Ohne Ornatelli, mit Lehmann Trainer des VfL Osnabrück: Solche Gegner liegen uns

Von Christian Detloff

Hier noch Gegner, jetzt Mitspieler: Marcos Alvarez (r.) und Michael Hohnstedt. Foto: Imago.Hier noch Gegner, jetzt Mitspieler: Marcos Alvarez (r.) und Michael Hohnstedt. Foto: Imago.

Osnabrück. Der Fünf-Punkte-Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang nach dem 2:1-Heimsieg über Holstein Kiel ist für den VfL Osnabrück kein Ruhepolster. Ginge es nach den Eindrücken aus dem Abschlusstraining, ist der Tabellenachte der 3. Liga hoch motiviert und entschlossen, sich an diesem Freitag (19 Uhr, Stadion an der Kreuzeiche in Reutlingen) mit einem Coup gegen die Stuttgarter Kickers in der oberen Tabellenhälfte zu behaupten.

Gibt es Veränderungen gegenüber dem Kiel-Spiel?

Was die erste Elf betrifft, vermutlich nicht. Im Abschlusstraining trugen die Spieler die gelben Leibchen, die gegen Kiel die Anfangsformation gebildet haben. In das 18-er Aufgebot kehren mit Alvarez und Odenthal zwei zuletzt verletzte U23-Spieler zurück. Entsprechend ist gegen die Kickers wieder Lehmann und nicht wie zuletzt „Jungspund“ Düker Ersatztorwart. Chahed ist nach seiner Muskelverletzung zwar zurück im Mannschaftstraining, wegen seines Rückstand trat er aber nicht die Busreise gen Schwaben an. Erneut nicht dabei ist auch Ornatelli. Der zuletzt formschwache Flügelspieler setzt seit Mittwoch mit Oberschenkelproblemen aus. Der VfL geht davon aus, dass der Techniker Anfang der kommenden Woche in den Trainingsbetrieb zurückkehrt.

Wie verlief das Abschlusstraining?

Die 22 Akteure gingen in den Zweikämpfen des zweigeteilten, zudem oft von Walpurgis für Hinweise unterbrochenen Trainingsspiels schonungslos zur Sache. Dazwischen ließ der Coach jede Menge Standards von beiden Seiten üben. Die Ecken von Salem – direkt vor das Tor oder Richtung Elfmeterpunkt – kamen noch schärfer als die von Kandziora.

Was erwartet Walpurgis?

„Ich gehe davon aus, dass uns der Gegner presst und mit intensivem Einsatz zu Fehlern zwingen will“, so der 40-Jährige, dem nicht bange ist. „Generell liegen uns solche Gegner.“ Walpurgis rechnet mit einem schweren Auswärtsspiel. „Die Kickers sind favorisiert. Aber wir sind hoch motiviert und wollen etwas mitnehmen.“

Welcher VfLer kennt die Kickers am besten?

Alvarez spielte vor seinem Wechsel im Sommer zu den Lila-Weißen zwei Jahre für die Blauen. Entsprechend weiß er: „Die Kickers haben ein über Jahre eingespieltes Team. Ob Innenverteidiger Fennell, die Mittelfeldspieler Marchese, Braun und Halimi oder Soriano im Sturm: Sie haben super Fußballer.“ Dass die Gastgeber in Reutlingen alle vier Spiele gewannen, macht den 22-Jährigen nicht bange. „Wir hatten das wesentlich schwerere Auftaktprogramm als die Kickers. Und trotzdem liegen wir nur drei Punkte hinter ihnen.“ In der Tat haben die Schwaben drei ihrer vier Heimspiele gegen die Teams bestritten, die derzeit auf den Abstiegsplätzen rangieren. Alvarez geht sogar davon aus, „dass wir eigentlich weiter sind als sie“. Der kompakte, bärtige Stürmer freut sich insbesondere auf das Wiedersehen mit seinen guten Freunden Braun und Soriano. Mit Letzterem telefoniert der Stürmer „mindestens einmal pro Woche“. Entsprechend äußerte Alvarez augenzwinkernd die Hoffnung, rechtzeitig herauszubekommen, ob der angeschlagene Soriano gegen den VfL einsatzfähig ist. Fest steht, dass die Rotsperre des starken Kickers-Linksaußen Gerrit Müller abgelaufen ist.

Wer sucht noch nach seiner Bestform?

Zum einen Alvarez, der fast die gesamte Rückserie mit einem Knorpelschaden im Knie versäumt hatte und sich bei „70 Prozent meiner Leistungsfähigkeit“ sieht. Auch Dercho hat noch Steigerungspotenzial. „Aufgrund der komplett verpassten Vorbereitung fehlt mir noch die Spritzigkeit. Ich lege aber viele Extraschichten ein.“

… und wie geht’s nun aus?

Mit dem Selbstvertrauen des Sieges über Kiel behält der VfL eine ausgeglichene Auswärtsbilanz. Das heiß umkämpfte Spiel endet 1:1.


Freitag, 19 Uhr: Stuttgarter Kickers - VfL Osnabrück (10. Spieltag)

Stuttgarter Kickers: 1 K. Müller – 16 Leutenecker, 26, Fennell, 21 Stein, 27 Baumgärtel – 20 Halimi, 10 Marchese, 6 Braun – 13 Edwini-Bonsu, 9 Soriano, 8 G. Müller.

VfL Osnabrück: 1 Heuer Fernandes – 24 Willers, 5 Pisot, 2 Grassi, 6 Dercho – 25 Groß, 19 Feldhahn – 20 Salem, 18 Kandziora – 13 Menga, 14 Iljutcenko.

In Reserve: 28 Lehmann (Tor), 4 Wagener, 29 Alvarez, 17 Glockner, 23 Hohnstedt, 26 Thee, 15 Odenthal. – Es fehlen: Falkenberg, Sembolo, Chahed (alle Trainingsrückstand), Ornatelli (Oberschenkelverletzung), Freiberger, Neldner, Bode (alle nicht berücksichtigt), Merkens, Thomik (beide Reha).

Schiedsrichter: René Rohde (Rostock). Der 34-Jährige leitete bislang drei Spiele mit VfL-Beteiligung, allesamt in der Osnatel-Arena, und pfiff solide ohne große Auffälligkeiten.

Zuschauer: 3200 werden erwartet, darunter etwa 300 aus Osnabrück.

Liveticker: www.noz.deLiveradio:www.vfl.de . – Fernsehen: Der SWR zeigt in der Sendung „Sport am Samstag“ (17.30 bis 18 Uhr) eine Nachbetrachtung des Spiels.

Nächste Spiele: Am Dienstag (23. 9., 19 Uhr) in der Osnatel-Arena gegen Wehen Wiesbaden); am Samstag (26. 9., 14 Uhr), bei der Spvg. Unterhaching; am Samstag (4. 10., 14 Uhr), gegen Jahn Regensburg.