Bangen um Torjäger Menga VfL-Gegner Hallescher FC – ein Team der Extreme

In Halle bekannt: Francky Sembolo, hier im Spiel der Vorsaison gegen Darmstadt 98. Foto: ImagoIn Halle bekannt: Francky Sembolo, hier im Spiel der Vorsaison gegen Darmstadt 98. Foto: Imago

Halle/Saale. Die Erwartungshaltung ist trotz einiger ernüchternder Vorstellungen groß. Schließlich sieht der Hallesche FC gegen vermeintliche Spitzenteams in der Regel gut aus. Das soll auch am Samstag (14 Uhr) so sein, wenn der VfL Osnabrück gastiert. Und möglichst möchte man das 2:0 aus dem Vorjahr wiederholen. Dabei bangen die Lila-Weißen ernsthaft um Torjäger Addy Menga, der bis Donnerstag noch nicht wieder am Mannschaftstraining teilgenommen hatte.

Das Team aus Sachsen- Anhalt galt vor der Saison für viele Experten als Geheimfavorit und Aufstiegskandidat. Die Realität vor dem letzten Spieltag der Hinrunde sieht freilich anders aus. Die von Sven Köhler trainierte Mannschaft muss sich gegenwärtig mit Rang 14 bescheiden und hat auf dem vom VfL Osnabrück okkupierten Relegationsplatz neun Punkte Rückstand.

Trotz der Zuversicht vor der VfL-Partie ist es gerade das Auftreten vor heimischem Publikum, dass die Hallenser ins Hintertreffen geraten ließ. In der Heimtabelle ist der HFC Drittliga-Schlusslicht mit gerade einmal fünf Punkten. 3:1-Sieg über SV Wehen Wiesbaden, zwei Unentschieden gegen Borussia Dortmund II und Dynamo Dresden – das war’s schon.

Die Mannschaft hat offensichtliche Probleme in der Spielgestaltung, dafür gibt es allerdings auch handfeste personelle Probleme. Denn das Lazarett ist seit Saisonbeginn prall gefüllt. Überdies gab es atmosphärische Probleme mit Teilen der Anhängerschaft. Im vergangenen Mai hatte es hässliche Szenen im Verbandspokal-Finale gegen den 1. FC Magdeburg gegeben, reichlich Böller und Leuchtspur-Geschosse landeten auf dem Rasen. Zu den Maßnahmen des Vereins, der in der vergangenen Saison insgesamt 30 500 Euro Strafgelder wegen des Fehlverhaltens der „Fans“ an den DFB abdrücken musste, gehörte im Nachgang auch ein Verbot bestimmter Symbole der Ultragruppe „Saalefront“. In den ersten Heimspielen der Saison war das Verhältnis zwischen Anhängern und Mannschaft/Verein erheblich gestört, erst allmählich erhalten die Rot-Weißen wieder die Unterstützung von den Rängen, wie sie es sich wünschen. Dabei sind ihre Auswärtsauftritte in der Regel aller Ehren wert. In dieser Kategrorie führen sie das Tabellarium der Liga sogar an – mit insgesamt fünf Siegen (VfL drei) und 17 Punkten vor Energie Cottbus (13).

Eine besondere Tour erwartet VfL-Stürmer Francky Sembolo. Der Mann aus dem Kongo war in der Rückrunde der letzten Saison Publikumsliebling in Halle und hatte großen Anteil daran, das der HFC als Aufsteiger die Saison mit 51 Punkten auf Rang neun beendete. Sieben Tore in 13 Spielen sprechen für sich. Doch zu einer Weiterbeschäftigung kam es nicht, Sembolo musste eine Zwangspause in Kauf nehmen und tat sich anschließend schwer, beim VfL wieder Fuß zu fassen.

Laut Trainer Maik Walpurgis hat Sembolo den Anschluss hergestellt. „Er hat jetzt mehr Spielanteile und seine Sache gegen Stuttgart gut gemacht“, sagte der Coach, der einen weiteren Joker-Einsatz von Sembolo für durchaus möglich hält.

Dass er allerdings in der Startelf stehen wird, ist eher unwahrscheinlich, obwohl Addy Menga bis inclusive Donnerstag noch nicht wieder am Mannschaftstraining teilgenommen hatte. Der zehnfache Torschütze hat weiterhin mit muskulären Problemen im Oberschenkel zu kämpfen. Sollte er allerdings fit sein für das Abschlusstraining und dieses auch durchstehen, würde Walpurgis den 31-jährigen in den Kader holen. Wahrscheinlich aber ist, dass der VfL mit einer Spitze (Stanislav Iljutcenko) beginnt.


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