Ein Bild von Harald Pistorius
19.11.2014, 08:11 Uhr KOMMENTAR ZUR VFL-VERSAMMLUNG

Ein Punktsieg für die kritischen Fans

Kommentar von Harald Pistorius

Stellten sich den Kritikern des Wahlverfahrens: VfL-Präsident Christoph Ehrenberg, Geschäftsführer Jürgen Wehlend und der Wahlausschuss-Vorsitzende Ralf Wöstmann (von links). Foto: Helmut KemmeStellten sich den Kritikern des Wahlverfahrens: VfL-Präsident Christoph Ehrenberg, Geschäftsführer Jürgen Wehlend und der Wahlausschuss-Vorsitzende Ralf Wöstmann (von links). Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Bei der von den Mitgliedern der Fanabteilung dominierten Außerordentlichen Mitgliederversammlung des VfL Osnabrück gab es am Dienstagabend in der Gesamtschule Schinkel hitzige Debatten zwischen den VfL-Verantwortlichen und den Kritikern aus den Reihen der Fans. Die verbale Auseinandersetzung um das umstrittene Verfahren für die anstehende Präsidiumswahl weitete sich nicht zur Schlammschlacht aus. Dazu ein Kommentar von Harald Pistorius:

Der Wahlausschuss wird über das Votum der Mitgliederversammlung beraten, aber es ist kaum vorstellbar, dass er es umsetzt. Abgesehen davon, dass das Gremium damit sein Gesicht verlieren würde, wäre das ein Affront für das designierte Präsidium, das angesichts der Debatte unverschuldet Kratzer bekommen hat, obwohl es noch gar nichts getan hat.

Klar ist dennoch geworden, dass der VfL seine Satzung an neuralgischen Stellen überarbeiten muss. Sie lässt ihm in Bezug auf die Funktion des Wahlausschusses zuviel Spielraum, es mangelt ihr an einer detaillierten Wahlordnung und manchem mehr. Argumentativ landeten die Fans genug Treffer zum Punktsieg.

Deutlich wurde aber auch, dass der Graben im Verein noch nicht zugeschüttet ist. Wenn so oft – von beiden Seiten! – das Ende des Lagerdenkens beschworen wird, dann ist das ein untrügliches Zeichen für nicht überwundene Konflikte.

Die auszutragen, ist eine Sache. Jetzt muss es dem VfL darum gehen, ein neues Präsidium, das offenbar durchaus breite Sympathien in allen Teilen des Klubs genießt, mit einem überzeugenden Start in eine hoffentlich drei Jahre anhaltende Amtszeit zu schicken. Wenn sich das Trio vorher noch mit einer programmatisch-inhaltlichen Vorstellung profiliert, wäre das dabei ein Hilfe.