Keine Rückkehr mit leeren Händen? VfL will bei Dynamo Dresden zumindest einen Punkt

Auf Biegen und Brechen: Davide Grassi (r.) und Sylvano Comvalius im Hinspiel. Foto: Helmut KemmeAuf Biegen und Brechen: Davide Grassi (r.) und Sylvano Comvalius im Hinspiel. Foto: Helmut Kemme

Dresden. Nichts mit besinnlicher Stimmung, kein Gang über den Weihnachtsmarkt zwischen Frauenkirche und der Brühlschen Terrasse: Die Fußballer des VfL Osnabrück wollen sich ganz auf das letzte Spiel des Jahres konzentrieren und nicht mit leeren Händen aus Dresden zurückkehren. Abwehrrecke David Pisot spricht für seine Kollegen: „So eine lange Rückfahrt mit einer Niederlage ist einfach nur frustrierend. Deshalb wollen wir zumindest einen Punkt.“ Schwer genug gegen den punktgleichen Tabellennachbarn, der den VfL um 14 Uhr (live MDR) empfängt.

Wie hat VfL-Trainer Maik Walpurgis den Kader bestückt? Der Coach berief 19 Spieler, weil hinter dem Einsatz von Stefan Thee ein Fragezeichen steht. Der Rechtsaußen laboriert an einer Muskelverhärtung im Oberschenkel. Was möglicherweise damit zu tun hat, dass der VfL in den letzten Tagen mit Starkregen gelegentlich auf den Kunstrasenplatz ausweichen musste.

Welche Optionen hat der Coach? Sollte Thee nicht belastbar sein, würde Massimo Ornatelli wohl den offensiven Part auf der rechten Seite übernehmen, was eigentlich seine Standardrolle ist, aber er hat bekanntlich auch schon den Rechtsverteidiger gegeben. Voraussichtlich wird Pisot zum dritten Mal in Folge dann die Außenrolle übernehmen, zumal dort auch der bislang zehnmal erfolgreiche Justin Eilers aufzutauchen pflegt. Interessant dürfte sein, wie sich Walpurgis in Sachen Innenverteidigung verhält. Christian Groß hat seine Gelbsperre abgesessen und wurde zuletzt gegen Chemnitz von Sofien Chahed im defensiven Mittelfeld glänzend vertreten. Groß könnte auch für Davide Grassi in die Defensive rücken, der Italiener scheint nach seiner langwierigen Verletzung noch nicht wieder bei hundert Prozent zu sein. Aber möglicherweise könnten auch seine Routine und kopfballstarke in einem solch wichtigen und von vielen Emotionen geprägten Match Entscheidungshilfen für seinen Einsatz sein.

Wie gehen es die Dynamos an? Traditionell schert man sich zumindest öffentlich nicht groß um den Gegner. Es geht vielmehr um Selbstbefindlichkeiten , insbesondere Trainer Stefan Böger und Sportchef Minge scheinen sich gegenwärtig nicht besonders grün zu sein. Der „Kicker“ berichtet, dass es nach dem Spiel gegen den VfL eine Klausurtagung geben wird. Dann soll ausgelotet werden, ob es für beide noch eine gemeinsame Zukunft gibt. Böger, ein Trainer mit DFB-Hintergrund im Jugendbereich, und Minge, der sich bei Bayer Leverkusen profiliert hat, haben unterschiedliche Ansichten darüber, wie sich der Verein kurz- und mittelfristig positionieren soll.

Womit muss der VfL rechnen? Auf jeden Fall mit einer stimmungsvollen Kulisse, mit mindestens 20 000 Zuschauern wird gerechnet. „Aber das darf uns nicht irritieren – im Gegenteil, ein solches Ambiente sollte uns stimulieren. Das ist ein schöner Abschluss vor der Winterpause“, sagt Walpurgis. Er warnt vor gefährlichen Standards der Schwarz-Gelben und hoff, dass in dieser Beziehung seine Mannschaft aufmerksamer agiert als zuletzt in Rostock und Cottbus, wo eine 2:0-Führung nicht über die Zeit gerettet wurde.

Und wie geht‘s nun aus? Der VfL hält wacker dagegen und erreicht mit dem 1:1 einen gelungenen Jahresabschluss, der ihm alle Optionen lässt.


Samstag, 14Uhr: Dynamo Dresden - VfL Osnabrück (22. Spieltag)

Dynamo Dresden: 24 Wiegers – 7 Kreuzer, 5 Hefele, 18 j. Müller, 23 Vrzogic – 6 Hartmann, 21 Moll – 11 Eilers, 10 Dürholtz, 22 Tekerci – 19 Fetsch

VfL Osnabrück: 1 Heuer Fernandes – 5 Pisot, 24 Willers, 2 Grassi, 6 Dercho – 25 Groß, 19 Feldhahn – 7 Ornatelli, 18 Kandziora – 13 Menga, 14 Iljutcenko

In Reserve: 28 Lehmann, 4 Wagener, 15 Odenthal, 22 Chahed, 23 Hohnstedt, 26 Thee, 27 Falkenberg, 29 Alvarez. – Es fehlen: Sembolo, Salem, Freiberger, Neldner (alle nicht berücksichtigt); Thomik, Merkens (beide weiterhin im Reha-Programm).

Schiedsrichter: Christian Dietz. Der 30-Jährige aus dem bayrischen Kronach ist seit 2007 DFB-Schiedsrichter. In der 2. Liga kam der Realschullehrer 20-mal zum Einsatz. Den VfL Osnabrück pfiff er letztmals am 28. September 2013 bei der 1:3- Niederlage im Erfurter Steigerwaldstadion.

Zuschauer: 25 000.

Radio:www.informantis.de . – Fernsehen: live im MDR-Fernsehen (ab 14 Uhr) und im Internet auf www.mdr.de .

Nächstes Spiel: Erstes Spiel nach der Winterpause, VfL Osnabrück - Arminia Bielefeld (Samstag, 31. Januar, 14 Uhr).

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