Für den VfL ist es das Halbfinale NFV-Pokal: Unangenehme Braunschweiger mit Torwart Reck


Osnabrück. Offiziell firmiert die Partie als Viertelfinale im NFV-Pokal – „für uns ist es aber das Halbfinale“, sagt Maik Walpurgis. Vom Ligaspiel gegen Kiel am Samstag will der Trainer des VfL Osnabrück gar nicht reden, „dazu ist die Partie gegen FT Braunschweig zu wichtig.“ Nicht nur wegen der Chance auf das Finalspiel um den Einzug in den DFB-Pokal ist die Partie (Mittwoch, 19.30 Uhr, Bremer Brücke) attraktiv. Sondern auch, weil bei den Freien Turnern ein bekannter Name das Tor hütet.

Es ist Daniel Reck, der schon als dreizehnjähriger Sprössling den DFB-Pokal in die Höhe stemmte. Sein Vater Oliver hatte die zwölfeinhalb Pfund schwere Trophäe als Keeper des FC Schalke 04 beim 4:1-Endspielsieg 2002 in Berliner Olympiastadion über Bayer Leverkusen gewonnen. „Diesen Moment werde ich nie vergessen“, sagt der Torwart der Freien Turner, denen im Vorjahr der überraschende Einzug in den DFB-Pokal gelang.

Als Oberligist hatte man im NFV-Pokal die Regionalligisten VfB Oldenburg und TSV Havelse ausgeschaltet. Dass das Finale gegen den BSV Rehden mit 1:2 verloren ging, schmälerte die Freude kaum. Denn Lohn des Finaleinzugs war das DFB-Pokal-Erstrundenspiel im August gegen Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln (0:4). Vor 9067 Zuschauern im Eintracht-Stadion rettete Reck seiner Elf das 0:0 zur Pause. Der 25-Jährige kassierte für seine Leistung viel Lob – gab sich aber selbstkritisch die Mitschuld an zwei Gegentoren.

Eigentlich wollte der gebürtige Oberneuländer nie in die Fußstapfen seines Vaters treten. In der Jugend von Werder Bremen agierte er im defensiven Mittelfeld. Erst als A-Jugendlicher beim VSK Osterholz-Scharmbeck sorgte Trainer Günter Hermann, der mit Oliver Reck vier große Titel im Werder-Trikot gewonnen hatte, für den Positionswechsel: „Du hast die Veranlagung dazu, und die Gene müssen ja vorhanden sein.“

Im Herrenbereich etablierte sich Daniel Reck beim FT Braunschweig als Stammkeeper. Aber die Rückkehr in die Oberliga, der Durchmarsch in die Regionalliga Nord und das DFB-Pokal-Spiel haben Reck Lunte riechen lassen. Eine Profikarriere hatte er zuvor klar ausgeschlossen – auch weil es ihn genervt hatte, wenn sein Vater bei Fehlern als „Pannen-Oli“ tituliert wurde: „Ich habe als Kind gemerkt, dass so ein Leben viele Nachteile mit sich bringt.“ Im Sommer 2015, wenn er sein Bachelor-Studium zum Wirtschaftsingenieur beendet hat, will er nun doch den Sprung zum Profi wagen.

Zuvor freut er sich wie seine Teamkollegen heute über die Abwechslung vom trüben Ligaalltag. Zwei Punkte aus sieben Spielen (3:10 Tore) bezeugen, wie schwer sich der Aufsteiger tut. Und auch in Osnabrück hängen die Trauben hoch. „Zu Hause wäre die Chance aufs Weiterkommen größer gewesen. Ich freue mich trotzdem riesig auf das Spiel, die Bremer Brücke ist einer der Kult-Orte Niedersachsens“, sagte Reck zu ndr.de.

„Unser harter Kern wird da sein, wir werden eine tolle Unterstützung haben“, rechnet auch VfL -Trainer Walpurgis mit einem Heimspiel-Vorteil, weiß aber, dass seine Elf gefordert sein wird: „Wir haben Braunschweig beobachten lassen: ein unangenehmer Gegner. Sie werden wohl wie gegen Köln, wo sie lange die Null gehalten haben, tief stehen. Wir müssen unsere Qualität bringen, konzentriert offensiv agieren und – wichtig – Tore schießen.“

Um diesen Plan zu erfüllen , gibt es, so der Trainer, „die eine oder andere Veränderung in der Startelf, weil unsere Mannschaft in der Breite inzwischen mehr Qualität hat“. Definitiv fehlen wird Milad Salem (Rücken), auch Maik Odenthal steht im Vergleich zur Duisburg-Partie nicht im 18er-Kader. Für die beiden rücken Stürmer Kevin Freiberger und Verteidiger Davide Grassi auf. Die wiedergenesenen Kim Falkenberg und Christian Groß sind erst zum Kiel-Spiel wieder ein Faktor – was am Mittwochabend aber zu keiner Zeit ein Thema sein soll.