Kleines Glück in Osnabrück VfL-Stürmer Pfeiffer über seine schwere Verletzung und die Spätzle von Mama

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Hofft auf einen Einsatz in Rostock: VfL-Stürmer Luca Pfeiffer (links). Foto: imago/Noah WedelHofft auf einen Einsatz in Rostock: VfL-Stürmer Luca Pfeiffer (links). Foto: imago/Noah Wedel 

Osnabrück. Gerade fühlt sich Luca Pfeiffer richtig gut. Das war nicht immer so im letzten Jahr. Ein schwerer Kreuzbandriss hat ihn lange außer Gefecht gesetzt. „Nicht immer habe ich mich in meinem Körper wohl gefühlt“, sagt der Fußballer des VfL Osnabrück.

Noch ist es gut einen Monat hin, aber dennoch sind die Weihnachtstage bei Luca Pfeiffer schon komplett verplant. Heilig Abend geht es in die Kirche und zur einen Oma, am ersten Feiertag zur anderen Oma und am zweiten kocht die Mama. „Endlich mal wieder was richtiges zu essen“, sagt er und die Augen strahlen. Darf er sich was wünschen? „Egal“, sagt Pfeiffer: „Süddeutsch eben. Einen Braten und Spätzle.“

Vorfreude auf die Familie

Lange hat der junge Stürmer seine Familie nicht gesehen. Weit ist es bis nach Gommersdorf, in das 700-Einwohner-Örtchen im Nord-Osten Baden-Württembergs – „nicht gerade mit der besten Verkehrsanbindung“, wie Pfeiffer sagt. Ja, auf die Familie, freut er sich am meisten. Aber nein, den Schritt in den Norden, den hat er bisher nicht bereut.


Auch, weil es sportlich wieder läuft. Beim VfL Osnabrück und bei ihm. Ob er am Montag gegen Hansa Rostock wie zuletzt gegen Cottbus in der Startelf steht, weiß er aber nicht. „Das muss der Trainer entscheiden“, sagt der Stürmer diplomatisch. „Aber klar wäre es schön.“

Pfeiffer ist keiner, der lautstark Ansprüche stellt. Er weiß, dass das Leben nicht immer so läuft, wie man es plant und man es sich wünscht. Dass ein kleiner Moment, alles durcheinanderwerfen kann. So wie vergangenen September als er, damals noch in Diensten der Stuttgarter Kickers, sich das Kreuzbandriss. Operation, Reha – es dauerte lange, bis er wieder fit war. „Nach so einer Verletzung ist es nicht einfach“, sagt er und fügt an: „Manche Spieler sind danach gar nicht mehr zurückgekommen.“

Auf dem richtigen Weg

Pfeiffer hat es geschafft. Auch wenn die Zeit nicht immer einfach war. „Das schlimmste ist, dass man sich im eigenen Körper unwohl fühlt“, sagt er. Muskeln fehlen, die Spritzigkeit. Ob er jetzt bei 100 Prozent angekommen ist? „Weiß ich nicht“, sagt er: „Man kann doch immer was verbessern. Aber ich bin auf dem richtigen Weg.“

Er geht ihn beim VfL, wohin ihn sein neuer Klub, Zweitligist SC Paderborn ausgeliehen hat. Spielpraxis soll er hier sammeln und den nächsten Schritt in der Profikarriere gehen. Es gelingt. Am dritten Spieltag war er zum ersten Mal im Kader, gegen Halle, Anfang September beim 1:1 wurde er eingewechselt. „Ich habe mich schon vorher als Teil der Mannschaft gefühlt“, sagt er: „Aber seitdem hatte ich das Gefühl, auch richtig was beitragen zu können.“ Gegen Cottbus leitete er das Tor von Marc Heider zum 1:0 ein.

Was ihm bisher noch fehlt ist selbst ein Tor. Im Pokal hat er schon getroffen, in der Liga noch nicht. „Klar will man als Stürmer Tore schießen“, sagt Pfeiffer: „Aber noch mache ich mir keinen Druck.“ Dann kommt der Diplomat wieder zum Vorschein: „Am Ende ist es doch egal, wer die Tore macht. Hauptsache es läuft weiter so gut.“

„Funktionierende Mannschaft“

Die Erfolgswelle auf der der Spitzenreiter der 3. Liga reitet, trägt auch Pfeiffer. „Es ist immer einfacher, in eine funktionierende Mannschaft zu kommen“, sagt er. Und es macht vieles einfacher.

„Letztes Jahr haben wir mit den Kickers in der Regionalliga gegen den Abstieg gespielt. In so einer Situation gibt es Spieler, die Existenzängste haben. Die wissen nicht, wie es weiter geht. Die haben kein entspanntes Weihnachtsfest“, sagt Pfeifer. Und dann denkt er daran, wie es in diesem Jahr aussieht: „Es ist ein gutes Gefühl, sein Leben zu genießen.“


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