Dercho fällt weiter aus VfL Osnabrück: Paul Thomik an der Leiste operiert

Typisch Paul Thomik: So kennen und schätzen die VfL-Fans den Kämpfer.Foto: Helmut KemmeTypisch Paul Thomik: So kennen und schätzen die VfL-Fans den Kämpfer.Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Mit einer Blitz-Operation bei einer Spezialistin in München will Paul Thomik den Heilungsprozess nach monatelanger Pause vorantreiben. Beschlossen wurde der Eingriff am Dienstagabend, am frühen Mittwochmorgen lag der Vize-Kapitän des VfL Osnabrück auf dem Operationstisch.

Ob es das Ende seines Leidensweges ist, lässt sich noch nicht sagen. „Ich muss abwarten, aber es ist durchaus möglich, dass meine weiche Leiste auch Auslöser für die Beschwerden am Schambein war“, sagte Thomik am Nachmittag, „aber das kann jetzt noch niemand garantieren.“

Nach dem zweiten Saisonspiel setzten die Leistenbeschwerden ein; zunächst ging man beim VfL von einer Zerrung aus. Doch die diversen Trainingsversuche endeten immer nach einer Steigerung der Belastung mit einem Abbruch.

Anfang September konsultierte Thomik den Berliner Spezialisten Dr. Jens Krüger, der einen Riss des unteren Bandes auf der linken Seite des Schambeins feststellte. Die empfohlene Therapie: Insgesamt zehn bis zwölf Wochen Trainings- und Wettkampfpause.

Als sich in der letzten Woche bei Trainingsversuchen erneut Beschwerden einstellten, entschloss sich Thomik zum nächsten Schritt. Der Termin am Dienstag in München erbrachte die Erkenntnis der weichen Leiste und die Hoffnung, dass dadurch die Beschwerden am Schambein ausgelöst wurden.

„Als ich nach München flog, habe ich nicht an eine Operation gedacht“, sagte Thomik, „aber nach der Untersuchung wollte ich alles tun, denn ich will unbedingt wieder spielen. Ich habe die Nase voll, vor allem, weil nach drei Monaten kein Fortschritt zu erkennen war.“ Die exakte Diagnose bei Verletzungen im Bereich Adduktoren, Leiste und Schambein ist generell schwer; selbst bei einer MRT sind nicht alle Details zu erkennen.

Vor einer Operation an der bei Fußballern verbreiteten „weichen Leiste“ steht Daniel Nagy. Der Mittelfeldspieler quält sich seit Wochen mit Beschwerden und Trainingspausen über die Runden, will den Eingriff noch aufschieben bis zur nächsten Länderspielpause, um bei den Spielen am Freitag (18 Uhr) bei der U23 des VfB Stuttgart und am Sonntag übernächster Woche (10. November, 14 Uhr) zur Verfügung stehen zu können.

Für diese beiden Spiele steht Alexander Dercho wohl nicht zur Verfügung. Der Linksverteidiger hatte sich am 5. Oktober gegen den SV Wehen Wiesbaden (1:0) einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen. Seine erste Laufeinheit absolvierte Massimo Ornatelli am Mittwoch – er laboriert seit seinem zweiten Startelf-Einsatz gegen Wehen an Adduktorenbeschwerden.


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