„Schwerwiegende persönliche Gründe“ Überraschung beim VfL: Stiehl zieht zurück

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Im Hörsaalgebäude an der Kolpingstraße findet am Sonntag die Jahreshauptversammlung des VfL statt. Foto: Moritz MünchIm Hörsaalgebäude an der Kolpingstraße findet am Sonntag die Jahreshauptversammlung des VfL statt. Foto: Moritz Münch

Osnabrück. Als hätte diese Jahreshauptversammlung zusätzliche Brisanz nötig: Zwei Tage, bevor sich mehrere Hundert Mitglieder des VfL Osnabrück am Sonntag (11 Uhr) im Hörsaalgebäude der Universität in der Kolpingstraße 7 treffen, zog Reinhard Stiehl seine Kandidatur als Vizepräsident am Freitagnachmittag überraschend zurück.

Dem Vorsitzenden des Wahlausschusses, Ralf Wöstmann, teilte der Geschäftsführer der renommierten Osnabrücker Werbeagentur „Stiehl/Over“ mit: „Aus schwerwiegenden persönlichen Gründen ziehe ich meine Kandidatur für das Amt des zweiten Vizepräsidenten des VfL Osnabrück zurück. Weitere Informationen dazu auf der Jahreshauptversammlung des VfL.“

Der 56-Jährige, der seit Februar 2014 Mitglied des VfL-Aufsichtsrates ist, sollte mit dem Schwerpunkt „Kommunikation“ als Vizepräsident zusammen mit Präsident Hermann Queckenstedt und „Vize“ Uwe Brunn die neue Führung des VfL bilden. Der Wahlausschuss hatte die drei – zunächst zusammen mit dem Finanzexperten Bodo Niehoff, der aber zurückzog – als Konsensteam zur Wahl vorgeschlagen. Seit dem Rücktritt von Christian Kröger führt Ex-Vizepräsident Christoph Ehrenberg den Verein zusammen mit „Vize“ Nikolaus Hahnenkamp.

Die bisherige wie die designierte Führung des Klubs wurden von der Entwicklung überrascht und arbeiten an einer Lösung, die bei der Jahreshauptversammlung vorgestellt werden soll. In der ersten Phase der Veranstaltung am Sonntag dürfte es eine Stellungnahme von Stiehl geben – entweder persönlich oder in Schriftform.

Was das für die Wahl des Präsidiums bedeuten kann, war am Freitagabend offen. Klar ist nur, dass Queckenstedt und Brunn bei ihrer Kandidatur bleiben.

Im ersten Teil der Versammlung, die 16 Tagesordnungspunkte umfasst, gibt es in vier Blöcken Berichte, nach denen jeweils eine Aussprache vorgesehen ist: Den Berichten des Präsidiums folgen die der Abteilungen, danach der KGaA und der Jahresabschluss. Im Rahmen der KGaA-Berichte trägt nach Geschäftsführer Jürgen Wehlend Cheftrainer Maik Walpurgis sein mit Spannung erwartetes sportliches Langzeitkonzept unter Berücksichtigung des Jugendleistungszentrums vor.

Der Neuwahl geht die Entlastung des Präsidiums voraus, wobei auch über die im Januar zurückgetretenen Kröger und Clemens Seelmeyer abgestimmt werden muss.

Im zweiten Teil geht es um Satzungsänderungen. Allein 20 davon kommen vom Präsidium und betreffen in den meisten Fällen Präzisierungen, Ergänzungen oder Formulierungen. In den weiteren Anträgen, die von Mitgliedern eingereicht wurden, geht es unter anderem um die Möglichkeit, über das Präsidium und andere Gremien in Blockwahl abzustimmen. Ein anderer Antrag will erreichen, dass über das Präsidium die Satzung der KGaA geändert wird: Demnach solle drei (statt bisher ein) der von der Jahreshauptversammlung in den Aufsichtsrat entsandte Mitglieder von der Mitgliederversammlung gewählt werden.

Nach Schätzungen werden am Sonntag bis zu 500 Mitglieder erwartet, die Räumlichkeiten lassen sogar noch deutlich mehr Andrang zu. Die größte Abteilung stellen die Fußballer mit 1137 stimmberechtigten Mitgliedern, es folgen Gymnastik (254), Fanabteilung (210), Schwimmen (73), Tischtennis (69) und Basketball (14).


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