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VfL verliert 1:3 gegen Duisburg Archiv: Bauchlandung in der 2. Bundesliga



hp Osnabrück. Die Euphorie ist gedämpft, der Optimismus verflogen: Mit einer verdienten 1:3-Heimniederlage gegen den MSV Duisburg ist der VfL in die Saison 2010/11 der 2. Bundesliga gestartet.

Die Mannschaft von Trainer Karsten Baumann knüpfte nicht an das gute Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (2:3 nach Verlängerung) an und erspielte sich so gut wie keine Torchance. Zusätzlichen Ärger machte der Platzverweis (Gelb-Rot) gegen Alexander Krük in der Nachspielzeit. Das nächste Spiel führt den VfL am Sonntag (29. August, 13.30 Uhr) zum TSV München 1860.

Personal/Taktik:

Der VfL begann mit der Elf, die gegen Kaiserslautern in der regulären Spielzeit eine überzeugende Leistung abgeliefert hatte. Dabei agierte Lindemann als zweite Spitze, im Mittelfeld war Tyrala der offensivere Zentrumsspieler, Heidrich war überwiegend als alleiniger Sechser für die Absicherung im Mittelfeld zuständig. In der zweiten Hälfte stellte Baumann um: Adler kam für Siegert, war nun die vorderste Spitze vor einer Offensivreihe mit Kotuljac (rechts), Lindemann und Lejan; Tyrala rückte ein Stück zurück als zweiter Sechser neben Heidrich.

Die Duisburger überraschten mit zwei Spitzen (Baljak, Maierhofer) und brachten Routinier Grlic im Zentrum vor und neben Bajic. Im Vergleich mit dem Pokalspiel beim VfB Lübeck (2:0) war dies – Grlic für Kern – die einzige Änderung.

Spielverlauf:

Beide Mannschaften kamen bei optimalen äußeren Bedingungen (trocken, 20 Grad) nur langsam ins Spiel. Die Duisburger begannen offensiver als erwartet, der VfL stand sicher in der Defensive, fand aber den Rhythmus aus dem Lautern-Spiel zunächst nicht und kam vor der Pause zu keiner herausgespielten Torchance. Die Duisburger brachten in dieser Hinsicht nicht viel mehr zu Stande, so dass die Partie in der ersten Halbzeit nicht mehr zu bieten hatte als das verbissene Duell zweier ausgeglichener, kampfstarker Mannschaften.

Nach dem Wechsel machte der VfL zunächst mehr Druck, doch zu herausgespielten Möglichkeiten reichte es nicht. Vielleicht hätte der sich aus der Verkrampfung befreien können, wenn Lindemanns Flachschuss gepasst hätte (59.). Der MSV riskierte nicht viel, setzte aber gelegentliche Konter und arbeitete verbissen um jeden Ball im Mittelfeld. Am Ende spielte die Mannschaft ihre ganze Routine aus und kam zu einem verdienten 3:1-Sieg.

Höhepunkte/Tore

Die erste Chance hatte der VfL: In der vierten Minute ließ Yelldell einen mächtigen 20-Meter-Schuss von Kotuljac abprallen, allerdings nicht weit genug für den nachsetzenden Lejan. Nach Nickenigs Foul vor dem Strafraum traf Grlic mit einem perfekten Freistoß, über die  Mauer drehte der lange Mittelfeldmann den Ball in den Winkel des kurzen Ecks (23.).

Fünf Minuten später glich der VfL aus: Ein konsequenter Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Dingert ahndete das Handspiel von Koch, den Kotuljac mit seinem energischem Nachsetzen zu dieser Regelwidrigkeit provoziert hatte. Heidrich traf flach ins linke Eck, Yelldell war fast dran, doch der Schuss war zu hart und platziert (28.).

Lindemanns Flachschuss, der im langen Eck gelandet wäre, wenn Yelldell nicht gut pariert hätte, war die beste Möglichkeit des VfL (59.); zwei Minuten später wurde eine gefährliche Freistoßflanke von Lindemann zur Ecke geklärt.

Die erste Konterchance des MSV klärte Lejan gegen Baljak; der Osnabrücker hatte bei einem Distanzschuss einen Duisburger getroffen, der abgeprallte Ball wurde zum Steilpass, doch Lejan setzte sofort nach und verhinderte Schlimmeres (62.).

Nach einem schnell ausgeführtem Freistoß (Sahan) klärte Berbig gut gegen Baljak zur Ecke, doch die wurde dem VfL dann zum Verhängnis:  Berbig sah wie die gesamte Abwehr schlecht aus: Eine gut geschlagene Ecke von Grlic von der rechten Abwehrseite flog über Berbig und Co. in Richtung langes Eck, wo der aus dem Rückraum anstürmende Koch unbedrängt ins nicht gesicherte lange Eck einköpfte (65.), weil der zuständige Heidrich nicht eingriff.

