NFV-Pokal: Freier Eintritt mit Dauerkarte VfL Osnabrück am Mittwoch Favorit im eigenen Haus

Von Harald Pistorius

Die Youngster der U21 gewannen 2013 den Niedersachsenpokal, im Finale gegen den SV Wilhelmshaven. Foto: Helmut KemmeDie Youngster der U21 gewannen 2013 den Niedersachsenpokal, im Finale gegen den SV Wilhelmshaven. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. An diesem Mittwoch (Anstoß 19.30 Uhr) will der VfL Osnabrück in der Osnatel-Arena den nächsten Schritt in Richtung der Fleischtöpfe des DFB-Pokal machen. Gegen den Regionalligisten Freie Turner Braunschweig ist die Mannschaft von Trainer Maik Walpurgis im Viertelfinale des Krombacher-NFV-Pokalwettbewerbs Favorit im eigenen Haus.

Zwei Viertelfinalspiele sind bereits ausgetragen worden: Der vom ehemaligen VfL-Profi Christian Neidhart trainierte SV Meppen setzte sich mit 1:0 beim Oberligisten Rotenburger SV durch, der Lüneburger SK Hansa gewann das Duell zweier Regionalligisten beim TSV Havelse im Elfmeterschießen.

Erst am 8. Oktober wird das Halbfinale komplettiert: Dann empfängt der Landesligist TSC Vahdet Braunschweig den Regionalligisten VfB Oldenburg. Erst nach dieser Partie erfolgt die Auslosung der Halbfinalpaarungen, die der NFV und Wettbewerbssponsor Krombacher als vorweggenommene Endspiele betrachten, denn die beiden Sieger sind für die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal 2015/16 qualifiziert. Die Spiele sollen im Frühjahr 2015 stattfinden und attraktive präsentiert werden. Dazu sollen die Klubs Freiräume bei der Terminierung bekommen.

Das Heimrecht, das dem Regionalligisten aus Braunschweig zusteht, wurde aus Sicherheitsgründen getauscht. Der Verein Freie Turner nutzt eine Bezirkssportanlage, die eine Trennung von Fanbereichen nicht zulässt. Die wäre aber notwendig, weil – insbesondere nach der Erfahrungen des Achtelfinalspiels in Goslar (5:0), wo VfL-Fans wurden Eintracht-Hools angegriffen wurden – mit einem Besuch gewaltbereiter Fans des Braunschweiger Zweitligisten hätte gerechnet werden müssen.

Die Braunschweiger hatten zunächst an eine Austragung in Wolfsburg oder Goslar gedacht, doch von dem Gang nach Osnabrück verspricht sich der Klub eine größere Kulisse und Einnahme. „Wir haben die Beteiligung der Braunschweiger im guten Einvernehmen geregelt“, sagt Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Der VfL hat für sein Publikum ein interessantes Angebot geschnürt: Dauerkarten-Inhaber haben am Mittwoch freien Eintritt. Außerdem erhalten alle Besitzer einer Tageskarte für das Spiel am Samstag (13. September, 14 Uhr) gegen Holstein Kiel in beiden Fanshops eine Freikarte für das Pokalspiel. Der Eintritt kostet acht Euro, damit kommt man bei freier Platzwahl in die Ostkurve und auf die Nordtribüne.

Seit 1993/94 muss der VfL – abgesehen von den fünf Zweitliga-Jahren – den Umweg über den Landespokal einschlagen, um die lukrative Hauptrunde im DFB-Pokal zu erreichen. Sieben Mal tappten die Lila-Weißen dabei in die Außenseiterfalle und verpassten die Qualifikation.

Es waren namhafte Trainer, die für die Pleiten gerade stehen mussten: Werner Biskup scheiterte mit seinem Team gleich zweimal – 1993/94 am VfL Herzlake, 1994/95 an Preußen Hameln. 1998/99 schonte Gerd-Volker Schock ein paar seiner Asse und musste anschließend dem TuS Lingen gratulieren.

Auch einige seiner Nachfolger mussten den Verzicht auf Leistungsträger teuer bezahlen: Mit Jürgen Gelsdorf schied der gerade aus der 2. Bundesliga abgestiegene VfL 2001/02 im Elfmeterschießen beim FC Schüttorf 09 aus.

In der Saison darauf wollte es Gelsdorf besser machen und trat mit der besten Elf zum Viertelfinale beim BSV Rehden an – es gab eine verdiente 1:3-Niederlage.

In der vergangenen Saison übernahm Maik Walpurgis die Verantwortung für die 1:2-Niederlage beim angeschlagenen Regionalligisten SV Wilhelmshaven – nach vier Pflichtspielsiegen hintereinander war das eine völlig unerwartete Pleite. Wie zwei Jahre zuvor Uwe Fuchs beim 2:3 in Heeslingen hatte auch Walpurgis einige seiner Stammkräfte geschont.

Zweimal hat der VfL Osnabrück den Wettbewerb gewonnen: 2004/05 und zuletzt 2012/13, als nach dem Scheitern der Profis in der Relegation gegen Dynamo Dresden die U21 der Lila-Weißen gegen den SV Wilhelmshaven gewann.