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Feldhahn trifft gegen Dortmund VfL Osnabrück trotzt dem BVB ein 1:1 ab


Osnabrück. Osnabrück. Die Saison in der 3. Fußball-Liga kann beginnen: Mit einem 1:1 (1:0) im Testspiel gegen Bundesligist Borussia Dortmund hat der VfL am Dienstagabend Werbung für den Liga-Auftakt am Samstag (18 Uhr) gegen Energie Cottbus betrieben. 13000 Zuschauer boten den stimmungsvollen Rahmen für eine gelungene Generalprobe.

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Als BVB-Trainer Jürgen Klopp nach der Partie Richtung Kabine strebte, da winkte er nur kurz ins Publikum. Die Osnabrücker Mannschaft ließ sich von ihren Fans länger feiern für einen engagierten Auftritt.

0:7 hatte es zur Halbzeit gestanden – nach Ecken. Nach Toren lag der VfL gegen den Bundesligisten 1:0 in Front und ging mit Applaus in die Pause. Nach knapp zehn Minuten hatte der VfL seinen ersten offensiven Arbeitsnachweis abgeliefert: Marcos Álvarez fand beim Seitenwechsel Kevin Freiberger, der von drei Gegenspielern nicht angegriffen wurde. Er zog von der Strafraumgrenze ab, heraus kam eher ein Schüsschen, mit dem BVB-Torwart Hendrik Bonmann keine Probleme hatte, das aber deutlich machte: Der VfL versteckte sich nicht vor einem großen Gegner.

Wahrlich: Die Stammelf, die in der Bundesliga wieder um einen Spitzenplatz mitspielen wird, konnte BVB-Trainer Klopp nicht auf den Platz schicken – zu viele WM-Fahrer sind noch im Urlaub. Der Italiener Ciro Immobile erlebte Spielbeginn und die erste Halbzeit auf der Bank, und doch bot die Borussia eine Mannschaft mit Klasse auf: Der südkoreanische Neuzugang Dong-Won Ji stand ebenso in der Startelf wie Neven Subotic, der seinen Kreuzbandriss nach knapp acht Monaten Pause überwunden hat. Die erste Dortmunder Annäherung ans VfL-Tor war einem Zufall geschuldet: Torwart Frank Lehmann hatte beim langen Diagonalball laut vernehmlich „Torwart“ gerufen. Verteidiger Maik Odenthal ging trotzdem zum Ball und spielte Jonas Hofmann in die Füße, der das verwaiste Tor um Zentimeter verfehlte.

VfL-Fans: Starkes Spiel gegen den BVB auf Augenhöhe

Überhöhte Erwartungen hatte Trainer Maik Walpurgis nicht für den Test äußern wollen. Im Vorjahr hatte der VfL Werder Bremen in der Vorbereitung mit 1:0 geschlagen und den Schwung in den Saisonstart mitgenommen. Aber zwischen Werder und dem BVB hatte Walpurgis selbst in der Bundesliga noch „einen Klassenunterschied“ ausgemacht. Was der Trainer auf dem Feld sah, dürfte ihn umso mehr erfreut haben: Die Defensive hielten die Innenverteidiger David Pisot und Davide Grassi zusammen, die gegen die schnellen Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang und Joseph Gyau auf Ballhöhe waren und nicht überhart, aber entschieden in die Zweikämpfe gingen. Dahinter hatte der VfL mit Lehmann einen sicheren Rückhalt, der gegen Ji den Ball mit einem langen Arm aus dem Winkel fischte, nachdem ihn der immer länger werdende Ball einige Meter vor dem Tor überrascht hatte (23.).

Überraschend fiel auch die Führung: Ein Freistoß von Milad Salem aus dem Halbfeld flog wenig gefährlich in den Strafraum, als Schiedsrichter Arne Aarnink auf Elfmeter entschied. Ji hatte Grassi gefoult, Kapitän Nicolas Feldhahn verwandelte trocken (34.). In der Folge hatte der BVB Chancen zum Ausgleich, aber Aubameyang verzog (37.), was von der Ostkurve mit „Du hast die Haare schön“-Gesängen quittiert wurde. Später war Odenthal zur Stelle und lenkte Jis Schuss aus kurzer Distanz zur Ecke. Der VfL hatte das nötige Glück auf seiner Seite, auch nach dem Seitenwechsel. Pisot rettete gegen Henrikh Mkhitaryan (46.), den Klopp nach der Pause genau wie Immobile und etliche andere neue Kräfte gebracht hatte.

Während einige ausgewechselte BVB-Profis im Kabinengang Autogramme schrieben und sich fotografieren ließen, fand die neu zusammengestellte Borussen-Formation 20 Minuten lang kein Mittel gegen ein taktisch diszipliniertes Osnabrücker 4-4-2-System. Für den Ausgleich brauchte es eine Einzelleistung wie den Sololauf von Mkhitaryan, der die passive VfL-Defensive stehen ließ und aus elf Metern gegen Daniel Heuer Fernandes traf (65.).

Die Partie wurde danach zäher. Addy Waku Menga, bereits beim Aufwärmen von den Fans in der Ostkurve gefeiert, hatte im Angriff einen ebenso schweren Stand wie Henrich Bencik: Der Stürmer, der von 2009 bis 2011 im lila-weißen Dress auflief und zuletzt in Diensten von Wacker Burghausen stand (fünf Tore), spielt seit Montag beim VfL vor. In der 80. Minute verpasste der Slowake, der im Oktober 36 Jahre alt wird, eine flache Hereingabe von Leon Neldner. Kurz darauf brachten weder er noch Menga den Ball aus kürzester Distanz ins Tor, als BVB-Keeper Zlatan Alomerovic ausrutschte (82.). Auf der Gegenseite verhinderte VfL-Keeper Daniel Heuer Fernandes mit einer Klasse-Abwehr gegen Immobile die Niederlage (87.) – der letzte Herzschlagmoment für die VfL-Fans. Weitere sollen ab Samstag folgen.

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