Sportdirektor noch kein Thema VfL „meilenweit“ von Vorjahresgehältern entfernt

<em>Über aktuelle Themen</em> beim VfL Osnabrück diskutierten am Montagabend (von links) Axel Balzer, Fanvertreter im Aufsichtsrat der KGaA, VfL-Präsident Christian Kröger, Moderator Burkhard Tillner, VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend und Fan Jörn Jacobs. Foto: Johannes KapitzaÜber aktuelle Themen beim VfL Osnabrück diskutierten am Montagabend (von links) Axel Balzer, Fanvertreter im Aufsichtsrat der KGaA, VfL-Präsident Christian Kröger, Moderator Burkhard Tillner, VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend und Fan Jörn Jacobs. Foto: Johannes Kapitza

Osnabrück. Es ging um Tradition und Moderne – aber auch um Spielergehälter beim VfL Osnabrück, die Ausschreibung für einen zweiten Geschäftsführer, die Größe des Profikaders und das Jugendleistungszentrum. Einige Themen, die bei der Podiumsdiskussion am Montagabend die Redner und die Fans bewegten, in der Zusammenfassung.

Spielergehälter: Der VfL Osnabrück spart nach Aussagen von Präsident Christian Kröger bei der Bezahlung seiner Profis. Es sei kein Geheimnis, dass „die Gehälter, die der VfL heute zahlt, meilenweit von dem entfernt sind, was wir in der vergangenen Saison gezahlt haben.“ Das Sparpotenzial sei aber begrenzt. „Die Spieler kommen nicht umsonst.“ Eine Nachfrage wert war die Größe des Kaders: Schließlich könne der VfL eine Mannschaft allein aus Torhütern und Stürmern aufstellen, merkte ein Zuhörer an. Der Kader sei möglicherweise ein bisschen zu groß, deutete Kröger an. Er vertraue aber in dieser Frage der sportlichen Führung um Trainer Maik Walpurgis, die sich im Rahmen des ihr zugestandenen Budgets bewege.

Zweiter Geschäftsführer und Sportdirektor: Ein zweiter Geschäftsführer, vielleicht noch ein Sportdirektor und überhaupt mehr Arbeitsplätze in der Geschäftsstelle – wie kann sich der VfL das leisten, wollte ein Zuhörer wissen. Der zweite Geschäftsführer sei bislang nicht im Budget eingeplant, sagte VfL-Präsident Kröger. Diese Ausgaben seien aber durch höhere Einnahmen gedeckt. Beispielsweise gebe es „mehr Sponsoreneinnahmen als im letzten Jahr“ und „für die eingesparte Prütz-Provision können wir schon ein paar Leute einstellen“. In der Geschäftsstelle seien zwei Stellen ehrenamtlich besetzt worden, sagte Kröger. Die Einstellung eines zweiten Geschäftsführers „wird sich rechnen“, versprach er. Die Sanierung sei bislang noch nicht in Angriff genommen. Es gelte, nun „die Ausgabepositionen anzupacken“. Jürgen Wehlend pflichtete Kröger bei: „Es geht nicht darum, was es kostet, sondern was es bringt“, war der Geschäftsführer überzeugt. Bei den Einsparungen will der VfL „möglichst schnell zum Ziel kommen“. Dabei helfe die zusätzliche Stelle, sagte Wehlend. „Wir werfen das Geld nicht zum Fenster raus.“ Einen Sportdirektor, der ebenfalls noch nicht im Etat berücksichtigt ist, könne sich der VfL in dieser Saison „nicht leisten“, sagte Kröger. Diese Stelle zu besetzen, sei aber „perspektivisch ein Thema“.

Leistungszentrum: Das Jugendleistungszentrum macht VfL-Präsident Kröger Bauchschmerzen, wie er auf Nachfrage eines Fans zugab. Bei der Strategie, möglichst auf den eigenen Nachwuchs zu setzen und eigene junge Spieler ins Profi-Team einzubauen, „sind wir noch nicht am Ziel“. Hier gelte es, die richtigen Strukturen zu schaffen und die Arbeit im Leistungszentrum weiterzuentwickeln. „Da haben wir noch Nachholbedarf,“

Osnatel-Arena: VfL-Geschäftsführer Wehlend sieht den Verkauf des Stadionnamens nachträglich in einem anderen Licht. 2004 war Osnatel eingestiegen, damals stand Wehlend noch in Diensten des Kommunikationsunternehmens. Bei der Namensgebung sei „lange überlegt“ worden. Auf einen Zusatz „an der Bremer Brücke“ – wie beim Piepenbrock-Stadion an der Bremer Brücke – wurde aber verzichtet, obwohl man sich bei dem Sponsor damals bewusst war: „Es war ganz klar: Es wird immer die Bremer Brücke bleiben“, erlaubte Wehlend einen Einblick in die Entscheidungsprozesse. Aus Sicht des Vereins „wäre es gut gewesen, den Namen zu behalten“, sagt er heute. Die „Bremer Brücke“ sei ein Name mit Tradition. Unabhängig vom Namensgeber ist und bleibt das Stadion für die meisten VfL-Fans eh immer noch schlicht und einfach „die Brücke“. Der VfL sei bemüht, „den Markennamen zurückzuholen, wenn es eine Möglichkeit gibt“, sagte Wehlend.

*Der Artikel wurde überarbeitet.


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