Zwei Tore in der Nachspielzeit VfL Osnabrück: Bitteres 1:3 gegen Wiesbaden


Osnabrück. Trockenbrot statt leckerer Kanapees. Lange schien es, als könne der VfL Osnabrück wenigstens ein 1:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden über die Zeit retten. Doch durch zwei Tore in der Nachspielzeit gab es eine bittere 1:3 (0:1)-Niederlage gegen die Mannschaft vom Rand des Taunus.

Es war die dritte Schlappe vor heimischer Kulisse – die 7132 Zuschauer verstanden die Welt nicht mehr, hatte doch ihr Liebling Addy Menga mit seinem traumhaften Ausgleichstor die Hoffnung auf ein besseres Ende genährt.

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Gegen durchaus rustikal einsteigende Wehener tat sich der VfL anfangs schwer. Ein schönes Solo von Iljutcenko (5.) erfreute den Anhang, brachte aber nichts Zählbares, weil der Flachschuss knapp am Tor vorbeistrich. Gegen den defensiv gut organisierten Gast taten sich die Osnabrücker schwer, Pässe in die Schnittstellen zu spielen.

Trainer Walpurgis vertraute der Mannschaft, die zuletzt in Reutlingen ein 1:1 gegen die Stuttgarter Kickers erkämpft hatte. Dementsprechend stand auch Hohnstedt wieder im Team, der buchstäblich die Zähne zusammenbiss und sich seine Blessur nicht anmerken ließ. Es dauerte eine Zeit, ehe er sich auf der linken Offensivseite sortiert hatte.

Wiesbaden mit starken Individualisten

Der SVWW mit etlichen starken Individualisten war darum bemüht, das Geschehen zu kontrollieren. Insbesondere bei Standards blitzte die Gefahr auf, die Hereingaben von Mintzel oder Book forderten Heuer Fernandes oder sahen in Pisot einen energischen Abräumer.

Mit einem Freistoß von Salem – halblinke Position, 22 Meter – kam der VfL besser ins Spiel, auch wenn dieser Kunstschuss von Keeper Kolke artistisch über den Querbalken gelenkt wurde (24.). Auch Menga stand nur zwei Minuten später bei seiner ersten Chance vor dem 1:0, das freilich nicht der VfL erzielte.

In der mittlerweile hitzigen Partie sorgte ausgerechnet Wehens Linksaußen Vunguidica, der nach einer dunkelgelben Karte (Foul an Willers) vom Publikum gnadenlos ausgepfiffen, für die Initialzündung. Mit seinem temporeichen Solo verlud er Feldhahn und den bis dahin überragenden Pisot, passte mit Übersicht nach innen, wo der durchgestartete Jänicke mit einem Flachschuss aus 13 Metern souverän zur Führung abschloss.

Kein Drive zum Tor

Dem VfL fehlte der Drive zum Tor, dafür waren die Wehener defensiv zu gut sortiert. Darüber hinaus erwiesen sich die Offensivaktionen der Gäste als durchdachter und gefährlicher. Allerdings: In der Wahl der Mittel verhielten sie sich häufig unsauber; Schiedsrichter Alt schritt nicht energisch genug dagegen ein.

So war er auch der Buhmann, als Menga bei der ersten Möglichkeit der zweiten Hälfte von Gegenspieler Geyer im Strafraum angerempelt wurde. Schwer zu entscheiden, ein Strafstoß schien aber (in Unkenntnis von etwaigen TV-Bildern) durchaus vertretbar (51.).

Es war aber auch so etwas wie ein Muntermacher für den VfL, der sich in der Folge fast nur noch nach vorn orientierte und Abwehrmann Grassi die große Gelegenheit zum Ausgleich eröffnete: Zuerst wurde sein Kopfball von der Linie gekratzt, und auch sein Nachschuss fand nicht den Weg ins Tor (62.).

Die Offensivbemühungen wurden letztlich durch das Traumtor von Menga (76.) belohnt, sein mittlerweile fünftes Erfolgserlebnis. Es offenbarte aber auch, wie sehr der VfL gegenwärtig von diesem frisch erblühten Stürmer abhängig ist. Vor der erneuten Führung der Wehener übersah der schwache Schiedsrichter ein klares Foul an Menga. Torschütze Müller (90 + 4) hatte noch das Glück, dass ein Schuss abgefälscht wurde. Der eingewechselte Riemann (90. + 5) traf auf keine Gegenwehr mehr.