26.05.2014, 17:37 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Crowdrange-Vorstand optimistisch VfL: Kommt das Crowdfunding-Geld pünktlich?

Philipp Dunkerbeck und Nikdad Nasseh, die Vorstände und Gründer der Crowdrange AG. Foto: PRPhilipp Dunkerbeck und Nikdad Nasseh, die Vorstände und Gründer der Crowdrange AG. Foto: PR

Osnabrück. Gezeichnet wurden Lizenz-Darlehen über 516723 Euro - doch ob der VfL Osnabrück am Ende über annähernd diesen Geldbetrag verfügen kann, ist keinesfalls ausgemacht. Schritt für Schritt erfolgen in diesen Stunden die Überweisungen der Darlehensgeber sowie der Transfer auf das Treuhandkonto - doch das benötigt Zeit.

Und nur der Betrag, der am Dienstag um 12 Uhr auf dem Konto liegt, kann als Sicherheit im Kampf um die Drittliga-Lizenz der Fußballer beim DFB hinterlegt werden. Derzeit steht der eingegangene Betrag bei 262387 Euro - 66 Prozent des Fundingziels.

„Ich tippe, dass das angepeilte Funding-Ziel der 400000 Euro auch bei den Gutschriften auf dem Konto bis Dienstagmittag auf jeden Fall erreicht wird“, sagt Nikdad Nasseh. Der Vorstand der Crowdrange AG, der bezüglich des gezeichneten Betrages von einer „sensationellen Aktion und einem starken Bekenntnis der Menschen zum VfL“ spricht, sagt: „Mit einer derartigen Überzeichnung haben wir nicht gerechnet.“

Dass es generell bei Crowdfunding-Aktionen eine Lücke gibt zwischen der gezeichneten Summe und dem Betrag, der am Ende tatsächlich eingeht, bestreiten sowohl Nikdad als auch Crowdfunding-Experte Klaus-Martin Meyer nicht. „Normalerweise liegt der Anteil der Leute, die nach der Zeichnung doch noch zurücktreten und nicht überweisen, aber stark unter fünf Prozent“, sagt Nikdad, der auch in diesem Fall nicht glaubt, dass die Lücke viel größer ausfällt: „Die Dringlichkeit der Überweisungen wurde den Teilnehmern ja sauber kommuniziert.“

Meyer könnte sich dagegen vorstellen, dass diese Lücke aufgrund der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit diesmal ein wenig größer ausfällt: „Das schöne Wetter am Wochenende, die Wahlen und berufliche Verpflichtungen am Montag könnten dafür sorgen, dass viele Teilnehmer erst später überwiesen haben als geplant“, sagt Meyer, der zudem auf die bereits thematisierten Hindernisse bei Überweisungen mit höheren Geldbeträgen hinweist. „Trotzdem würde es mich schon mehr als überraschen, wenn das Fundingziel 400000 Euro nicht erreicht, beziehungsweise übertroffen werden würde.“

Wie lange es grundsätzlich dauert, bis Überweisungen abgearbeitet sind, erklärt Jürgen Kuhn, Leiter des Geschäftskundencenters der Sparkasse Osnabrück: „Grundsätzlich schreiben die Zahlungsverkehr-Dienstleistungsrichtlinien vor, dass das Geld per Überweisung innerhalb von höchstens 48 Stunden von einem Konto auf das andere transferiert werden muss“, erklärt er die allgemeine Gesetzeslage, lässt aber durchblicken, dass es in der Praxis fast immer schneller geht.

„Wer etwa bei uns am Montag bis 16 Uhr seine elektronische Überweisung von einem gedeckten Konto ausgeführt hat, kann sich sicher sein, dass wir das heute noch verarbeitet haben“, erklärt Kuhn und ergänzt, dass es zu diesem speziellen Fall des VfL sogar eine interne Anweisung gegeben habe, die Überweisungen sofort an die verarbeitende Stelle weiterzuleiten.

Generell ist es so, dass die Bundesbank, die den Zahlungsverkehr in Deutschland regelt, dafür sorgt, dass alle bis 17 Uhr von den Banken abgearbeiteten Überweisungen in der Folgenacht bearbeitet und bis zum nächsten Morgen zu den Empfängerbanken transferiert werden. Heißt für den aktuellen Fall: Wer diese 17-Uhr-Frist am Montag verpasst hat und trotzdem will, dass das Geld noch rechtzeitig bis Dienstag um 12 Uhr beim VfL ankommt, muss Alternativen nutzen. Dazu zählen kostenpflichtige Express-Überweisungen wie etwa das Blitz-Giro bei der Sparkasse Osnabrück (Kostenpunkt: 10 Euro). Daneben haben die Fans noch die Möglichkeit, den Betrag unter Angabe der Beteiligungsnummer als Verwendungszweck direkt bei einer HypoVereinsbank-Filiale bar einzuzahlen. Aber auch hier werden Gebühren fällig.


Aktueller Stand beim VfL-Crowdfunding

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