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Außerordentliche Mitgliederversammlung VfL-Fans: Entscheidungen hinter verschlossenen Türen

Am 30. November soll ein neues VfL-Präsidium gewählt werden. Nicht alle Vereinsmitglieder sind allerdings mit der Vorauswahl der Kandidaten einverstanden. Foto: Helmut Kemme/ArchivAm 30. November soll ein neues VfL-Präsidium gewählt werden. Nicht alle Vereinsmitglieder sind allerdings mit der Vorauswahl der Kandidaten einverstanden. Foto: Helmut Kemme/Archiv

Osnabrück. Mehr als 160 Mitglieder forderten den VfL Osnabrück auf, das Verfahren für die Präsidiumswahl zu erklären. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag gibt es Antworten. Doch den Fans reichen die Erklärungen nicht. Sie fühlen sich von den Entscheidungen ausgeschlossen. Wir berichten live.


AUßERORDENTLICHE MITGLIEDERVERSAMMLUNG DES VFL OSNABRÜCK

18. November 2014 11:29
Herzlich Willkommen zu unserer Live-Berichterstattung von der außerordentlichen Mitgliederversammlung des VfL Osnabrück. Um 18 Uhr beginnt die Diskussion in der Gesamtschule Schinkel. Harald Pistorius und Johannes Zenker aus der NOZ-Sportredaktion sind vor Ort.
NOZ
18. November 2014 18:09
Guten Abend aus der Aula der Gesamtschule Schinkel.
Wir berichten von der außerordentlichen Mitgliederversammlung des VfL Osnabrück, in der es vor allem um das Auswahlverfahren für die Präsidiumswahlen geht, die am 30. November bei der turnusmäßigen Jahreshauptversammlung anstehen. 

Bislang sind erst wenige Stühle besetzt, aber viele Mitglieder vertreiben sich die Zeit bis zum Beginn mit einem Getränk oder einer Prise Luft vor der Schule. 


