2:0-Sieg im Test gegen Hannover 96 VfL Osnabrück: Traumtor und gemischte Gefühle

Von Christian Detloff

Auf ihn mit Gebrüll: Nicolas Feldhahn, Christian Groß und Kim Falkenberg (von links) feiern Tobias Willerns nach dessem Brachialschuss zur 1:0-Führung. Foto: Helmut KemmeAuf ihn mit Gebrüll: Nicolas Feldhahn, Christian Groß und Kim Falkenberg (von links) feiern Tobias Willerns nach dessem Brachialschuss zur 1:0-Führung. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Als wäre dieser fulminante Weitschuss aus 28 Metern ins linke obere Toreck eine ganz alltägliche Aktion gewesen. „Ach, für Lotte habe ich auch schon öfters aus der Distanz getroffen. Außerdem haben wir im Training immer wieder Fernschüsse geübt“, lautete die erste Reaktion von Tobias Willers zu seinem Führungstreffer beim 2:0-Sieg des VfL Osnabrück über Hannover.

Michael Hohnstedt hatte den indirekten Freistoß ausgeführt und den Ball über fünf Meter quer in den Lauf des Innenverteidigers gespielt. „Ich habe gesehen, dass ich freie Bahn hatte. Da habe ich Michael zugerufen, dass er den Ball zu mir bringen soll“, sagte der 27-Jährige.

96 ist Lieblingsverein

Etwas Besonderes hatte der Treffer für den Hünen dann aber doch. „Ich habe ab der U17 fünf Jahre für Hannover gespielt“, so Willers, der in seinem letzten 96-Jahr zum Profikader gehörte und nun gestand: „Es ist immer noch mein Lieblingsverein.“ Im Gegensatz zu Willers hatte der verletzte Tom Merkens, der ebenfalls in der Hannoveraner Talentschmiede ausgebildet wurde und am Freitag viele alte Bekannte begrüßte, noch mit drei Spielern des aktuellen 96-Teams zusammengespielt: Marcel Schmiedebach, Christian Schulz und Jan Schlaudraff. Gute Laune hatte er aber vor allem wegen des VfL-Auftritts: „Das haben die Jungs super gemacht und gegen solch einen Gegner auch spielerisch überzeugt.“

Gut fürs Selbsvertrauen

Spaß hatte auch VfL-Stürmer Francky Sembolo, der nach der Halbzeitpause zum Einsatz kam und sofort im Spiel war, obwohl dieses unter den vielen Wechseln auf beiden Seiten litt. „Es war wichtig für mich, Praxis zu sammeln. Und immerhin haben wir es geschafft, die Null zu halten“, so der Kongolese.

Willers wusste das 2:0 richtig einzuschätzen: „Fürs Selbstvertrauen ist es gut. Aber wir wissen, dass Freitag gegen den VfB Stuttgart ein ganz anderes Spiel ansteht.“ Auch Stanislav Iljucentko räumte ein, „dass sich Bundesligisten in Testspielen gegen Drittligisten oft schwertun mit der Motivation“.