Lob für selbstbewusstes Spiel Schmerzhafte Niederlage für einen starken VfL Osnabrück

Führungstor: Stanislav Iljutcenko (rechts) wird nach seinem Treffer von Massimo Ornatelli gefeiert. Foto: Helmut KemmeFührungstor: Stanislav Iljutcenko (rechts) wird nach seinem Treffer von Massimo Ornatelli gefeiert. Foto: Helmut Kemme

Dresden. Die sächsischen Journalisten, die permanent über Dynamo Dresden berichten, staunten nicht schlecht. Der allgemeine Tenor: „Wir haben in dieser Saison noch keinen so starken Gast hier erlebt.“

Trotz der 1:2-Niederlage zeigte der VfL Osnabrück eine seiner besten Saisonleistungen. Beim letzten Auftritt in der mächtigen Arena hatten sich die Lila-Weißen noch von der Kulisse beeindrucken lassen und das entscheidende Relegationsspiel erkennbar eingeschüchtert 0:2 am 28. Mai 2013 verloren.

19 Monate später präsentierte sich ein erkennbar selbstbewussterer VfL, der von Beginn an die Initiative ergriff und mit überzeugendem Zweikampfverhalten und kluger Raumaufteilung den Sachsen sein Spiel aufzwang. Geordnetes Angriffsspiel der Dynamos ließ der VfL nicht zu, mit frühem Pressing ließen die Osnabrücker den Gegner erst gar nicht in die Nähe ihres Tores kommen.

Der Zweitliga-Absteiger kam in der ersten Halbzeit zu keiner einzigen echten Tormöglichkeit . „Wir haben unseren Plan gut umgesetzt“, befand Mittelfeldakteur Christian Groß, der nach seiner Gelbsperre wieder im zentralen defensiven Mittelfeld wirkte und Anteil daran hatte, dass die Schwarz-Gelben vor der Pause von der einen in die andere Verlegenheit stolperten.

So lag der Führungstreffer des VfL förmlich in der Luft, schon nach einer Viertelstunde schien er für Addy Menga reserviert, doch sein Torschuss wurde regelwidrig von Dresdens Verteidiger David Vrzogic (siehe Bericht oben) zur Ecke abgewehrt.

Die defensiv disziplinierten und offensiv aufblühenden VfLer kamen fast folgerichtig zu ihrem Führungstreffer, den Menga im Stil eines Klassespielers vorbereitete und das Leder seinem Sturmpartner Stanislav Iljutcenko mundgerecht servierte (29.). Kein Zufallstor, sondern klasse herausgespielt.

Nach dem berechtigten Platzverweis für Tobias Willers (34.) schaffte es der VfL auch in Unterzahl, die Sachsen vor dem Halbzeitpfiff vom Tor fernzuhalten. Dass es nach der Pause anders werden würde, als Dynamo auf die mächtige und furchteinflößend lautstarke Fanwand zuspielen würde, war allen klar.

Es folgte eine Viertelstunde, in der die Gäste ihre Orientierung verloren. Beim Ausgleich durch Mittelfeldmann Marco Hartmann (51.) legte Nicolas Feldhahn unfreiwillig auf; der Distanzschuss krachte unhaltbar für Torwart Daniel Heuer Fernandes an die Unterkante der Latte und tropfte von dort aus über die Linie.

Vor dem 2:1 hielt der VfL-Torwart noch mehrfach das Remis, beim letztlich entscheidenden Treffer durch Eilers (61.) versuchte er bei einem abgefälschten Ball alles, war aber letztlich chancenlos. Sein Gegenüber Patrick Wiegers rettete gegen den wieder erstarkten VfL bei Chancen durch Groß (65.) und Feldhahn (84.) die schmeichelhafte Führung über die Zeit.


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