Schiedsrichter im Mittelpunkt der Kritik VfL-Trainer Walpurgis verteilt trotz des 1:3 Komplimente

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Mit einem Lächeln reagierte Schiedsrichter Patrick Alt auf die Proteste von Nicolas Feldhahn. Foto: Stefan GelhotMit einem Lächeln reagierte Schiedsrichter Patrick Alt auf die Proteste von Nicolas Feldhahn. Foto: Stefan Gelhot

ab/jka Osnabrück. Der Trainer war sichtlich um Fassung bemüht. Allzu sehr stand ihm die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben über dieses 1:3, das trotz des Ergebnisses eine Last-Minute-Niederlage war – und eine ganz bittere überdies.

Die Schiedsrichterleistung war ein Thema. Als es zur Sprache kam, merkte man Walpurgis an, wie es in ihm gärte. „Ich war selten so aufgebracht wie in diesem Spiel“, sagte der 40-jährige und ließ damit keinen Spielraum offen, wer der Auslöser seiner Erregung war.

Patrick Alt, der 29-jährige Wirtschaftsinformatiker, hatte tatsächlich nicht seinen besten Tag – gerade am fünften Jahrestags des VfL-Pokalerfolgs über den Hamburger SV. In etlichen Szenen entschied er gegen den VfL, vorentscheidend war der ausbleibende Pfiff gegen den Wehener Herzig, als dieser in der Nachspielzeit Menga zu Fall brachte. Mit einem Freistoß für Lila-Weiß wäre es nie und nimmer zum zweiten Tor der Gäste gekommen.

„So etwas habe ich in den letzten zehn Jahren nicht mehr erlebt“, echauffierte sich Walpurgis und ergänzte: „Wenn ich jetzt etwas sage, würde das eine sehr lange Sperre nach sich ziehen.“

Zuvor hatte er den Auftritt seiner Mannschaft analysiert, davon gesprochen, dass es ein „schwer zu erklärendes Spiel“ gewesen sei. Dabei waren ihm die Defizite in der ersten Halbzeit nicht entgangen, wie er insgesamt feststellte, dass in der fußballerischen Entwicklung noch Luft nach oben sei. „Aber man darf heute trotz der Niederlage auch ein Kompliment verteilen. Denn wie die Mannschaft nach der Pause gepowert hat, wie sie sich gegen die Niederlage gestemmt hat, verdient Anerkennung“, sagte er und hob insbesondere auf den Ausgleich von Menga ab: „Tolle Vorarbeit von Stani Iljutcenko, brillanter Abschluss von Addy.“

Der angesprochene Stürmer gab sich nach dem Spiel ungewöhnlich wortkarg und formulierte etwas einsilbig: „Zum Schiedsrichter sage ich lieber nichts.“

Dass es eine unverdiente Niederlage war, hatten auch die meisten der gut 7000 Zuschauer registriert. Die Pfiffe nach dem Spiel richteten sich dann auch gegen das Referee-Gespann, die eigene Mannschaft wurde mit Applaus verabschiedet.

Führungsspieler Nicolas Feldhahn war um eine differenzierte Sicht der Dinge bemüht und traf mit seiner Analyse wohl den Kern: „Der Schiedsrichter hat nicht gegen uns gepfiffen, aber er hat in einigen Szenen nicht konsequent entschieden. So hat er sich das Leben selbst schwer gemacht.“ Als VfL-Sportkoordinator Lothar Gans den Unparteiischen auf seine Leistung ansprechen wollte, wurde er aus der Kabine verwiesen.


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