Eskalation nach Abpfiff VfL-Osnabrück-Fans verletzten Ordnungskräfte und Polizisten


det Münster. Zumindest bis zur zweiten Halbzeit war es von Fanseiten ein vergleichsweise friedliches Derby zwischen den Fußball-Drittligisten Preußen Münster und VfL Osnabrück. Doch dann eskalierte kurz nach dem Abpfiff in der Osnabrücker Kurve die Situation.

Stadionbesucher im VfL-Fanbereich griffen nach einem Disput Ordnungskräfte an, die Polizei schritt mit Pfefferspray und Schlagstöcken ein. Ordner und Polizei wurden von einem aggressiven Teil der Osnabrücker Anhänger unter anderem mit einem gezündeten Bengalo, mindestens einer Holzlatte und einer Mülltonne beworfen.

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Mindestens zehn Ordner verletzt

Die traurige Zwischenbilanz dieser Ausschreitungen nach Abpfiff: Mindestens zehn Ordner und eine Polizistin wurden verletzt, die Polizistin war mit einer Flasche beworfen worden. Der Täter ist noch nicht bekannt. Wie schwer ihre Verletzung ist, war am frühen Samstagabend noch unklar. Michael Aschmann vom Fanprojekt des VfL Osnabrück sprach von 30 bis 40 verletzten VfL-Fans, die meisten unter ihnen hatten nach dem Pfeffersprayeinsatz Probleme mit den Augen. Zwei Personen wurden von den Beamten in Gewahrsam genommen. Insgesamt stellte die Polizei 19 Strafanzeigen gegen Heim- und Gästefans, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch. Die Polizei kündigte an, anhand des vorhandenen Videomaterials und mit Hilfe von Zeugen weitere Täter ermitteln zu wollen.

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Zuvor hatte sich ein weiterer Polizist beim Anmarsch von rund 700 Preußen-Fans von der Hammer Straße zum Stadion, als diese dreifach Pyrotechnik und zwei Nebeltöpfe abbrannten, leicht verletzt. Er wurde von Preußen-Anhängern mit einem Böller beworfen und erlitt ein Knalltrauma. Die Polizei hatte nach dieser Aktion vier Strafanzeigen gegen unbekannt gestellt. Die Polizei ermittelt auch wegen Beleidungen, mit denen die Preußen-Fans via Bannern die Gästefans provozierten.

Zudem brannten Fans beider Lager vor dem Anpfiff des Derbys Pyros ab. Die Münsteraner Fans zündeten zu Beginn der zweiten Hälfte ein zweites Mal. Es war nach den Auswärtsspielen in Rostock und Dresden das dritte Mal in dieser Saison, dass VfL-Fans Pyrotechnik gezündet haben.

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„Anreise verlief geschmeidig“

Nach der Sicherheitskonferenz, die zehn Minuten nach dem Anpfiff von Vertretern der Sicherheitskräfte, Vereine und Fans abgehalten wurde, hatte ein Münsteraner Polizist gegenüber unserer Zeitung noch gesagt: „Die Lage ist friedlich. Die Anreise und der Einlass der Osnabrücker Fans verliefen geschmeidig wie nie in den letzten Jahren.“ Bruno Richter, der Sicherheitsbeauftragte des VfL, hatte zu diesem Zeitpunkt gelobt: „Es ist bei den Fans gut angekommen, dass die Kontrollen beim Einlass so entspannt abliefen“.

Bahn-Rückreise ohne Zwischenfälle

Auch an beiden Bahnhöfen war die Anreise-Situation nach Angaben unter anderem von Aschmann „extrem entspannt“. Im engen Ausgangsbereich des Münsteraner Bahnhofs, der derzeit komplett umgebaut wird, habe es keine stressigen, negativen Situationen gegeben. Auch bei der Rückreise per Bahn gab es laut Bundespolizei keine weiteren Zwischenfälle. „Das Konzept der strikten Fantrennung außerhalb des Stadions hat sich auch heute bewährt“, resümierte Einsatzleiter Volker Wittenbreder.

VfL äußert sich am Sonntag

Der VfL Osnabrück will sich am Sonntag zu den Vorkommnissen nach dem Schlusspfiff äußern.

2100 Gästefans hatten Karten für das brisante Spiel im Preußenstadion erworben und waren unter anderem in sechs Fanbussen an- und abgereist. Wegen Problemen bei der Eingangskontrolle im Bereich der Münsteraner Zuschauer war das Drittliga-Derby mit 15 Minuten Verspätung angepfiffen worden.

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