Nicht-öffentliche Sitzung Finanzausschuss verschließt beim Thema VfL die Türen

Führungsduo des VfL vor dem Finanzausschuss: Präsident Christoph Ehrenberg (rechts) und Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Foto: os1.tvFührungsduo des VfL vor dem Finanzausschuss: Präsident Christoph Ehrenberg (rechts) und Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Foto: os1.tv

Osnabrück. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat der Finanzausschuss der Stadt Osnabrück am Dienstag über den Antrag des VfL Osnabrück zur weiteren Aussetzung der Stadionpacht sowie von Zins und Tilgung der städtischen Darlehen diskutiert. In nichtöffentlicher Sitzung stellte der VfL dem Gremium seine Wirtschaftsplanung vor und gab Einblicke in das Sanierungskonzept.

An zweiter Stelle der Tagesordnung wurde das Thema VfL ohne jede Diskussion in den nicht-öffentlichen Teil verschoben; die Beschlussvorlage des Fachbereichs Finanzen und Controlling soll „ohne Empfehlung“ an den Rat gehen. Der tagt am 20. Mai; dort wird dann auf der großen kommunalpolitischen Bühne über die weitere Unterstützung des VfL durch die Stadt debattiert – eine Woche vor der Deadline des DFB, der bis zum 28. Mai die gestellten Bedingungen erfüllt sehen will. Mit einer Liquiditätsreserve von vermutlich mehr als einer Million Euro.

Erfüllt der VfL bis dahin nicht die Bedingungen, die der DFB im Rahmen des Lizenzierungsverfahren fordert, wird der Verein nicht zugelassen für den Spielbetrieb in der 3. Liga. Am Donnerstag ist der VfL zu einer Anhörung im Rahmen seines Widerspruchs gegen Teile der Vorgaben in Frankfurt beim DFB. Am 10. Juni verschickt der DFB die endgültigen Lizenzbescheide.

Die Stadt ist offenbar nicht bereit, dem VfL künftig die Zinsen für das Darlehen zu stunden, das der Stadion GmbH gewährt worden. Dabei beruft sich die Finanzverwaltung auf den sogenannten Bürgerhaushalt. Dabei waren Vorschläge der Bürger zu Sparmaßnahmen geprüft worden; einer davon hieß: „Keine weitere finanzielle Unterstützung für den VfL.“ VfL-Fans, die Ideen mit der entgegengesetzten Stoßrichtung hätten vorschlagen oder unterstützen können, beteiligten sich an der Aktion nicht.

An Beschlüsse des Bürgerhaushalts ist der Rat allerdings nicht gebunden; sie können als Empfehlung in die Diskussion einfließen. Außerdem ist noch nicht abschließend geklärt, ob die Aussetzung von Zinszahlungen eine „finanzielle Unterstützung“ im engeren Sinn darstellt.

In der Beschlussvorlage der Finanzverwaltung wird die Aussetzung der Zinsen nicht aufgeführt, was für den VfL bezogen auf das Kalenderjahr 2015 eine Belastung von 125000 Euro bedeuten würde. Die aktuelle Aussetzung von Zins, Tilgung und Stadionpacht gilt bis zum 31. Dezember 2014, so dass nur die Hälfte der Saison 2014/15 betroffen wäre.

In einer Alternative zum Beschlussvorschlag wird dem Antrag des VfL gefolgt, hier ist auch von einer Stundung der Zinsen die Rede. Doch dann kommt ein Satz, der für den VfL heikel werden könnte: „Keine weitere finanzielle Unterstützung für den VfL durch die Stadt und die OBG mbH.“ Wenn der Rat der Auslegung folgt, dass sich jegliche Stundung verbietet, weil es dabei um „finanzielle Unterstützung“ handelt, würde das jede weitere Aussetzung von Zins, Tilgung und Stadionpacht ab dem 1. Januar 2016 ausschließen. Dafür müsste der VfL dann in jeder Saison über 600000 Euro aufbringen.

Für den VfL stellten in nichtöffentlicher Sitzung Präsident Christoph Ehrenberg, Geschäftsführer Jürgen Wehlend und der Aufsichtsratsvorsitzende Olaf Becker die Pläne des Vereins vor.


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