Magen-Darm-Infekt legt Dercho lahm Pechvogel Hohnstedt war transportfähig – Diagnose offen


Stuttgart. Schrecksekunde mit Langzeitwirkung: Auch eine knappe Stunde nach Spielschluss VfL Osnabrück vs. Stuttgarter Kickers war noch nicht bekannt, wie schwer sich Michael Hohnstedt kurz vor der Pause verletzt hatte. Mit Verdacht auf Gehirnerschütterung und Jochbein- oder Kieferverletzung war der Osnabrücker ins Krankenhaus gebracht worden.

Von Harald Pistorius und Christian Hesse

Immerhin konnte der Ex-Lotteraner die Heimreise antreten, doch auch am späten Abend war das Ausmaß der Verletzung unklar. „Wollen wir hoffen, dass es nur eine schwere Prellung ist – zumindest ist das die Tendenz“, sagte Trainer Maik Walpurgis nach einem Gespräch mit Hohnstedt, „er hat kurz vorher schon einen heftigen Check kassiert und geht trotzdem mit vollem Risiko in den Zweikampf. Das ist bewundernswert.“

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Lautstark und begeistert feierten etwa 150 lila-weiße Fans mit den Spielern das Unentschieden – dabei hatten die meisten von ihnen nur die Hälfte des Spiels sehen können. Sie kamen in dicht besetzten Bullis, waren seit dem Vormittag unterwegs in Richtung Süden – und standen beim Anpfiff der Partie im Stau. Nur ganz wenige lila-weiße Fans waren zu Beginn dabei, die anderen steckten fest auf der Autobahn kurz vor Stuttgart, 60 Kilometer vor Reutlingen.

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Pünktlich im Stadion, aber nicht dabei auf dem Rasen war Alexander Dercho. Über Nacht hatte den Linksverteidiger ein Magen-Darm-Infekt erwischt. Zunächst machte er sich noch Hoffnung auf einen Einsatz, doch als sich die Symptome verschlimmerten, passte er. Der Versuch, Sofien Chahed nachzuholen, um einen vollzähligen 18er-Kader aufbieten zu können, erledigte sich schnell: Der zuletzt angeschlagene Defensiv-Allrounder hatte sein Trainingsprogramm in Osnabrück bereits absolviert und kam so für einen Einsatz nicht infrage.

Knapp 3000 Zuschauer kamen an einem recht lauen Spätsommerabend in das weitläufige Stadion, das mit zweitligareifer Tribüne und fernsehtauglichem Flutlicht eine gute Kulisse für Drittligafußball ist.

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Vielen Kickers-Fans ist der Weg trotz des guten Starts ihrer Mannschaft zu weit; außerdem ist Reutlingen „Feindesland“ – die Stadt gehört zum Einzugsgebiet des großen Bruders VfB. Und auch die PR-Aktionen der Kickers, mit Flyern und Plakaten für ihre Heimspiele in der Fremde zu werben, stoßen an Grenzen: Eine radikale Fraktion von Fans des SSV Reutlingen hat sich offenbar zum Ziel gesetzt, jedes einzelne Kickers-Plakat abzureißen.

Wieder in Betrieb ist das VfL-Radio. Am Freitag nutzte das Team mit der anerkannten und seit fast zwanzig Jahren in der lila-weißen Fanszene aktiven Fachfrau Svenja Gnida (früher Kuhlenbeck) und Pressesprecher Sebastian Rüther eine Kommentatorenbox für die 90-minütige Live-Reportage.