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Vor dem 12. VfL-Gastspiel auf der „Alm“: Viele Erinnerungen, aber nur ein Sieg Als Arminia den Torwart stürmen ließ

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hp Osnabrück. Viele Derbies hat es nicht gegeben, doch etliche der Fußball-Duelle zwischen Osnabrück und Bielefeld tragen das Etikett „denkwürdig“. Am Samstag (13 Uhr) tritt der VfL zum zwölften Mal auf der „Alm“ gegen die Arminia zu einem Spiel auf Liga-Augenhöhe an – gewonnen haben die Lila-Weißen dort erst ein einziges Mal…

8. November 1986: Erst einmal hat Uwe Jursch als Einwechselspieler auf der Bank gesessen, zu einem Zweitliga-Einsatz hat es für den Fürstenauer, der im Sommer vom VfL Herzlake gekommen ist, nicht gereicht. Als der VfL einen Tag vor dem Spiel Quartier im Bielefelder Hotel „Brenner“ bezogen hat, sagt ihm Trainer Rolf Grünther, dass er am nächsten Tag zur ersten Elf gehören wird. „Es hat eine Stunde gedauert, bis ich mich von diesem Schreck erholt hatte“, erzählt Jursch später.

Es wird ein Traumdebüt in einem verrückten Spiel. Die Osnabrücker kommen als Tabellendritter und sind favorisiert gegen den Abstiegskandidaten, der mit dem allerletzten Aufgebot antritt: Auf der Bank sitzen nur zwei angeschlagene Profis (u.a. der heutige „Löwen“-Trainer Reiner Maurer) neben Trainer Fritz Fuchs. Der hat sich etwas Außergewöhnliches einfallen lassen: Im Tor steht Reservist Dirk Hellmann, dafür taucht der etatmäßige Schlussmann Wolfgang Kneib als Mittelstürmer auf. „Ich wollte die Osnabrücker damit verunsichern“, sagt Fuchs später.

Das gelingt, nach zehn Minuten liegt der VfL 0:2 zurück – eine Sensation bahnt sich an. Doch da ist ja noch Uwe Jursch, der 23-Jährige Debütant. Eine Minute vor der Pause drückt er den Ball nach einer Ecke von Ralf Heskamp zum Anschlusstreffer ins Tor, eine Minute nach Wiederanpfiff trifft er nach einem Hackentrick von Paul Linz zum Ausgleich. Jetzt beherrscht der VfL das Spiel, die Entscheidung durch Gerd Grau leitet Jursch mit einem Steilpass ein.

Begonnen hatte alles in der Aufstiegsrunde 1970. Der Nordmeister hatte gegen den West-Vize keine Chance, verlor auf der „Alm“ mit 0:3. Im ersten Duell in der 2. Liga Nord holte der VfL am 15. Februar 1975 beim 1:1 durch ein Last-Minute-Tor von „Buddy“ Andexer – heute als „Puma“-Mann Ausrüstungsbetreuer des VfL – einen Punkt. Auf der „Alm“ gab am 3. März 1978 Radoslav Momirski sein Comeback. Gegen den Aufstiegsanwärter galt der abstiegsbedrohte VfL als chancenlos, doch zwanzig Minuten vor Schluss führte das Team durch Volker Schock (2) und Alfred Hußner mit 3:0. In einem denkwürdigen Endspurt schafften die Arminen zwar noch das 3:3, doch „Momi“ weckte die Lebensgeister – der Abstieg wurde abgewendet.

Öfter allerdings gab es Niederlagen. So, wie am 13. August 2000, als sich der VfL nach 2625 Tagen in der Drittklassigkeit in der 2. Bundesliga zurückmeldete. Lange war ein Punkt gegen die mit Assen wie Detlev Dammeier, Arne Friedrich und Bruno Labbadia besetzten Arminen drin, doch dann traf der ehemalige VfL-Jugendspieler Jörg Bode mit einem 25-Meter-Schuss; am Ende siegten die Bielefelder mit 3:1.

Als einen der traurigsten Auftritte haben viele VfL-Fans das letzte Profi-Gastspiel auf der „Alm“ in Erinnerung. „Angriff ist die beste Verteidigung“ hieß das Motto von Trainer Frank Pagelsdorf an diesem 12. Dezember 2003. Die Folge: Seine unbedarfte Mannschaft lief den Arminen ins offene Messer und brach mit 0:5 ein; vier Tore erzielte Marco Küntzel.

Glück brachte ihm dieser Glanztag nicht, 15 Monate später reichte es nur für einen Platz in Arminias Reserve. Mit der verlor er gegen den abgestiegenen VfL in der Regionalliga Nord mit 1:3.


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