Danach hatte der VfL nichts mehr zuzusetzen, trotz der Einwechselungen von Adler und Diabang, der immerhin noch einen Kopfball geschickt ansetzte, aber knapp verfehlte (86.). Die Mannschaft knickte sogar ein, so dass der MSV es leicht hatte, das einzige Tor aus dem Spiel heraus zu erzielen: Der eingewechselte Trojan traf flach ins Eck nach einer Rechtflanke.

Trainermeinungen

Milan Sasic (MSV Duisburg): „Gegen einen solchen Gegner und in dieser Atmosphäre zu gewinnen, ist eine tolle Sache. Ein Kompliment an meine Mannschaft. Wir haben gut begonnen, hatten alles unter Kontrolle und sind verdient in Führung gegangen. Danach hatten wir viele Ballverluste und eine schlechte Phase, aber wir haben uns gefangen. Wie es oft in solchen engen Spielen ist, entscheidet eine Standardsituation; darüber habe ich mich sehr gefreut. Danach hat der VfL mehr riskiert und für uns ergaben sich mehr Möglichkeiten.“

Karsten Baumann (VfL Osnabrück): „Wir haben gut angefangen und das Spiel bestimmt. Der Gegner war durch seine langen Bälle gefährlich, aber ich war mit der ersten Halbzeit zufrieden, denn wir haben nicht viel zugelassen und uns konkurrenzfähig präsentiert. Das gilt nicht für die zweite Halbzeit, denn da sind wir naiv aufgetreten und haben eine Lehrstunde ins Sachen Cleverness und Effektivität bekommen. Wenn wir so spielen, werden wir nicht viele Punkte holen; wenn wir so spielen wie in der ersten Halbzeit, werden wir unser Ziel erreichen.“

Wertung/Kommentar

Der VfL verlor verdient, weil er der Zweikampfstärke und der Cleverness des MSV nicht genug entgegenzusetzen hatte. Die Mannschaft fand nie zu dem Spielfluss, den sie gegen Kaiserslautern und Hannover entwickelt hatte. Am Ende standen zwar fünf  Offensivspieler auf dem Rasen, doch zu torgefährlichen Situationen reichte das so gut wie nicht. In der Abwehr taten sich vor allem in der zweiten Halbzeit aufgrund von Stellungsfehlern und frühen Ballverlusten immer wieder Löcher auf. Bei der Ecke, die zum entscheidenden 1:2 führte,  stellte sich die Abwehr amateurhaft an.

Statistik

Ecken 5:7 – Fouls 12:22 – Ballbesitz 57:43 – Torschüsse 18:20 – Zweikämpfe 114, 52:48 Prozent.

Historie

Gegen den MSV Duisburg gelang dem VfL auch im sechsten Heimspiel in Folge kein Sieg. Der letzte Erfolg datiert aus dem Mai 1990, als die Osnabrücker durch ein Last-Minute-Tor von Claus-Dieter Wollitz 1:0 gewannen und damit die Chance auf den Klassenerhalt in der 2. Liga wahrten.

VfL Osnabrück – MSV Duisburg 1:3 (1:1)

Osnabrück:  Berbig – Schnetzler, Barletta, Nickenig  Krük -                      Heidrich – Siegert, Tyrala, Lejan – Kotuljac, Lindemann. Trainer: Baumann.

MSV Duisburg: Yeldell – Koch, Reiche, Soares,  Veigneau -  Bajic  - Yilmaz , Grlic, Sahan -  Maierhofer, Baljak. Trainer: Sasic

Wechsel Osnabrück: 46. Adler (4) für Siegert, 68. Schmidt(-)  für Lejan, 73. Diabang (-) für Kotuljac.

Wechsel Duisburg: 66. Schäffler (-) für Maierhofer, 75. Trojan für Yilmaz, 89. Kern für Baljak.

Reservebänke: Riemann (Tor), Gorka, Stang, Andersen. – Herzog (Tor), Kern, Blum, Exslager, Kunt.

Zuschauer: 14600 – SR: Dingert (Lebecksmühle).

Tore: 0:1 Grlic (23.,direkter Freistoß), 1:1 Heidrich (28., Elfmeter, Handspiel Koch), 1:2 Koch (65., Kopfball, Ecke Grlic).

Gelbe Karten: Krük, Heidrich; Yilmaz, Reiche

Gelb-Rot: 90.+2 Krük (Ballwegschlagens)

Wer hat wie gespielt? Die Spieler in der Einzelkritik...

Hier können Sie das Spiel im Liveticker nachlesen...


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