Immer Kontakt nach Hause Geburtstagsgrüße per Video aus dem VfL-Trainingslager

Immer in Kontakt: Die Spieler des VfL Osnabrück haben während des Trainingslagers in der Türkei intensiven Kontakt mit ihren Lieben in der Heimat gehalten. Fotos/Fotomontage: Helmut KemmeImmer in Kontakt: Die Spieler des VfL Osnabrück haben während des Trainingslagers in der Türkei intensiven Kontakt mit ihren Lieben in der Heimat gehalten. Fotos/Fotomontage: Helmut Kemme

Side. Am Sonntag endet das Trainingslager des VfL Osnabrück in Side. Um 10.40 Uhr hebt der Flieger in Antalya ab, der am Mittag in Düsseldorf landen soll. Damit geht für die Mannschaft auch die Zeit zu Ende, in der der Kontakt zu Partnern, Freunden und Familien über eine Distanz von rund 2500 Kilometern gehalten werden musste.

„Früher gab’s im Trainingslager nur eine Telefonzelle, und wenn man abends telefonieren wollte, musste man sich anstellen“, erinnert sich Torwarttrainer Rolf Meyer an Zeiten, die die Spielergeneration von heute sich kaum noch vorstellen kann. Alexander Dercho hielt seine fast 1900 Fans auf Facebook mit Bildern auf dem Laufenden, ließ von seinem Bruder in Deutschland ein Bild mit Sebastian Neumann und Daniel Nagy aus dem Essenssaal und ein Foto vom Teambuilding beim Paintball am Mittwochnachmittag posten.

„Handy, WhatsApp. So bleibt man in Verbindung. Ab und an telefonieren wir auch“, beschrieb Dercho den Kontakt zu seiner Frau. Gesprochen wurde über „ganz normale, alltägliche Sachen“. Thema war das Wetter: „Trüb und regnerisch“ sei es in Deutschland gewesen. „Da haben wir es definitiv besser getroffen. Ich habe gesagt bekommen, ich soll das hier genießen“, sagte Dercho angesichts von Spitzentemperaturen über 20 Grad in Side. Das Wetter war auch eins der Topthemen, über die sich Trainer Maik Walpurgis täglich mit seiner Frau austauschte.

„Man möchte zu den Leuten, die man gerne hat, Kontakt haben“, sagte Erik Zenga, der mit Freundin, Freunden und Familie in Kontakt stand. „Wir können uns nicht sehen, aber immer schreiben, weil wir freien Internetzugang im Hotel haben. Insofern war das kein großes Problem.“ Viel Zeit war angesichts der strammen Trainingspläne nicht, „aber abends vorm Schlafengehen die Kontakte zu pflegen, geht schon“.

Auch Kapitän Andreas Spann wusste die Technik zu schätzen. „Über WhatsApp und Facetime ist das ganz gemütlich. Über das W-Lan kann man fast in jeder freien Minute eine Nachricht rausschicken“ – mit den gleichen Einschränkungen wie bei Zenga: Die Freizeit war tagsüber knapp bemessen. „Wenn man mal kurz auf dem Zimmer ist, gibt man eine kurze Rückinfo, wie’s geht. Große Gespräche sind dann erst abends möglich“, sagte Spann. Was bei allen Gesprächen der Spieler nicht fehlen durfte: „Dass man sich freut, wenn man Sonntag wieder zuhause ist.“

David Pisot wäre gerne schon früher wieder zuhause gewesen. „Mein Sohn hat am 14. Januar Geburtstag gehabt. Da wäre ich halt gerne da gewesen, aber wir sind nun mal im Trainingslager. Dieses Jahr ist es noch nicht so, dass er das mit dem Geburtstag versteht, aber es ist trotzdem sehr schade, und ich freue mich, wenn ich ihn wiedersehe.“ Pisot gratulierte über den Internet-Telefondienst Skype per Video und konnte auf diesem Wege auch täglich seine Frau sehen. „Der Kontakt war jederzeit da. Man möchte ja auch wissen, was zuhause passiert.“

Bei Pascal Testroet war die Situation eher umgekehrt. „Wenn man sich verletzt, will natürlich jeder morgens wissen, ob es besser geworden ist.“ Und so sorgten sich Freundin und Familie um den Gesundheitszustand, als sie von dem Verdacht auf einen Muskelfaserriss erfuhren. „Meine Mutter hat direkt gegoogelt, wie man das alles behandeln kann. Meine Eltern sind da sehr akribisch.“ Auch seine Schwester gab aus der Distanz moralische Unterstützung. „Sie hatte schon nach einem Rückflug geschaut, weil erst zur Debatte stand, ob ich vorzeitig zurückfliege.“ Testroet blieb bei der Mannschaft, die Verbindung in die Heimat blieb intensiv bestehen. „Ich hatte sehr viel Kontakt nach Hause und zu meiner Freundin. Wir schreiben fast den ganzen Tag, weil wir W-Lan im Hotel haben, und abends telefonieren wir immer. Die Unterstützung ist natürlich groß gewesen. Bei mir ist das immer so, aber durch die Verletzung hatten wir noch mehr Kontakt.“ Auch wenn es unzweifelhaft schönere Gesprächsthemen gegeben hätte.


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