Torhüter auf gleichem Level Torwart-Frage beim VfL Osnabrück noch nicht entschieden

Nicht überdrehen: VfL-Trainer Maik Walpurgis, dahinter Co Ovid Hajou. Foto: KemmeNicht überdrehen: VfL-Trainer Maik Walpurgis, dahinter Co Ovid Hajou. Foto: Kemme

Osnabrück. Daniel Heuer Fernandes geht als Nummer eins des VfL Osnabrück in die neue Drittliga-Saison – zumindest laut Rückennummer. Ob der portugiesische U-21-Nationalspieler oder Frank Lehmann zum Ligaauftakt gegen Energie Cottbus am Samstag (18 Uhr) zwischen den Pfosten steht, hat Trainer Maik Walpurgis noch nicht entschieden.

Beim Testspiel gegen Borussia Dortmund (1:1) am Dienstag setzte Walpurgis auf eine gleichberechtigte Arbeitsteilung. Lehmann stand in der ersten Halbzeit im Tor und zeichnete sich bei einem Distanzschuss von Dong-Won Ji aus (23.). Heuer Fernandes kam nach der Pause zum Einsatz und hielt mit einer Klasseparade gegen Ciro Immobile (87.) das Unentschieden fest. Aufgrund ihrer starken Leistungen will sich Walpurgis noch nicht auf eine Nummer eins festlegen.

„Die Entscheidung ist sehr eng, weil beide sehr, sehr gut sind. Daniel Heuer Fernandes hat eine fantastische Saison gespielt, Frank Lehmann hat bei seinen Einsätzen exzellent agiert. Beide agieren auf einem sehr hohen, engen Niveau“, lobte der Trainer im NOZ-Sporttalk auf os1.tv, der am Donnerstagabend ausgestrahlt wird.

Die Torwart-Entscheidung für Samstag werde erst „kurzfristig vor dem Spiel fallen“. Schon auf der Zielgeraden der vergangenen Saison zeigte sich, dass es keine unbegrenzte Einsatz-Garantie im VfL-Tor gibt: Nach 34 Einsätzen musste Heuer Fernandes in den letzten drei Partien Lehmann den Vortritt lassen.

Abseits der Torwartfrage ist Walpurgis darum bemüht, dass die Erwartungen im Umfeld des VfL nicht überborden. „Beim Publikum hatte ich den Eindruck, dass am Wochenende die Bundesliga-Saison anfangen kann, weil wir erstligareif sind“, sagte der Trainer. Die Euphorie sei nach dem 1:1 groß, aber Dortmund habe noch nicht volles Tempo gehen können.

Der BVB hat am 5. Juli – zwei Wochen nach dem VfL – die Saisonvorbereitung aufgenommen. Die WM-Fahrer Ji (Südkorea) und Immobile (Italien) starteten erst am Wochenende ins Training. Für beide „war es nicht optimal, nach nur drei Tagen Training zu spielen, aber es war okay“, sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. Erst am 23. August beginnt für den BVB der Bundesliga-Betrieb, weshalb Klopp den Test nüchtern bewertete: „Wir haben das unterm Strich ganz ordentlich gemacht. Es war ein Spiel, wie es normal ist für diesen Stand in der Vorbereitung.“

Auch Walpurgis sah „einige Dinge, bei denen wir uns noch weiterentwickeln müssen“. Dadurch, dass Neuzugänge integriert werden mussten, bedürfe es noch weiterer Abstimmungen. Das sei aber „völlig normal“. Abgesehen von mehreren Verletzungen habe die Mannschaft „eine ordentliche Vorbereitung gespielt“.

Neuzugang Marcos Álvarez war am Dienstag zufrieden: „Wir haben das gezeigt, was der Trainer sehen wollte. Wir haben defensiv gut gestanden und wenig zugelassen.“ Offensiv könnten Milad Salems Freistöße für Gefahr sorgen, so wie am Dienstag, als ein Standard dem Elfmeter zum 1:0 vorausging. „Wenn ich die Bälle etwas härter schlage, fallen auch Tore. Wir üben fast täglich Standards, denn wir haben viele gute Kopfballspieler.“ Vor dem ersten Pflichtspiel im lila-weißen Trikot ist der Neuzugang aus Elversberg zuversichtlich. „Wir haben System und Konzept, es macht Spaß hier in Osnabrück. In dieser Form können wir eine gute Rolle spielen“, sagte Salem.

Die gelungene Generalprobe gegen Dortmund dürfte sich am Samstag in den Zuschauerzahlen niederschlagen. Der VfL rechnet mit 10000 Besuchern. „Die Spieler werden von den positiven Emotionen der Fans überladen. Das müssen sie richtig kanalisieren und nicht überdrehen“, bremste Walpurgis, der sich ansonsten freut: „Der Saisonauftakt ist immer etwas Besonderes.“


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