VfL nach 1:2 in Halle: Mehr als nur ein Ausrutscher?


Halle. Die Hälfte der Saison ist absolviert, doch viel Zeit zum Innehalten bleibt nicht, weil die 3. Liga gleich am kommenden Wochenende in die Rückrunde startet. Nach der 1:2-(0:2)-Niederlage beim Halleschen FC beendet der VfL die Hinserie auf dem sechsten Rang. „Die Niederlage ist bitter, dennoch können wir mit dem bisherigen Abschneiden zufrieden sein“, äußerte sich Trainer Maik Walpurgis zur Halbzeitbilanz.

Wenn, so der Coach, ihm jemand vor der Saison gesagt hätte, der VfL würde nach 19 Spielen 31 Punkte haben und im Vorderfeld der Tabelle platziert sein, hätte er das für unrealistisch gehalten. „Und tatsächlich haben wir schlecht angefangen mit nur einem Punkt aus den ersten drei Spielen, aber das kam für mich wegen der großflächigen Umstrukturierung des Teams nicht ganz unerwartet. Aber dann haben wir uns gefunden“, erinnerte sich Walpurgis an einen Weg, der zwar mitunter dornig war, aber klare Tendenzen erkennen ließ.

Da passt insbesondere die erste Halbzeit von Halle nicht in das Gesamtbild. Kaum etwas war zu spüren von dem Selbstvertrauen, das sich der VfL eigentlich mit sieben Spiele in Folge ohne Niederlage hätte angefüttert haben müssen. Nach einem guten Start mit Pisots früher Chance (2.) luden die Lila-Weißen die Gastgeber zum Spielen ein. „Wenn man es in dieser Liga nicht schafft, hundert Prozent des Vermögens abzurufen, wird man dafür bestraft“, sagte Walpurgis.

Wie in der 13. Minute, als die Hallenser nach einem Eckball des starken Gogia zum Führungstreffer kamen. VfL-Torwart Heuer Fernandes machte dabei nicht den entschlossensten Eindruck, war aber insgesamt stärkster Osnabrücker, weil er in etlichen Situationen HFC-Tore verhinderte.

In der Offensive agierte der VfL vor der Pause seltsam passiv, ließ sich immer wieder den Schneid abkaufen. „Wir haben es nicht geschafft, Druck auf die Kette aufzubauen“, beschrieb Walpurgis das Auftreten seines Teams. Und das führte zu einem relativ frühen Taktikwechsel, als der Trainer nach 34 Minuten von 4-2-3-1 auf 4-4-2 umstellte – Youngster Wagener musste seinen Platz im zentralen offensiven Mittelfeld räumen, dafür kam Sembolo als zweite Sturmspitze neben Iljutcenko zum Einsatz.

Das sagen die Spieler zur Niederlage in Halle.

Und dennoch blieb Walpurgis unzufrieden, weil einfach nicht konsequent genug verteidigt wurde – wie beim 2:0 der Hallenser zu erleben, als Kapitän Kruse nach einem Freistoß von Gogia mit dem Hinterkopf einen Tick eher am Ball war als Groß (36.). „Dass die Mannschaft dennoch zurückgekommen ist, spricht für sie“, meinte Walpurgis in Hinblick auf die deutliche Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel.

Begünstigt wurde sie auch durch den Platzverweis von Außenverteidiger Rau, der nach einem Foul Dercho Gelb Rot sah (64.). Mit dem anschließenden brillanten Freistoß von Ornatelli nahm das VfL-Spiel richtig Fahrt auf. „Da hat sich der VfL wie eine Spitzenmannschaft präsentiert“, lobte HFC-Trainer Sven Köhler, befand aber auch, dass seine Mannschaft reichlich Konterchancen habe liegen lassen.

„Unter Berücksichtigung unseres Verhaltens vor der Pause und der Mehrzahl der Möglichkeiten ist der Erfolg von Halle nicht unverdient“, gab Walpurgis zu. Der 41-jährige erlebte noch zwei späte Gelegenheiten durch Pisot (80.) und Hohnstedt (83.), sah aber auch, wie sein Keeper dreimal spektakulär gegen Brügmann (73.), Bertram (87.) und Furuholm (88.) rettete.

„Hier fährt man nicht hin, und nimmt so nebenbei die Punkte mit. Nicht umsonst wurde der HFC zu Saisonbeginn hoch gehandelt. Es ist eine Mannschaft mit Qualität“, sagte Walpurgis. Diese fehlte seinem Team in den entscheidenden Momenten, doch der Trainer ist davon überzeugt, dass die entscheidenden Korrekturen vorgenommen werden. Schon Cottbus am kommenden Sonntag soll es besser laufen.

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