Neun Gegenstimmen Rat stimmt zu: Schuldenschnitt mit Auflagen für VfL

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Das Rathaus Osnabrück. Foto: Michael GründelDas Rathaus Osnabrück. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Der Rat der Stadt Osnabrück hat am Dienstagabend zugestimmt, dem VfL Osnabrück einen Forderungsverzicht über 5,1 Millionen Euro gegen Besserungsschein zu ermöglichen, sofern die weiteren Gläubiger und Bürgen diesem Schritt ebenfalls mitgehen. Mit allen Stimmen der CDU und großen Teilen der SPD und Grünen segnete der Rat die Vorlage der Verwaltung ab.

Insgesamt gab es bei 51 Abstimmungsberechtigten im Rat nur neun Gegenstimmen. Sie kamen aus den Reihen der UWG/Piraten, FDP und Die Linke (je 2 Stimmen) sowie weitere zwei aus den Reihen der Grünen und mit Heike Langanke eine SPD-Abgeordnet

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Durch den Beschluss des Stadtrates wird die Stadion KG des VfL auf langfristige Sicht saniert und muss vorläufig keine Schulden mehr tilgen sowie Zinsen für geliehenes Geld zahlen. Damit sinkt das Insolvenzrisiko der Stadion KG, die im Insolvenzfall auch die Profifußball-KGaA und den Breitensport-e.V. mit in die Tiefe ziehen würde. Um einen endgültigen Schuldenschnitt handelt es sich nicht. Spielt der VfL eines Tages höherklassig oder erlöst Sondereinnahmen, müssen die Schulden der Stadion KG zurückgezahlt werden. Eine entsprechende Vereinbarung („Besserungsschein“) muss noch ausgehandelt werden.

Diese Verhandlungen sowie die Entscheidungen weiterer Gläubiger und Aufsichtsbehörden brauchen Zeit. Um die Stadion KG bis zu diesem Schritt zu stabilisieren, werden kurzfristig noch einmal Zins und Tilgung bis zum 30. Juni 2016 gestundet. Das gilt sowohl für das städtische Darlehn als auch für einen Kredit bei der Sparkasse, für den sich die Stadt verbürgt hat.

Auf die KGaA, in die der Profifußball ausgegliedert ist, hat die Entscheidung indirekt Auswirkung. Unabhängig vom Ratsbeschluss muss die KGaA ab dem Sommer wieder Pacht an die Stadion KG abführen und ihre Schulden abbauen, die sich zum 1. Juli 2015 auf 770000 Euro belaufen. Der Rat stimmt mit seinem Votum aber auch einer grundsätzlich niedrigeren Stadionpacht zu – bisher sind 450000 Euro pro Jahr festgeschrieben, die der KGaA Jahr für Jahr die Lizenzerlangung erschweren.

Der Breitensport-e.V. wird durch den Ratsbeschluss entschuldet, weil die Stadion KG auf Forderungen gegenüber dem Verein verzichtet.

Damit der Beschluss des Osnabrücker Stadtrates in Kraft tritt, ist es Voraussetzung, dass auch andere Gläubiger auf ihre Forderungen gegen die Stadion KG verzichten. jka

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