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Profi-Angebot auch für Taskesen Talente auf dem Sprung: Jugendstil beim VfL Osnabrück

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Osnabrück. Der VfL Osnabrück will die Förderung eigener Talente aus dem Nachwuchsleistungszentrum forcieren und die Voraussetzungen schaffen, dass mehr Eigengewächse sich einen festen Platz im Kader erarbeiten können. „Wir dürfen uns nicht mit Worten begnügen, sondern müssen danach handeln“, sagt Geschäftsführer Jürgen Wehlend.

Mindestens sechs U-23-Spieler sollen – ausgestattet mit einem Profivertrag – zum 24-köpfigen Kader gehören. Und zwar nicht nur, um die Quote zu erfüllen, die mit der U-23-Regel vorgegeben ist: Vier Spieler, die zu Beginn der Saison noch nicht 23 Jahre alt waren, müssen bei jeder Partie auf dem Spielberichtsbogen stehen, also zum 18-köpfigen Spielkader gehören. In der abgelaufenen Saison wurde die Quote oft nur erfüllt, indem U-23-Torwart Bernd Düker auf die Reservebank rückte und den etatmäßigen Vertreter der Nummer 1 auf die Tribüne verdrängte.

Wehlend: Wir suchen bei den Bundesligisten

Aus dem letztjährigen Aufgebot ist nur ein U-23-Spieler an Bord: Maik Odenthal. Dazu kommt nun Pascal Richter, der aus der A-Junioren-Mannschaft von Bayer Leverkusen zum VfL zurückkehrt. Er passt ins Beuteschema der Osnabrücker, die sich nicht nur im eigenen NLZ umsehen. „Wir suchen ganz konkret bei den Bundesligisten, die ihre U23 abgemeldet haben“, sagt Wehlend.

Doch vor allem will der VfL verstärkt eigene Talente fördern. Der derzeit noch verletzte U-19-Innenverteidiger Nicolas Eiter, der seit der Winterpause regelmäßig mit den Profis trainierte und zu zwei Kurzeinsätzen kam, hat bereits einen Profivertrag unterschrieben. Dem herausragenden Offensivspieler der U21, Deniz Taskesen, liegt ein konkretes Angebot für einen Profivertrag vor.

In der gut fünfwöchigen Vorbereitungsphase sollen weitere VfL-Talente das komplette Programm absolvieren, um sich für einen Platz im Kader zu empfehlen. Kamer Krasniqi, Finn-Tarik Bode oder Malik Urner gehören zu den Kandidaten, anderen können es noch werden.

Wasser auf die Mühlen von Enochs und Co.

Stark für die Nachwuchsförderung macht sich auch Geschäftsführer Wehlend. „Für die Identität des VfL ist es von großer Bedeutung, dass wir auf diese Weise Zeichen setzen. Abgesehen davon ist es auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit, alles dafür zu tun, dass eigene Talente durchkommen.“

Das ist Wasser auf die Mühlen der drei Ex-Profis, die im Nachwuchsleistungszentrum sowohl an Konzepten und Ideen basteln als auch praktische Trainingsarbeit leisten. Joe Enochs, seit 2014 nach zehnmonatiger Ausbildung im Besitz des Fußballlehrer-Diploms, hat als NLZ-Chef A-Lizenz-Inhaber Alexander Ukrow und Daniel Thioune an seiner Seite. Ukrow hat die NLZ-Organisationsleitung vom ausgeschiedenen Uwe Freudenberg übernommen und gibt deshalb das Traineramt bei der U21 an Marko Tredup ab.

Das Oberliga-Team bleibt erhalten, es ist integraler Bestandteil des Konzepts, wie Ukrow betont: „Alle U-19-Spieler mit Perspektive können sich dort entwickeln und parallel dazu ihre Ausbildung absolvieren.“ Auf diesem Weg kam beispielsweise Timo Beermann 2011/12 in den Profikader. Bevor ihn Trainer Uwe Fuchs damals zur Überraschung vieler entdeckte, waren die Weichen schon für eine Ausleihe an den SV Meppen gestellt.

Lesen Sie, wie der VfL 2011 unter Uwe Fuchs schon einmal auf den eigenen Nachwuchs setzen wollte.

Thioune: Talente brauchen Zeit und Geduld

„So ist das mit Talenten: Sie kommen über Umwege, sie brauchen Zeit und Geduld“, sagt Daniel Thioune, der gerade mit den B-Junioren den Landespokal gewonnen und die Rückkehr in die Bundesliga geschafft hat. Für den Exprofi, der mit 18 noch in der Kreisliga spielte und sich nach oben durchboxen musste, zählen nicht allein die Titel: „Wir wollen, dass immer wieder mal einer den Sprung nach oben schafft.“

An diesem Montag ist der 40-jährige Exprofi dabei, wenn in Hennef an der Hennes-Weisweiler-Akdemie der Fußballlehrer-Lehrgang 2015/16 beginnt. Beim VfL wird Thioune nicht nur weiter die B-Junioren begleiten, von denen einige der auffälligsten Talente durch Förderverträge an den VfL gebunden sind, sondern sich auch um den Grundlagenbereich kümmern. Die Suche nach Talenten hat sich noch weiter vorverlagert, der VfL will mitziehen.

Die Konzepte stehen, qualifizierte Trainer stehen bereit. Die A-Junioren können und wollen es den B-Junioren nachmachen und in die Bundesliga zurückkehren.

Und das Publikum will endlich mal wieder einem Talent aus dem eigenen Nachwuchs zujubeln.

Vor 30 Jahren stieg der VfL Osnabrück mit einer Mannschaft, in der viele eigene Talente standen, ein Jahr nach dem Abstieg wieder in die 2. Bundesliga auf. Ralf Heskamp war einer der Youngster – so erinnerte er sich 2010 an diese aufregende Saison.


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