Die Stürmer des VfL im Interview Sembolo: Ich kann noch mehr – Alvarez: Danke für das Vertrauen


Osnabrück. Zwei Profis, die im bisherigen Saisonverlauf so gut wie keine Rolle spielten beim VfL Osnabrück, standen beim 1:1 gegen den MSV Duisburg überraschend in der Startelf – und danach im Mittelpunkt. Die Stürmer Francky Sembolo und Marcos Alvarez im Doppel-Interview.

Sie haben zur guten Gesamtleistung beigetragen. Haben Sie noch daran geglaubt, dass es klappt mit Ihnen und dem VfL?

Francky Sembolo: Ja, natürlich, denn ich habe mich im Training immer gezeigt und an mir gearbeitet. Ich weiß, was ich kann und habe das endlich mal zeigen können. Ich habe noch mehr drauf.

Marcos Alvarez: Ich habe mich immer wohl gefühlt in Osnabrück, aber ich denke, dass ich jetzt sportlich richtig angekommen bin in Osnabrück. Ich bin mit großen Erwartungen gekommen, war aber nach einer Knieverletzung hintendran. Es freut mich, dass ich das Vertrauen bekommen habe und es zurückzahlen konnte.

Mal ehrlich: Waren Sie sauer in der langen Phase, als sie kaum gespielt haben?

Sembolo: Ein Spieler mit einem gewissen Format ist natürlich sauer, wenn er lange nicht spielt und nur auf der Bank oder auf der Tribüne sitzt. Aber damit muss man professionell umgehen. Ich habe immer versucht, im Training alles zu geben. Ich bin ein positiver Mensch, habe immer versucht, mich zu zeigen und besser zu werden.

Alvarez: Natürlich, die Zeit war nicht einfach für mich, denn wenn du zwei vor Dir hast, die am laufenden Band treffen, dann ist es für einen Stürmer schwer. Und ich bin ja mit anderen Erwartungen hierher gekommen. Nach der Verletzung haben wir intensiv an den Rückständen gearbeitet; da habe ich gemerkt, dass mich die Trainer nach wie vor in Osnabrück wollten. Ich habe in der Winterpause Gas gegeben, habe meine Chance bekommen und genutzt.

Wie beurteilen Sie selbst Ihre Leistung?

Sembolo: Die Leistung der Mannschaft hat gepasst und meine auch, nach so einer langen Zeit ohne Startelf-Einsatz.Ich weiß, ich habe zwei große Chancen ausgelassen. Bei der ersten Szene nach dem Pass von Addy hätte ich den Ball direkt nehmen können. Ich habe noch darüber nachgedacht, als der Ball kam und mich entschieden, den Ball wegen des schlechten Platzes anzunehmen und unter Kontrolle zu bringen, um dann sicher zu sein. Das hat nicht geklappt, war auch ein bisschen Pech dabei. Bei der zweiten Chance habe ich es dann so gemacht, wie es ein Stürmer eigentlich machen muss: Drehen, schießen und nicht nachdenken. Aber leider hat er ihn gehalten. Ich habe versucht, von Anfang an richtig zur Sache zu gehen. Das gehört zu meinem Spiel, ich arbeite viel mit dem Körper und suche jeden Zweikampf mit vollem Einsatz. Ich habe die Flanke zum Tor gegeben, und bin insgesamt mit meiner Leistung zufrieden.

Alvarez: Die Rolle auf der rechten Seite im Mittelfeld habe ich nur ein-, zweimal in Stuttgart und nach der Einwechslung gegen Fortuna Köln gespielt. Es hat mir geholfen, dass mich Nico und David gut gecoacht haben. Wir wollten robust und entschlossen in die Zweikämpfe gehen, das ist gegen eine spielstarke Mannschaft einfach notwendig. Das ist gelungen, vor allem dank Francky, der gleich ein paar Pressschläge gewonnen hat. Daran habe ich mich orientiert. Ich freue mich sehr über mein Tor, das Addy und Francky super vorbereitet haben. Ich habe vielleicht auch gezeigt, dass ich ganz gute Ecken schlagen kann – in Stuttgart war ich der Mann für die Standards, das habe ich zuletzt extra noch im Training geübt.


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