Gericht nicht veranlasst gesehen, die Strafe zu reduzieren, sagte Hune. Eine Revision ist noch möglich.

Eine kleine Reduzierung seiner Strafe erreichte in einem weiteren Berufungsverfahren ein anderer Münsteraner – dieses Mal im Zusammenhang mit dem Sprengsatzwurf im September 2011. Im Februar dieses Jahres war der 27-Jährige wegen Nichtanzeigens einer geplanten Straftat vor dem Amtsgericht zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Er soll gewusst haben, dass Juri C. einen Sprengkörper werfen wollte, das aber gegenüber den Vereinen und der Polizei verheimlicht haben. Im Berufungsverfahren ging es nicht mehr um den Tatvorwurf, sondern um die Strafhöhe. Die Bewährungsstrafe wurde in eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen á 30 Euro umgewandelt. Das sei eine durchaus geläufige Option und angemessen, weil sich der Angeklagte seit dem Vorfall nichts habe zuschulden kommen lassen, sagte Hune.


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