Harald Pistorius
18. November 2014 18:12
Vorab die Tagesordnung:
1. Eröffnung und Begrüßung; Feststellung der Zahl der anwesenden Mitglieder.
2. Feststellung der Tagesordnung.
3. Bericht des Wahlausschusses über das Verfahren zur Vorbereitung der der Wahl des Präsidiums.
4. Diskussion über die Aufgaben des Wahlausschusses
5. Beschlussfassung über Anträge.
6. Verschiedenes
Harald Pistorius
18. November 2014 18:13
Wir bitten vorbeugend um Verständnis, wenn es bei der Übermittlung der Neuigkeiten gelegentlich haken sollte. Das Funknetz in der Gesamtschule ist sehr mäßig...
Harald Pistorius
18. November 2014 18:15
Guten Abend,
Christoph Ehrenberg (Präsident), Nikolaus Hahnenkamp (Vizepräsident), Ralf Wöstmann (Wahlausschuss) und Jürgen Wehlend (Geschäftsführer) sitzen auf dem Podest.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 18:16
Es sind 119 Mitglieder anwesend.
Harald Pistorius
18. November 2014 18:17
Ehrenberg tritt ans Pult und hofft auf einen respektvollen Umgang bei dieser "Premiere". Erstmals wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung auf der Basis von mehr als 100 gesammelten Unterschriften einberufen.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 18:18
Christoph Ehrenberg übernimmt ohne Gegenstimme die Versammlungsleitung.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 18:19
Ehrenberg erwähnt, dass die aktuelle Satzung inzwischen auf der Homepage des Vereins abgerufen werden könne.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 18:21
Weiter weist der Präsident darauf hin, dass bisher keine Anträge vorliegen. Dies könne sich im Laufe des Abends jedoch ändern, wenn 50% der Mitglieder einer Aufnahme eines Antrags in die Tagesordnung zustimmen.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 18:23
Ralf Wöstmann erläutert das Verfahren des Wahlausschusses zur Vorbereitung der Wahl des Präsidiums. 
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 18:31
Zunächst gibt Wöstmann einen Überblick über den zeitlichen Ablauf des Bewerbungsverfahrens. Die Namen der Bewerber für das Amt des Präsidenten, die sich dem Wahlausschuss vorgestellt haben, möchte Wöstmann nicht nennen. "Es ist nicht meine Aufgabe, das Einverständnis der Kandidaten für eine öffentliche Nennung einzuholen", sagt er. Einige Bewerber hätten bereits während der ersten Gespräche darum gebeten, nicht öffentlich genannt zu werden.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 18:35
Wöstmann spricht von insgesamt zehn Kandidaten, die sich dem Wahlausschuss vorgestellt haben, und zeigt sich beeindruckt von dieser Zahl. "Dass sich derart viele Menschen den schweren Aufgaben stellen wollten, verdient Respekt."
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 18:39
Nun erklärt Wöstmann, weshalb der Wahlausschuss eine Vorauswahl getroffen habe. Aufgrund des "Desasters" im Januar, nach welchem viel Vertrauen verloren gegangen sei, sei es Aufgabe des Wahlausschusses gewesen, ein Team zu finden, dessen Mitglieder für einen Zeitraum von drei Jahren "vertrauensvoll und harmonisch" zusammenarbeiten können. 
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 18:45
Der Wahlausschuss habe darüber nachgedacht, zwei Teams zur Wahl zu stellen. Man wollte jedoch vermeiden, dass ein öffentlicher Wahlkampf stattfindet, der für eine schlechte Außendarstellung sorgt. Aus diesem Grund habe man das Konsensteam, bestehend aus Hermann Queckenstedt, Uwe Brunn und Reinhard Stiehl, vorgeschlagen.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 18:48
Ursprünglich sei ein Team von vier Personen vorgesehen gewesen. Der vierte Kandidat habe allerdings aus persönlichen Gründen zurückgezogen. Damit endet Wöstmanns Vortrag über das Prozedere.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 18:55
Daniel Dincher, Leiter der Fanabteilung und Vorsitzender der Fangruppierung NfdV, spricht über die Gründe, warum eine außerordentliche Mitgliederversammlung nötig geworden sei. Die Mitglieder seien besorgt, dass die Stimme eines einzelnen Mitglieds bei der Mitgliederversammlung durch das Vorgehen des Wahlausschusses entwertet werde, "da es keine echte Wahl" gebe.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 18:57
Dincher erwähnt, dass die Stadt Osnabrück auf Uwe Brunn zugegangen sei, die außerordentliche Mitgliederversammlung zu verhindern, was dieser ihm in einem Telefongespräch bestätigt habe. Uwe Brunn bestreitet das und sagt, das sei am Telefon falsch herübergekommen. 
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 18:58
Daniel Dincher akzeptiert die Aussage Brunns.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 19:00
Dincher bedauert, dass die Mitglieder der Fanabteilung als "Unruhestifter" dargestellt würden. Kritische Mitglieder seien wichtig für einen Verein.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 19:03
