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Zu spät und alkoholisiert zum Training Unverzeihlich - Ein Kommentar zur Suspendierung der drei Spieler des VfL Osnabrück

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Der VfL Osnabrück suspendiert Björn Lindemann und Kevin Schöneberg. Beide kamen am Sonntag nach der Schlappe gegen Hertha alkoholisiert und 25 Minuten zu spät zum Training. Auch Tobias Nickenig kam zu spät, war aber nicht angetrunken. Fotos: noz.deDer VfL Osnabrück suspendiert Björn Lindemann und Kevin Schöneberg. Beide kamen am Sonntag nach der Schlappe gegen Hertha alkoholisiert und 25 Minuten zu spät zum Training. Auch Tobias Nickenig kam zu spät, war aber nicht angetrunken. Fotos: noz.de

Fußballer müssen nicht klug sein – aber so dumm bitte auch nicht. Wer in dieser Phase der Saison nach einer 0:4-Niederlage und fünf Tage vor einem Schicksalsspiel sich einen solchen Ausrutscher leistet, darf nicht auf Verständnis hoffen, dass es bei einer Verwarnung bleibt.

Zu spät zum Training zu kommen ist allein schon kein Kavaliersdelikt, aber erkennbar alkoholisiert in der Kabine aufzutauchen ist ein Tabubruch, der allerhöchstens am Tag nach dem Aufstieg oder dem Klassenerhalt zu verzeihen wäre.

Eine Wahl hatte der Verein nicht. Was gegenüber der Öffentlichkeit noch zu verbergen gewesen wäre, hätte die Mannschaft zerrissen, wenn man dieses Fehlverhalten erneut beschönigt hätte. Denn es waren wohl vor allem die Mitspieler, die speziell im Fall von Björn Lindemann den Daumen gesenkt haben.

Man mag darüber streiten, ob es richtig gewesen ist, Lindemanns Eskapaden für den sportlichen Erfolg zu tolerieren und immer wieder das berühmte Auge zuzudrücken. Doch erstens hat das Ergebnis mit dem Aufstieg 2010 diese Maßnahme gerechtfertigt. Und zweitens entsprach es zumindest in der letzten Saison dem Wunsch der Mehrheit in der Mannschaft.

Der Wind hat sich gedreht, und auch das ist nachvollziehbar. Vielleicht ist Ex-Trainer Karsten Baumann auch an seinem Umgang mit der schwierigen Personalie Lindemann gescheitert. Vielleicht hätte der Verein eher handeln müssen – erst mit Joe Enochs hat diese bedingungslose Entschlossenheit Einzug gehalten, die vorher fehlte.

Aber speziell in diesem Fall sollte man die Kritik auf die richten, die es in erster Linie betrifft: Drei Fußballer, die ihr Hobby zu einem gut bezahlten Beruf gemacht haben, haben offenbar nicht mitbekommen, was den  Menschen in dieser Region  der VfL bedeutet. Sonst hätten sie sich zusammen gerissen und sich konzentriert auf die letzten vier Wochen dieser Saison, in denen es um den Klassenerhalt geht.

Wer das Osnabrücker Publikum kennt, der weiß, dass es zwar mal den Glauben verliert – aber nie die Hoffnung. Auch am Donnerstag werden die Fans alles geben für eine Mannschaft, in der drei fehlen werden, die genau dessen wohl nicht würdig sind.

 


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