Beobachter in Unterhaching Sieben Tore – aber Wolf weiß vieles vorher

Von Benjamin Kraus

Uwe Wolf, hier noch als Trainer von Wacker Burghausen. Foto: MartensUwe Wolf, hier noch als Trainer von Wacker Burghausen. Foto: Martens

Unterhaching. „Unterhaching macht halt die Chancen nicht, das ist das Problem dieser jungen Truppe. Osnabrück ist abgeklärter“, sagte Uwe Wolf. Das Halbzeit-Fazit des Ex-Profis (1. FC Nürnberg) und Ex-Trainers von 1860 München konnte man unterschreiben – zu diesem Zeitpunkt. Denn was der VfL nach der Pause spielte, war bekanntlich alles, aber ganz sicher nicht abgeklärt.

Was Wolf, der zuletzt Wacker Burghausen in der Dritten Liga coachte und die Partie in Unterhaching als interessierter – aber sympathischerweise nicht stiller – Beobachter auf der Tribüne verfolgte, nicht davon abhielt, weiter Fachwissen zu teilen. Dabei trafen seine Prognosen bemerkenswert oft ein – und das bei diesem kuriosen Spielverlauf. „Passt auf, das rächt sich noch“, sagte der 46-Jährige sofort nach der von Menga vergebenen Großchance, als beim VfL-Anhang angesichts einer 3:1-Führung in Überzahl wohl noch niemand ernsthaft daran dachte. Doch schon eine Minute nach dem 3:3 brachte Wolf mit einer weiteren Ansage, die alle leidgewohnten Osnabrücker überraschte: „Das geht 4:3 aus. Für den VfL.“ Als Erklärung für sein Näschen sagte Wolf hinterher, dass dies eben so sei, wenn man wie die Gastgeber im Negativlauf stecke. Im Negativlauf steckt nach fünf Niederlagen in Serie auch Jahn Regensburg, nächster Gegner des VfL. Ob Wolfs Besuch in Unterhaching etwas mit dem Jahn, wo Wolf schon öfter als Übungsleiter im Gespräch war, zu tun hatte?