Torschütze Menga schaut nach vorn VfL-Spieler frustriert, aber auch trotzig nach dem 1:3

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ab/jka Osnabrück. Der Trainer nur mühsam beherrscht, die Spieler frustriert, die Zuschauer sauer über die Schiedsrichter-Entscheidungen, aber mit aufmunterndem Applaus für das Team. Das waren die Momentaufnahmen nach dem 1:3 (0:1) des VfL Osnabrück gegen den SV Wehen Wiesbaden, das die Bilanz der Lila-Weißen nach elf Spieltagen mit vier Siegen, zwei Unentschieden und fünf Niederlagen ins Negative driften ließ.

Die Protagonisten beklagten zu Recht ein gerüttelt Maß an Pech, rieben sich nachvollziehbar am Referee-Gespann, das im Zweifel gegen den VfL entschied. „Fußball ist eben nicht immer gerecht“, stellte Nicolas Feldhahn fest. Der Mittelfeldspieler räumte ein, dass sein Team in einigen Szenen „noch zu grün hinter den Ohren“ gewesen sei.

An der Einstellung lag es nicht, am Willen, das Spiel entscheidend zu drehen, auch nicht, wie Coach Maik Walpurgis wissen ließ. Er verteilte sogar ein Kompliment dafür, wie sich die Mannschaft in der zweiten Halbzeit präsentiert habe, und bewertete damit den couragierten Vortrag nach der Pause höher als die bittere Niederlage.

„Man hat gegen die Stuttgarter Kickers und Wehen Wiesbaden gesehen, dass wir gegen Mannschaften, die oben stehen, mithalten können. Deshalb denke ich, dass wir positiv aus diesem Spiel herausgehen“, äußerte sich Feldhahn.

Tatsächlich gab es einige Chancen für den VfL, die Partie zu seinen Gunsten zu entscheiden: Erinnert sei an Davide Grassis Doppelchance oder einige Szenen, in der Schiedsrichter Patrick Alt den Osnabrückern einen Vorteil raubte.

„Wir machen das 1:1 und wollten dann unbedingt weitermachen. Dann spielst du nach vorne und kriegst diesen abgefälschten Ball. Das ist einfach nur bitter“, sagte Addy Menga. Der Torschütze vom Dienst (bislang fünf Treffer) ließ einen erweiterten Blick in die Gefühlslage zu, als er ergänzte: „Wir sind alle geknickt. Aber jetzt müssen wir nach vorne schauen, den Kopf wieder hoch nehmen und in Unterhaching drei Punkte holen.“ Sturmkollege Stanislav Iljutcenko, der zum wiederholten Mal für Menga auflegte, meinte: „Wir hätten heute mindestens einen Punkt mitnehmen müssen, das wäre hochverdient gewesen. Jetzt gibt es nur eins: Mund abwischen, weitermachen und nach vorn schauen.“

Es trifft zu, dass der VfL nach elf Spielen gegen alle Top-Teams dieser Liga gespielt hat und weitgehend im Restprogramm auf tiefer platzierte Gegner trifft. Allerdings muss auch – und das stellte Walpurgis trotz aller Dinge, die sich bei diesem Flutlichtspiel gegen den VfL verschworen hatten, treffend fest – eine spielerische Weiterentwicklung stattfinden. Das kann ein langwieriger Prozess werden; der VfL und seine Anhänger müssen sich auf die Tristesse des Mittelfeldes einrichten.

Das mag schwer vermittelbar sein, entspricht aber aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Realität. Fußballer, wie sie der SV Wehen Wiesbaden in seinen Reihen hat, kann sich der VfL nicht leisten, da gelten andere Tarife. Umso mehr gilt es – wie in der zweiten Halbzeit gegen den SVWW – immer alles rauszuhauen.


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