Buhmann Grimaldi: Eine Frechheit VfL Osnabrück: Enttäuschung und Selbstkritik

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Osnabrück. Große Enttäuschung und eine Menge Selbstkritik beim VfL Osnabrück: Nach der 0:1-Niederlage bei den Stuttgarter Kickers, die durch ein frühes Tor von Badiane (4.) ihr achtes Heimspiel in Folge gewannen, redeten weder der Trainer noch die Spieler um den heißen Brei herum.

„Aufgrund der ersten halben Stunde war das ein absolut verdienter Sieg der Kickers “, sagte Trainer Maik Walpurgis und bemängelte zweierlei: „Wir haben in der ersten halben Stunde zu wenig Widerstand geleistet und hätten da schon klar zurückliegen können. Als sich das Spiel durch die Rote Karte gedreht hatte, hatten wir Feldvorteile und einige hochkarätige Möglichkeiten, die verwandelt werden konnten – vielleicht sogar mussten.“ Die Enttäuschung war dem Coach anzumerken, der Blick ging dennoch nach vorn: „Ich habe der Mannschaft deutlich gesagt, was mir in der ersten Halbzeit nicht gefallen hat. Daran müssen wir arbeiten, das müssen wir besser machen und das schon im nächsten Spiel gegen Halle zeigen.“

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Den kurzfristigen Ausfall der Innenverteidigung wollte Walpurgis nicht als Ursache für die Passivität und die Schwächen der Anfangsphase gelten lassen. „Natürlich war das nicht optimal, denn Florian Krebs und Marcel Stadel haben im Abschlusstraining das erste Mall zusammen gespielt. Aber ich finde, sie haben das ganz ordentlich gemacht.“ Am Donnerstag war Sebastian Neumann mit einer Oberschenkelzerrung, die er sich laut Walpurgis beim eigentlich harmlosen Fußballtennis zugezogen hatte, ausgefallen; am Freitag hatte sich David Pisot mit einer Magen-Darm-Grippe abmelden müssen. Den Plan, ihn am Samstag nachreisen zu lassen, gab der VfL schon am Freitagabend auf.

„Vielleicht hatten wir es heute einfach nicht verdient“, gab Nicolas Feldhahn zu, „uns hat die letzte Konsequenz nicht erst bei den Chancen in der zweiten Halbzeit gefehlt, sondern schon in der ersten halben Stunde, als wir die Kickers ins Spiel kommen ließen. Da haben wir uns den Schneid abkaufen lassen, das darf nicht passieren.“

Ähnlich äußerte sich Adriano Grimaldi. „Wenn wir solche Chancen haben, müssen wir einfach eine davon reinmachen. Wir haben es diesmal in Überzahl ja ein bisschen geschickter gemacht als in Rostock, aber wir stehen wieder mit leeren Händen da. Das ist einfach Scheiße…“

Der VfL-Torjäger war Ende der ersten Halbzeit zum Buhmann des Publikums geworden und ärgerte sich darüber: „Wie man mich hier beschimpft und beleidigt hat, war eine Frechheit, die mich sprachlos macht.“ In der 43. Minute war Grimaldi auf dem freien Weg zum Tor, als ihn Patrick Auracher foulte – die Rote Karte war nach dieser Notbremse die folgerichtige Entscheidung des guten Schiedsrichters Robert Hartmann. Die Kickers-Fans machten Grimaldi zum „Schuldigen und wurden richtig wütend, als sich Torwart Markus Krauss nach einem Sprungduell mit dem VfL-Stürmer verletzte und vom Platz gebracht werden musste. Beim Sturz hatte sich Kraus den Ellbogen des rechten Arms ausgekugelt und musste ins Krankenhaus gebracht werden; offenbar sind auch die Bänder beschädigt. Der Schlussmann muss mit einer längeren Pause rechnen.

Grimaldi wurde ausgepfiffen, beleidigt und ausgebuht; dabei entschuldigte er sich sofort bei dem Schlussmann, den er aus gemeinsamen Zeiten in Düsseldorf kennt. „Das war kein Foul, ich bin außerhalb des Fünfmeterraumes mit ihm zum Ball gegangen, er ist unglücklich gestürzt. Mir tut das sehr leid, aber es war kein Foul.“ Trainer Walpurgis schilderte die Szene so: „Ein normales Luftduell außerhalb des Fünfmeterraums, vielleicht ein Foul, aber gewiss keine Absicht und erst recht keine Schuld von Adi an der Verletzung, die wir sehr bedauern.“

Kickers-Trainer Horst Steffen, der mit seiner Mannschaft in der Rückrunde 16 Punkte – doppelte soviel wie der VfL – geholt hat, sprach in Zusammenhang mit der Szene von einem „klaren Foul“, unterstellte aber Grimaldi keine Absicht.


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