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Nach Kündigung und Rücktritt VfL Osnabrück sucht neue Fanbeauftragte

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Für die Zusammenarbeit mit seinen Fans sucht der VfL Osnabrück neue Fanbeauftragte. Symbolfoto: Helmut KemmeFür die Zusammenarbeit mit seinen Fans sucht der VfL Osnabrück neue Fanbeauftragte. Symbolfoto: Helmut Kemme

Osnabrück. Der VfL Osnabrück sucht zurzeit nicht nur einen neuen Präsidenten, sondern auch zwei Fanbeauftragte. Alexandros Pantelidis, seit Mitte August des vergangenen Jahres erster hauptamtlicher Fanbeauftragter des VfL, hat seinen Arbeitsvertrag gekündigt und den Fußball-Drittligisten zum 31. Oktober verlassen.

Stellvertreter Christian Sprengelmeyer, der sein Amt ehrenamtlich ausübte, ist zurückgetreten. Dass der VfL nun vorübergehend ohne Fanbeauftragten dasteht, ist aus Sicht von VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend unglücklich.

Zu den Umständen seines Abschieds wollte sich Pantelidis auf Anfrage aktuell nicht äußern. Sprengelmeyer begründet seinen Rücktritt mit „Steinen des Anstoßes“, die sich in den vergangenen vier Jahren seiner ehrenamtlichen Tätigkeit angesammelt hätten („Dissonanzen wurden festgestellt, aber nicht ausgeräumt“), sowie mit der hohen, zeitlichen Belastung. „Ich kenne noch die Zeit ohne einen hauptamtlichen Fanbeauftragten und weiß, was es bedeutet, dieses Amt auszufüllen.“

Nach Pantelidis‘ Abschied wäre die gesamte Arbeit nicht nebenbei zu stemmen gewesen: „Als Ehrenämtler hat man keine Chance, die Arbeit so zu machen, wie es erforderlich wäre“, sagte Sprengelmeyer. Er hatte dem Verein in einer öffentlichen Stellungnahme vorgeworfen, dass die Fanarbeit durch den VfL nicht unterstützt worden sei und dass es an Vertrauen seitens der KGaA gemangelt habe.

Differenzen zwischen Verein und Fanbeauftragten

Wehlend räumte ein, dass es bei der Saisoneröffnung im Sommer inhaltliche Differenzen zwischen Verein und Fanbeauftragten gegeben habe. Über diese zurückliegenden Dissonanzen habe man sich aber ausgesprochen. Die Kritik, dass der Verein nicht genügend Vertrauen in die Fanarbeit gehabt habe, bezeichnete der VfL-Geschäftsführer als überzogen. Der Verein habe beiden zugestanden, sehr eigenständig zu arbeiten. Das sei für ihn Zeichen eines großen Vertrauens.

Den Fans gegenüber habe man zudem Zugeständnisse gemacht und beispielsweise beim Derby gegen Preußen Münster trotz angespannter Sicherheitslage eine Choreografie in der Ostkurve zugelassen. Durch Pantelidis‘ und Sprengelmeyers Einsatz habe der VfL einen guten Zugang zu den Fans in der Kurve gefunden, lobte Wehlend den Einsatz der beiden. „Wir haben uns intensiv bemüht, mit der Kurve zusammenzuarbeiten, aber wenn das Amt des Fanbeauftragten für vereinspolitische Zwecke genutzt werden soll, stehen wir dafür nicht zur Verfügung“, stellte Wehlend klar. Das beziehe er ausdrücklich nicht auf Pantelidis und Sprengelmeyer, aber es habe Versuche gegeben, das Amt zu instrumentalisieren.

Interims-Ansprechpartner Brede Lockhoff

Als Interims-Ansprechpartner fungiert Brede Lockhoff, Leiter des Ordnungsdienstes und stellvertretender Sicherheitsbeauftragter. Er sei in der Fankurve ein bekanntes Gesicht und kümmere sich um die Belange von Fans bei Heim- und Auswärtsspielen. Lockhoff sei aber ausdrücklich nicht neuer Fanbeauftragter, sondern nur eine Übergangslösung, sagte Wehlend. Diese Besetzung werde aber auch vom DFB, der einen Fanbeauftragten vorschreibt, begrüßt.

Der VfL will möglichst schnell wieder die Stellen der Fanbeauftragten besetzen und im Findungsprozess mit Fangruppen und Fanprojekt zusammenarbeiten. Anreize erwartet der Verein explizit auch aus der Fanabteilung. Sprengelmeyer hofft, dass der VfL bei der Suche nach einem Nachfolger schnell in die Diskussion mit den Fans einsteige. Bei der Suche nach geeigneten Kandidaten gehe dann Gründlichkeit vor Schnelligkeit, sagte Wehlend.


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