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Trainingsgäste im Visier VfL Osnabrück: Fuchs will sich bei der Startelf noch nicht festlegen

Von Alfons Batke


ab Osnabrück. Die Spannung steigt, die Anspannung ebenso. „Das wird ein heißer Tanz“, blickt Uwe Fuchs dem kommenden Samstag entgegen und meint damit die Saisonpremiere seines VfL Osnabrück beim Drittliga-Aufsteiger Darmstadt 98 (14 Uhr). In der Arbeitswoche davor will der 44-jährige Coach der Lila-Weißen die beiden Testspiele des Wochenendes auswerten und einige Gastspieler gründlich checken.

Fuchs will sich in Sachen Startelf noch nicht festgelegt haben, wie er nach den Spielen gegen Willem II Tilburg (1:1) und den SV Wilhelmshaven (2:1) mehrfach betonte. Freilich dürfte es mehr als reine Spekulation sein, dass das Team des Freitags erste Wahl ist.

Beim Test in Lechtingen gegen den Regionalligisten aus der Jadestadt gab es zwar einige gelungene Aktionen, echte Attacken auf Positionen der Freitags-Formation aber waren nicht zu orten. Vielmehr standen Trainingsgäste im Visier, zunächst einmal Collins John, Bruder des niederländischen Neuzugangs Paddy John. Der bullige Stürmer ist erst 25 Jahre, hat aber schon eine bewegte Karriere hinter sich. „Dass er richtig kicken kann, hat man heute ein paar Mal sehen können. Irgendwas in seiner Laufbahn muss richtig schiefgelaufen sein“, meinte Fuchs über den gebürtigen Liberianer, der in besten Zeiten erfolgreichster Torschütze beim englischen Erstligaclub FC Fulham war. Der VfL-Trainer wird sich vermutlich in dieser Woche noch ein genaueres Bild machen vom wuchtigen Angreifer, weiß aber auch: „Er braucht bestimmt noch zwei Monate hartes Training.“

Mit Sahr Senesie präsentierte sich ein weiterer Trainingsgast für eine Halbzeit – eine Bewerbung, die Eindruck machte, war es nicht. Den auffälligsten Eindruck von den Probanden hinterließ Gabriel Gonzales – ein Mann aus Mexiko, der in den letzten Jahren in Los Angeles kickte und nun auf eigene Faust versucht, in Deutschland Fuß zu fassen. Bei Joe Enochs spielte er in der U 23 vor, der Rekordspieler des VfL empfahl Fuchs, Gonzales ebenso zu testen wie Nachwuchsmann Edgar Kammerer. Beide kamen gegen den SVW zum Einsatz, Gonzales sorgte gar für einen Paukenschlag. Nach dem 1:0 durch Timo Beermanns Kopfball (12.) und dem Ausgleich von Franziskus (56.) gelang dem 23-jährigen der Siegtreffer mit einem spektakulären Distanzschuss, was ihm gleich die Einladung zu weiteren Trainingseinheiten mit der „Ersten“ einbrachte.

War der VfL-Kader in der bisherigen Vorbereitung kaum von Verletzungen betroffen, so erwischte es in Lechtingen Martin Hudec. „Es besteht der Verdacht auf einen Muskelfaserriss im linken hinteren Oberschenkel. Nach einer Kontrollaufnahme am Montag werden wir mehr wissen“, sagte Physiotherapeut Günter Schröder am Sonntag. Zu diesem Zeitpunkt war immer noch nicht klar, ob Massimilian Porcello das Vertragsangebot des VfL annimmt. Fuchs merkte man an, dass ihn der Status quo nicht befriedigt. Wer seinen Satz „Wir müssen auch immer die wirtschaftlichen Dinge im Blick haben“ hört, weiß, worum es geht.