Vorauswahl oder Basisdemokratie? VfL-Mitgliederversammlung am Dienstag

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An diesem Dienstag vor Ort in der Gesamtschule: Das designierte VfL-Präsidium mit Uwe Brunn, Hermann Queckenstedt und Reinhard Stiehl. Foto: Helmut KemmeAn diesem Dienstag vor Ort in der Gesamtschule: Das designierte VfL-Präsidium mit Uwe Brunn, Hermann Queckenstedt und Reinhard Stiehl. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Drei Wochen nach der Info-Veranstaltung des Vereins debattieren an diesem Dienstag Mitglieder des VfL Osnabrück erneut über das Auswahlverfahren für die Präsidiumswahl am 30. November 2014. Die außerordentliche Mitgliederversammlung in der Gesamtschule Schinkel an der Windthorststraße beginnt um 18 Uhr.

Warum wurde die Versammlung – eineinhalb Wochen vor der regulären Jahreshauptversammlung – nötig? Einberufen wurde die Versammlung, weil über 160 Mitglieder sie mit ihren Unterschriften förmlich beantragt hatten; 100 waren laut Satzung erforderlich. Die Mitglieder, überwiegend aus der Fanabteilung, fordern den Wahlausschuss auf, sein Verfahren offenzulegen und die Kriterien zu nennen, die Grundlage für die Beurteilung der zwölf Kandidaten gewesen sind.

Wie lief das Verfahren im Wahlausschuss?

Der Wahlausschuss hatte sich, seit Mitte August die Bewerbungsfrist abgelaufen war, in Gesprächen ein Bild von den Kandidaten gemacht und Ende Oktober ein sogenanntes Konsensteam zur Wahl vorgeschlagen. Zu diesem Team gehören der als Präsident vorgesehene Dr. Hermann Queckenstedt (Historiker, Leiter des Diözesanmuseums) sowie die als Vizepräsidenten vorgeschlagenen Uwe Brunn (Ex-Profi des VfL, Inhaber einer Versicherungsagentur) und Reinhard Stiehl (Geschäftsführer einer Werbeagentur). Die drei werden am Dienstag in der Gesamtschule dabei sein.

Vorsitzender des Gremiums ist der Rechtsanwalt Ralf Wöstmann (Abteilungsleiter Tischtennis), dazu kommen Jörg Seeliger (Schwimmabteilung), Benjamin Wischmeyer (Fanabteilung), Herbert Knüppe, Friedel Rahe (beide Ehrenrat), Jürgen Wehlend (Geschäftsführer der KGaA) und Christoph Ehrenberg (Präsident, ohne Stimmrecht).

Die Sitzungen des Wahlausschusses wurden von Wöstmann protokolliert. Eine Geschäftsordnung, die sich der Wahlausschuss laut Satzung eigentlich geben soll, existiert allerdings nicht.

Worum geht es im Kern? Aus der Fanabteilung war dem Wahlausschuss ein Team vorgeschlagen worden. Eingereicht hatte den Vorschlag Aufsichtsratsmitglied Axel Balzer (NfdV), der mit Daniel Dincher (Leiter Fanabteilung, Vorsitzender NfdV) und anderen das Team zusammengeführt hatte. Dazu gehörten neben Brunn als Präsidentschaftskandidat der ehemalige VfL-Nachwuchsmanager Heiko Flottmann, Sportmanager Michael Lange und der Finanzexperte Bodo Niehoff. Die Fans sind enttäuscht und sauer, dass das Team nicht geschlossen zur Wahl vorgeschlagen wurde. Wie Brunn war auch Niehoff vom Wahlausschuss nominiert worden, er hatte seine Kandidatur aber zurückgezogen.

Was wollen die Fans erreichen? Das ist schwer zu sagen, denn öffentliche Äußerungen zu dem Thema gibt es nicht. Die Oppositionsgruppe NfdV, die die Vereinspolitik seit Ende 2011 intensiv und kritisch auf ihrer Website begleitet hat, hat alle Inhalte von der Seite zurückgezogen und seit April nur zwei kurze Stellungnahmen veröffentlicht. Auch auf den Internet-Seiten der Fanabteilung, des Fanclubverbandes und der Violet Crew findet sich nichts zum Thema. Mehrere Interviewanfragen dieser Redaktion wurden in den letzten Monaten freundlich, aber bestimmt abgelehnt; ebenso die Bitte, bei der Vorstellung des designierten Präsidiums in der Fanabteilung zuhören zu dürfen.

Über die Pläne der Fans, die über 220 Mitglieder mobilisieren können, kann man folglich nur spekulieren. Sie reichen von einer Aussprache, in der der Wahlausschuss den Unmut zu spüren bekommen soll, bis zur Option, das Verfahren juristisch anzufechten. Sicher ist: Die Fans wollen ein grundsätzliches Votum der Mitglieder, ob der Wahlausschuss auch künftig eine Vorauswahl trifft oder alle geeigneten Anwärter zur Wahl durch die Mitglieder zulässt. Die Mehrheit der Fans tendiert zur Basisdemokratie.

Gibt es Anträge? Bisher liegen keine vor, sodass zumindest keine satzungsändernden Anträge mehr möglich sind. Aus der Versammlung heraus können noch Anträge gestellt werden. Allerdings müssen 50 Prozent der anwesenden Mitglieder der Zulassung eines aus der Versammlung heraus gestellten Antrags zustimmen.


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