zuletzt aktualisiert vor

Verkauf startet diese Woche Der VfL will mit der „Retterkarte“ zu Liquidität und Lizenz – Wollitz muss mit DFB-Strafe rechnen

Meine Nachrichten

Um das Thema VfL Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

<em>Im Dialog:</em> Schiedsrichter Tobias Stieler schickte Claus-Dieter Wollitz auf die Tribüne.Im Dialog: Schiedsrichter Tobias Stieler schickte Claus-Dieter Wollitz auf die Tribüne.

Osnabrück. Besser hätte der Zeitpunkt nicht gewählt werden können: Nach dem Spieltag, an dem der VfL die Aufstiegschance wieder in die eigenen Hände bekam, und vor dem spannungsgeladenen Derby in Bielefeld kommen die Lila-Weißen mit der „Retterkarte“ auf den Markt. Vor dem Spiel präsentierten Präsident Christian Kröger und Geschäftsführer Jürgen Wehlend die Details der Aktion, die entscheidend zur Liquiditätsreserve 2013/14 und damit zur Lizenzerteilung beitragen soll.

In dieser Woche sollen die Briefe an die aktuellen 5400 Dauerkartenkunden herausgehen. Das Angebot: eine lebenslang gültige Dauerkarte, gültig auch für Freundschafts- und Pokalspiele. Für den Stehplatz kostet das Ticket 1899 Euro, wer sitzen will, muss 3899 Euro bezahlen. „Die ersten Karten habe ich bereits verkauft“, sagte Kröger am Sonntag. Das Kontingent ist limitiert, mehr als 200 Steh- und 200 Sitzplatzkarten werden nicht verkauft. „In dieser Woche werden wir den Verkauf mit der einen oder anderen Aktion ankurbeln“, verspricht der Präsident. Sollte es tatsächlich gelingen, alle Tickets zu verkaufen, würde das für den VfL einen Bruttoerlös von 1,15 Millionen Euro bedeuten.

„Eine Tribünenkarte könnte man ja für den Trainer reservieren“, witzelte ein Fan mit Blick auf Claus-Dieter Wollitz. Der wurde zum dritten Mal in dieser Saison auf die Tribüne verbannt, zu Unrecht, wie er erklärte: „Ich bekam eine Ermahnung, die war in Ordnung. Aber dann habe ich einen meiner Spieler kritisiert wegen eines überflüssigen Fouls – und das hat der Schiedsrichter auf sich bezogen.“

Im Skandalspiel gegen den KSC hatte ihn Guido Winkmann auf die Tribüne geschickt; der Kontrollausschuss hatte das Verfahren mit dem Hinweis eingestellt, dass beim nächsten Verweis eine Strafe fällig werde. In der Partie gegen Heidenheim verbannte dann der bundesligaerfahrene Peter Sippel den VfL-Coach aus dem Innenraum, das Verfahren läuft noch. Wollitz muss sich auf eine Geldstrafe einrichten, eine Sperre dürfte ausgeschlossen sein.

Zum Spiel sagte Wollitz nichts, „solche Analysen bringen in einer solchen Phase nichts“. Stattdessen machte der Coach deutlich, welche Rolle seine Spieler übernehmen müssen – er begann quasi mit der Vorbereitung auf das Spiel in Bielefeld: „Jeder Einzelne kann jetzt mit darüber entscheiden, ob wir alle zusammen noch mal den Sprung in die 2. Bundesliga schaffen. Dafür muss jeder Einzelne die Verantwortung übernehmen und etwas dafür tun, dass diese Mannschaft für ihre fantastische Einstellung, ihre Leidenschaft und ihre Hingabe belohnt wird.“

Die Spieler gaben allesamt zu, dass es kein gutes Spiel gewesen war. „…aber in dieser Phase geht es nur darum, dass die Nerven halten und die Ergebnisse stimmen“, sagte Routinier Claus Costa. Einen hohen Puls bescheinigte sich selbst Emil Jula, der seine Sehnenverletzung rechtzeitig auskuriert. „Ich bin bereit für Bielefeld“, sagte der Stürmer.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN