Aufmunterung durch den Anhang VfL-Trainer Thioune: Wir haben nicht die entscheidende Kerze angezündet

Von Stefan Alberti und Johannes Kapitza

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Nach der zweiten Saisonniederlage: Während Benjamin Girth enttäuscht auf den Boden schaut, sorgt der Anhang für die Seelenmassage. Foto: imago/WedelNach der zweiten Saisonniederlage: Während Benjamin Girth enttäuscht auf den Boden schaut, sorgt der Anhang für die Seelenmassage. Foto: imago/Wedel 

Osnabrück. Während viele am verregneten Sonntag gar nicht erst ihr Haus verließen, nutzte Daniel Thioune die Mittagszeit für einen Acht-Kilometer-Lauf. „Ich muss auch mal den Kopf frei bekommen“, meinte der VfL-Coach, der aber auch einräumte, dass sich viele seiner Gedanken bereits mit dem Spiel in Münster beschäftigen.

„Das 0:2 vom Freitagabend gegen Großaspach haben wir größtenteils am Samstag analysiert und aufgearbeitet“, stellte der VfL-Trainer weiter fest. Mit welchem Ergebnis? „Dass wir uns vom Verlauf her ein bisschen wie in einem Spiel im Niedersachsenpokal gefühlt haben.“ Seine Mannschaft sei 90 Minuten angerannt, der Gegner mache die Tore, „und Vitzthum trifft sicher auch nicht jede Woche so“. Das solle jetzt nicht als Ausrede gewertet werden. „Davon sind wir weit entfernt. Wir haben es nicht geschafft, die entscheidende Kerze anzuzünden. Ich hatte immer das Gefühl, dass wir im Spiel drin sein werden, wenn wir ein Tor machen.“

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Weiteres Analyse-Ergebnis: „Wir haben uns gerade in der ersten Halbzeit zu sehr vom Gegner anstecken lassen.“ In der Tat, in vielen Phasen der ersten 45 Minuten ließen sich die VfL-Profis immer wieder auf die Provokationen der Gäste ein. Insbesondere die Großaspacher Routiniers Kai Gehring und Timo Röttger wussten genau, wie sie mit kleinen Nickeligkeiten ihre Gegner aus der Reserve locken konnten. „Das haben wir in der Halbzeit deutlich angesprochen, nach der Pause haben wir uns dann ja auch anders verhalten“, so Thioune.

„Gehen weiter unseren Weg“

In der Analyse darf schließlich nicht Schiedsrichter Florian Badstübner fehlen. Den Elfmeter für den VfL in der ersten Halbzeit nach angeblichem Handspiel von Patrick Choroba bewertet Thioune als „Kann-Entscheidung“. Wesentlich klarer seien da schon nach der Pause die Handspiele von Gehring und Korbinian Burger gewesen, „aber was soll’s, das ist jetzt nicht mehr relevant. Die Entscheidungen sind getroffen, und im Laufe einer Saison gleicht sich vieles aus.“ Als „nicht relevant“ bezeichnet der VfL-Trainer auch die Patzer der Verfolger Karlsruher SC (1:1 in Jena), KFC Uerdingen (1:1 gegen 1860 München), Halle (0:0 in Kaiserslautern) und Unterhaching (0:2 in Rostock). „Das alles passt vielleicht zu unserem Ergebnis vom Freitag, mehr aber nicht. Wir gehen weiter unseren Weg – und freuen uns auf die nächsten Spiele in Münster, gegen Halle und in Karlsruhe.“ Den Skeptikern, die nach der zweiten Saison-Niederlage einen Abwärtstrend ausmachen, hält Thioune ausnahmsweise eine Statistik entgegen: „Nach den vier Spielen der Rückrunde haben wir mit neun Punkten mehr Zähler als in den ersten vier Partien der Hinrunde eingefahren. Da waren es nur acht.“

Das sagen die Spieler nach dem Abpfiff – klicken Sie hier

„Wir wissen, dass irgendwann der Tag eintreten wird, an dem wir als zweiter Sieger vom Platz gehen“, hatte Thioune schon zu Beginn des Jahres geahnt, aber auch vorhergesehen: „Das wird dann kein Problem sein, weil wir dem Gegner alles abverlangt haben werden. Eine Niederlage wird uns nicht umwerfen.“

Aufmunternde Sprechchöre

Bekanntlich gibt der VfL-Coach nicht viel auf Statistiken oder Serien. Trotzdem: Wenn alle Serien reißen, ist wenigstens auf die Fans Verlass: Mit wütenden bis trotzigen „VfL, VfL“-Rufen quittierten die Fans in der Ostkurve das 0:2 am Freitagabend nach dem Abpfiff. Als die Besprechung im Mannschaftskreis beendet war, stimmte der Fanblock noch einmal die Vereinshymne „Wir sind alle ein Stück VfL Osnabrück“ an. Die Spieler hatten sich am Strafraum aufgereiht und nahmen die Aufmunterungsversuche mit enttäuschter Miene wahr.

Die Anhänger gaben den Spielern noch am Abend das Rezept mit auf den Weg, wie sich die Stimmung schnell aufhellen lässt. „Wir woll’n den Derbysieg“, skandierten sie. Am kommenden Samstag (14 Uhr) in Münster könnte die lila-weiße Gefühlswelt schon wieder ganz anders aussehen.

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