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Bangen um Beermanns Einsatz VfL Osnabrück: ...und jetzt gegen Dynamo Dresden

Von Harald Pistorius


Osnabrück. Zwei Jahre nach dem dramatischen K.o. in der Verlängerung bekommt es der VfL Osnabrück in der Relegation um einen Platz in der 2. Fußball-Bundesliga erneut mit Dynamo Dresden zu tun. Am Freitag (20.30 Uhr) empfängt der VfL den achtfachen DDR-Meister in der Osnatel-Arena, das Rückspiel findet am Dienstag (28. Mai, 20.30 Uhr) in Dresden statt.

Der frühere Bundesligist gewann zwar am letzten Spieltag mit 3:1 gegen Jahn Regensburg, doch das reichte nicht zum Sprung auf den rettenden 15. Platz, weil der FC Erzgebirge Aue durch das 1:0 beim SV Sandhausen punktgleich mit Dynamo blieb. Damit gab die um acht Treffer bessere Tordifferenz den Ausschlag für die Auer um den Ex-Osnabrücker Tobias Nickenig.

Die Dresdner taten sich gegen den Absteiger Regensburg vor 30000 Zuschauern lange schwer; erst scheiterte Fort mit einem Foulelfmeter an Wiegers, dann geriet Dynamo durch Koke (47.) in Rückstand. Die Partie drehte dann der Pechvogel Fort, der mit einem Kopfball-Doppelschlag (50., 54.) jeweils nach Vorarbeit von Routinier Trojan das 2:1 herausschoss. Spätestens mit dem von Fiel verwandelten Elfmeter (87.) zum 3:1 war die Partie entschieden.

Wie am Samstag in Osnabrück waren die Dresdner angewiesen auf Punktverluste von Aue in Sandhausen. Auch der FC Erzgebirge, zuvor in fünf Spielen sieglos, quälte sich gegen einen Absteiger – und hatte spätes Glück: Ein irregulärer Treffer von Hochscheidt (79.), der Torwart Langer den Ball aus den Händen ins Tor köpfte, bescherte dem FC Erzgebirge den ersten Auswärtssieg nach der Winterpause und damit den Klassenerhalt.

Wie in Osnabrück verfolgten die Dresdner nach dem Schlusspfiff der eigenen Partie die Nachspielzeit in Sandhausen gebannt auf Bildschirmen und Handys, ehe die Enttäuschung offenbar wurde: Gewonnen, aber nicht gerettet.

Der VfL und Dynamo waren sich zuletzt in der Relegation nach der Saison 2010/11 begegnet. Nach einem 1:1 in Dresden standen die Zeichen auf einen Erfolg des Zweitligisten VfL Osnabrück, der beim Rückspiel am 24. Mai 2011 durch Jan Mauersberger kurz vor der Pause in Führung ging. Doch Fiels Ausgleich knickte die Moral des VfL, der in der Verlängerung 1:3 verlor. Es war die erste VfL-Niederlage im achten Duell mit Dynamo.

Die Vorbereitung des VfL auf die Relegation beginnt nach einem freien Sonntag mit dem Training am Montagnachmittag. Nur Timo Beermann kam am Pfingstmontag ins Trainingszentrum Illoshöhe: Der erneut überragende Innenverteidiger wurde von Physiotherapeut Günter Schröder behandelt, Beermann hat sich beim 4:0 gegen Aachen eine Muskelzerrung im rechten Oberschenkel zugezogen, hinter seinem Einsatz am Freitag steht ein Fragezeichen. Für Emil Jula kommt zumindest das Hinspiel zu früh, seine Beschwerden an der Achillessehne sind nicht entscheidend abgeklungen. Mit etwas Glück könnte der Stürmer am Dienstag in Dresden als Einwechselspieler zur Verfügung stehen.

Gewünscht hatten sich vor allem viel Fans die Auer als Gegner. Weniger wegen der vermuteten Leistungsfähigkeit, sondern mehr wegen der Verwüstungen die Hunderte von Dynamo-Fans nach dem Sieg in der Relegation 2011 in der Osnatel-Arena angerichtet hatten. Die meisten Profis hatten am Samstag eher „Mir egal“ auf die Frage nach einem Wunschgegner geantwortet, zumindest einer nicht. „Ich will Dynamo“, hatte Alexander Krük gesagt, der 2011 als einziger aus dem aktuellen Kader im Trikot des VfL dabei war, „da kann ich etwas gutmachen.“

Von einem eventuellem Lizenzverlust eines Zweitligisten wird der VfL auf keinen Fall profitieren. Die Statuten der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sind eindeutig: Sollte ein Zweitligist keine Zulassung für die Saison 2013/14 bekommen, wird der Verlierer der Relegationsspiele nur dann nachrücken, wenn es sich dabei um den Vertreter der 2. Bundesliga handelt. Wenn der VfL in der Relegation auf der Strecke bleibt und ein Platz in der 2. Bundesliga durch einen Lizenzentzug frei wird, würde der Vorletzte (im aktuellen Fall also der SV Sandhausen) die Klasse erhalten.

Aktuell als Krisenklubs werden der VfR Aalen und der MSV Duisburg genannt. Es gilt allerdings als unwahrscheinlich, dass die Vereine an den Hürden vor der Lizenzerteilung hängenbleiben. Immerhin steigt das TV-Honorar für die 2. Bundesliga von knapp 90 Millionen auf 126 Millionen Euro; der Anteil für jeden Klub beträgt in der kommenden Saison von mindestens vier auf mindestens sechs Millionen Euro.

Der Vorverkauf für das Heimspiel gegen Dynamo Dresden beginnt am Pfingstmontag. Am Montag und Dienstag (jeweils von 10 bis 21 Uhr) können ausschließlich Inhaber von Dauerkarten und Mitglieder gegen Vorlage der entsprechenden Dokumente am Stadion Tickets kaufen; Sitzplätze gibt es im Fanshop, Stehplätze an den Kassen der Nordtribüne. Am Mittwoch (10 bis 18 Uhr) können Besitzer einer Tageskarte aus dem Spiel gegen Alemannia Aachen ein Ticket der entsprechenden Kategorie erwerben. Am Donnerstag ist das vermutlich recht kleine Restkontingent im freien Verkauf zu haben. Das Heimspiel gegen Dresden beschert dem VfL eine nicht einkalkulierte Zuschauereinnahme von etwa 200000 Euro brutto.