Dincher akzeptiert, dass das Vorgehen des Wahlausschusses rechtlich gesehen nicht anfechtbar sei. Über die Auslegung des entsprechenden Paragrafen der Satzung lasse sich aber streiten. Dies werde von vielen Mitgliedern als unglücklich empfunden, weil die Mitglieder aufgrund des Ausschlusses der meisten Kandidaten keine "echte Wahl" hätten.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 19:09
Es drängt sich laut Dincher der Eindruck auf, dass die Verantwortlichen die Satzung immer so auslegen, wie es im Moment ratsam erscheint. "Das ist keine Grundlage für eine vernünftige Zusammenarbeit", sagt Dincher.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 19:22
Unter lautstarkem Applaus aus dem hinteren Teil des Versammlungsraumes beendet Dincher seinen Vortrag.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 19:29
Bedauerlicherweise sind offenbar einige Beiträge aufgrund des schlechten Funknetzes nicht erschienen. Das bitten wir zu entschuldigen.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 19:36
Dincher hatte unter anderem noch erwähnt, dass er einen Wahlkampf als Chance für den Verein gesehen hätte. "Zwei Teams gegeneinander antreten zu lassen, wäre die bessere Alternative gewesen. Sachlich über Inhalte zu streiten, ist immer wünschenswert."
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 19:37
Zudem habe er gehofft, dass endlich Schluss sei mit "der Entscheidungsfindung hinter verschlossenen Türen". Das aktuelle Vorgehen erinnere ihn an den "alten VfL".
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 19:42
Aufsichtsratsmitglied Axel Balzer spricht. Er hatte ursprünglich das "zweite Team" vorgeschlagen.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 19:43
Balzer stellt klar, dass es sich um kein NfdV-Team gehandelt habe und NfdV an der Zusammenstellung nicht beteiligt gewesen sei.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 19:51
Ein Mitglied dieses Teams hätte Heiko Flottmann sein sollen, der eine lange VfL-Vergangenheit habe und sportliche Kompetenz besitze. Bodo Niehoff wäre das zweite Mitglied gewesen und hätte wirtschaftliche Kompetenz eingebracht. Michael Lange wäre dazu bereit gewesen, als Vizepräsident seine guten Beziehungen zum Beispiel zum DFB einzubringen. Als letztes habe man Uwe Brunn gefragt, für den Posten des Präsidenten zu kandidieren, der sofort zugesagt habe.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 19:57
Dass sich diese und auch die anderen Kandidaten nicht der Wahl stellen dürfen, sei nicht nachvollziehbar.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 20:01
Balzer ruft dazu auf, das Lagerdenken zu überwinden. "Flottmann, Lange und Brunn stehen nun wirklich nicht im Verdacht, einem Fanlager oder NfdV anzugehören."
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 20:18
Jörn Jacobs von der Violet Crew bedauert, dass viele Kandidaten, die sich ehrenamtlich engagieren wollten, nicht zugelassen worden sind. "Das könnte in Zukunft dazu führen, dass sich Personen mit guten Intentionen gar nicht erst bewerben."
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 20:19
Axel Balzer stellt einen Antrag vor.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 20:22
Zuvor stellt der Redner noch einmal klar, alle drei zur Wahl stehenden Kandidaten für geeignet zu halten, den VfL Osnabrück zu repräsentieren.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 20:36
Balzer fordert, dass der Wahlausschuss in Zukunft nur die grundsätzliche Eignung eines Kandidaten zu prüfen hat und alle Kandidaten beziehungsweise Teams, die geeignet sind, zur Wahl zulassen muss.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 20:37
Die Mitgliederversammlung stimmt mit großer Mehrheit zu, dass über den Antrag abgestimmt werden darf.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 20:38
Mit 85 Ja-Stimmen wird der Antrag angenommen, der jedoch nicht bindend ist für die kommende Jahreshauptversammlung. 31 Personen stimmten dagegen.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 20:40
Christoph Ehrenberg bedankt sich für den sachlich-konstruktiven Austausch und verabschiedet sich von den Mitgliedern.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 20:50
Damit verabschieden auch wir uns von der sachlich geführten Debatte. Die Abstimmung zum Schluss hat gezeigt, dass viele Mitglieder unzufrieden mit dem Vorgehen des Wahlausschusses sind, nur drei Personen zur Wahl zu stellen und die anderen Bewerber auszuschließen. Es handelt sich jedoch um keine Satzungsänderung, die bindenden Charakter besitzt. 
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)
18. November 2014 20:53
Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die Versammlung in Kürze auf www.noz.de und morgen in Ihrer gedruckten Ausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung.
Johannes Zenker (NOZ-Reporter)