Leidenszeit bei VfL Osnabrück beendet Falkenberg: Nach Drittliga-Debüt extreme Lust auf mehr

Von Johannes Kapitza

Drittliga-Debüt als Anreiz: Kim Falkenberg (links) hat seine Verletzungen auskuriert und in Rostock seine ersten 45 Minuten für den VfL absolviert. Foto: Helmut KemmeDrittliga-Debüt als Anreiz: Kim Falkenberg (links) hat seine Verletzungen auskuriert und in Rostock seine ersten 45 Minuten für den VfL absolviert. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Kim Falkenberg kam als Stammplatz-Kandidat für die rechte Außenposition in der Abwehr, wurde aber durch eine Verletzung in der Vorbereitung ausgebremst: Erst am Freitag ist der 26-Jährige richtig angekommen beim Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück. Beim 2:2 bei Hansa Rostock durfte er 45 Minuten ran, für ihn war die Einwechslung „ein Lohn für die lange und intensive Reha“.

„Ein Flutlichtspiel am Freitagabend in Rostock, 10000 Zuschauer im Stadion – das war eine tolle Atmosphäre für ein Comeback“, sagt Falkenberg, der in der zweiten Halbzeit Andreas Glockner ersetzte. Dann legte er auch noch Addy Mengas 1:0 auf – „fast war es ein perfektes Debüt“, fasst Falkenberg zusammen. Nur das Ergebnis passte nicht. „Dass wir zwei Tore Vorsprung verspielt haben, ist extrem bitter. Das schüttelt man nicht an einem Tag ab.“

Aber die Zeit heilt Wunden – das gilt auch im Fußball und für Falkenberg in spezieller Weise. „Es war ein relativ weiter Weg. Ich musste leider lange auf mein Debüt warten, aber zurückzublicken bringt nichts“, sagt der 26-Jährige, der im Sommer aus Saarbrücken nach Osnabrück gewechselt war und sich gleich im Juni im Testspiel gegen die Sportfreunde Lotte einen Faszienriss im Oberschenkel zuzog. Vier Wochen war er wieder im Training, als er sich vor dem Spiel in Regensburg zwei Außenbänder anriss, „das hat noch mal zwei Wochen gekostet“.

Falkenberg musste sich über die zweite Mannschaft wieder an seine Form heranarbeiten. Vier Einsätze absolvierte er in der Oberliga. „Ich habe das nicht als Strafe angesehen, sondern als absolut sinnvoll. Diese Spiele dienen einem ja nur selber. Die Spielausdauer und die Wettkampfhärte kann man nicht im Training simulieren“, sagt Falkenberg, der 2014 nicht vom Glück verfolgt ist. Bereits Anfang des Jahres war er mit einem Außenknöchelbruch drei Monate beim 1. FC Saarbrücken ausgefallen.

„Gesund bleiben“ ist deshalb sein oberstes Ziel. Und: Möglichst viele Einsätze und Spielminuten zu sammeln, um dann in der Wintervorbereitung den Trainingsrückstand weiter aufzuarbeiten. „Ich bin nicht in einer Position, um großartig etwas zu fordern, sondern will durch Leistung überzeugen“, sagt Falkenberg, aber er macht auch kein Geheimnis daraus, dass er – genau wie alle Fußballer – ein Ziel hat: „Jeder will angreifen. Ich will die Trainingswoche nutzen, um möglichst viele Argumente für eine Nominierung für die Startelf oder zumindest den Kader zu sammeln.“ Denn die ersten 45 Minuten in der 3. Liga waren ein Anreiz: „Es hat mich gefreut, dass ich zum ersten Mal im Kader stand und auch gleich eingewechselt wurde. Das macht natürlich extrem Lust auf mehr.“

Ob schon am Samstag im Heimspiel gegen die U23 des FSV Mainz weitere Spielzeit hinzukommt, wird sich erst Ende der Woche entscheiden. „Kim hat seine Sache in Rostock ordentlich gemacht“, sagt Trainer Maik Walpurgis. Gleichwohl sei noch ein Defizit an Spielpraxis zu erkennen gewesen. Eine Entscheidung wird es erst gegen Ende der Woche geben. Noch bleiben zwei Trainingseinheiten am Donnerstag und Freitag, um sich zu empfehlen. „Es gilt, am Samstag auf den Punkt fit zu sein. Das kriegen wir hin“, ist Falkenberg überzeugt, „wir marschieren permanent, die Mannschaft ist in einem sehr guten Fitnesszustand.“

Fitness ist eine Grundlage, um am Wochenende Punkte zu holen – Punkte, die nach Falkenbergs Empfinden auch in Dortmund und Rostock „verdient gewesen wären und sich für uns freundlich in der Tabelle widerspiegeln würden“. Ein Dreier gegen Mainz, „und wir wären seit sechs Spielen ungeschlagen und absolut im Soll. Wir stehen vernünftig da, sind zu den anderen Klubs in Schlagdistanz. Bei mir und der Mannschaft geht der Blick nach vorne.“ Als Motivation für Samstag reicht ein kurzer Blick zurück: „So schlaflose Nächte will kein Spieler, keiner aus dem Trainerteam und kein Fan noch mal erleben, erst recht nicht eine Woche später. Wenn wir wieder in Führung gehen sollten, werden wir mit Haut und Haaren alles dafür tun, um die Punkte zu behalten.“