VfL trauert um Torwartlegende Osnabrücker Nationalspieler Horst Borcherding verstorben

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Osnabrück. Er wird beim DFB als Nationalspieler geführt, sein Trainer war der spätere Weltmeister-Coach Helmut Schön – und die Fußballfreunde in Osnabrück nannten ihn gern „Schwarzer Panther“. Jetzt ist Horst Borcherding im Alter von 84 Jahren verstorben.

Anfangs stand er im Handballtor: Horst Borcherding war ein Naturtalent für den Job zwischen den Pfosten. Beim SV Eintracht Osnabrück vollzog er den Wechsel zum Fußball und war in den ersten Nachkriegsjahren an der unvergessenen Blüte des Klubs von der Brinkstraße beteiligt.

1950 schaffte die Eintracht sensationell den Sprung in die Oberliga, von 1947 bis 1963 die höchste Spielklasse in Deutschland. Borcherding machte sich landesweit einen Namen und wurde 1952 von Saar 05 Saabrücken angeworben.

Drei Mal in der Nationalelf

Auch in der Oberliga Südwest war der für seine Strafraumbeherrschung und seine Faustabwehren bekannte Schlussmann einer der besten seines Fachs. Das damals politisch eigenständige Saarland hatte eine Nationalmannschaft, in die Borcherding dreimal berufen wurde: Am 26. September 1954 beim 1:5 gegen Jugoslawien in Saarbrücken, am 1. Mai 1956 beim 1:1 gegen die Schweiz in Saarbrücken und am 6. Juni 1956 beim 2:3 gegen die Niederlande in Amsterdam. Trainer der Mannschaft war Helmut Schön, der später mit der deutschen Nationalelf Welt- und Europameister wurde. Borcherding wird seitdem als Nationalspieler in den Annalen des DFB geführt.

Wechsel zum VfL

1956 zog es den Vater von drei Söhnen nach Osnabrück zurück; nach wochenlangem Gezerre war er sein Wechsel zum VfL Osnabrück perfekt. Zwar kassierte Borcherding bei seinem Debüt auf dem Bremerhavener Zollinland-Platz fünf Treffer beim 0:5 gegen „93“, doch danach war er fünf Jahre lang ein starker Rückhalt des Teams, das dreimal hintereinander den dritten Platz in der Oberliga Nord belegte und 1958 den Nordpokal gewann.

Überragendes Spiel

Borcherding bestritt 140 Punktspiele für den VfL, doch sein größtes Match war ein Privatspiel, wie man damals Freundschaftsspartien nannte: 1961 gastierte der VfL bei Cardiff City, dem englischen Erstdivisionär aus Wales. Borcherding war der überragende Mann, mit seinen Paraden sicherte er dem VfL den viel beachteten 2:1-Sieg in einer Zeit, als Erfolge deutscher Klubs auf der Insel eine Seltenheit waren.

Horst Borcherding verbrachte seinen Lebensabend in Osnabrück und nahm Anteil an den sportlichen Aktivitäten seiner Söhne Peter, Ralf und Uwe. Er starb am Montag (9. Februar 2015).


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